Mittagstischkinder helfen
16.09.2009 | 18:22 Uhr 2009-09-16T18:22:00+0200
Beim CVJM weiß man: Es gibt immer Menschen, denen es noch schlechter geht. Spendenaktion rund um Citylauf
Kurz nach dem gemeinsamen Mittagessen geht es los. Dann machen sich seit einiger Zeit zweimal pro Woche sechs bis acht Kinder auf den Weg, um – mal im Kaisergarten, mal im Olgapark, mal an der Ruhr – ein gemeinsames Lauftraining zu absolvieren. Ihr Ziel haben die Kinder vom CVJM-Mittagstisch fest im Blick: Am Sonntag wollen sie, gemeinsam mit ihren Betreuern und weiteren CVJM-Mitarbeitern, bei der Familienstaffel des großen Citylaufs an den Start gehen. Und dabei soll nach Möglichkeit auch finanziell „was 'rumkommen” – nicht für sie selbst, sondern für Bedürftige in Weißrussland.
Seit 15 Jahren schon pflegt der hiesige CVJM über das Friedensnetz eine Partnerschaft zum CVJM im weißrussischen Woloschin, schickt regelmäßig Laster mit Hilfsgütern in die Stadt und die umliegenden Orte.
Viele Oberhausener haben vor Ort mit angefasst, als dort ein eigenes CVJM-Haus errichtet wurde. Auch die Mittagstisch-Kinder möchten dazu jetzt einen Beitrag leisten: „Der Mittagstisch erfährt wirklich viel Unterstützung, darüber sind wir sehr froh und dankbar. Uns geht's gut – und da können wir auch mal was für andere tun, denen es nicht so gut geht”, erklärt Projektleiterin Angelika Barth die Beweggründe.
Bei den Kindern brauchte sie dafür gar nicht erst lange zu werben – weil einige sowieso laufbegeistert sind, wie etwa Myron (14), seine kleine Schwester Deirdre (11) oder Kiyan (10), die alle auch schon beim Ruhrmarathon am Start waren. Aber auch „Ersttäter” wie Ali (9) und Alexander (9) haben großen Spaß am Laufen: „Außerdem ist es schön, wenn wir Menschen, die arm sind, helfen können”, findet Deirdre.
Reichtümer werden beim Citylauf wohl keine zusammenkommen, dafür ist in den meisten Familien der Mittagstischkinder selbst nur zu oft „Schmalhans” Küchenmeister. Deshalb springen meist Menschen aus dem Umfeld des CVJM in die Bresche und spenden kleine Pauschalbeträge pro Kind.
„Dort wird jeder
Pfennig gebraucht”
„Aber darum geht's auch gar nicht, das hat mehr symbolischen Charakter – und dort wird einfach jeder Pfennig gebraucht”, erzählt Barth von Babys, die in weißrussischen Krankenhäusern zurückgelassen werden, weil die Eltern sich nicht zutrauen, ihre Kinder zu ernähren.
Unterstützt wird die kleine Benefizaktion von der Oberhausener Firma Container Hesse, die einheitliche Trikots für die kleinen Läufer spendiert. Wer sonst noch etwas dazu beitragen möchte, kann das am Sonntag beim Citylauf selbst tun: Dann ist der CVJM mit seinem „Life-Line-Truck”, der Kletterwand und einem Info-Stand auf dem Friedensplatz anzutreffen. Und eine Spendendose gibt's dann sicher auch.

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