Mitarbeiter von "5 Seconds of Summer" nimmt Fans in Oberhausen frivole Plakate weg

„Zieht euch aus, ich habe dafür bezahlt“: Fanplakate dieser Kategorie waren bei den Mitarbeitern der Boyband „5 Seconds of Summer“ in der Arena in Oberhausen nicht gerne gesehen.
„Zieht euch aus, ich habe dafür bezahlt“: Fanplakate dieser Kategorie waren bei den Mitarbeitern der Boyband „5 Seconds of Summer“ in der Arena in Oberhausen nicht gerne gesehen.
Foto: Sebastian Konopka
Was wir bereits wissen
10.000 kreischende Teenager bereiten „5 Seconds of Summer“ in Oberhausen ein Spektakel. Skurril: Ein Band-Mitarbeiter kassiert frivole Plakate der Fans ein.

Oberhausen.. Hat sich im Boyband-Kosmos irgend etwas verändert? Als die erste Kreischwelle die König-Pilsener-Arena in Oberhausen am Montagabend erfasst, ist eine Antwort überflüssig: Man hätte sie eh nicht verstanden.

„5 Seconds of Summer“, vier Australier zwischen 18 und 20 Jahren, schicken vor 10 000 meist weiblichen Fans „Tokio Hotel“ in Rente und pochen mit klirrenden Gitarren und reichlich Schlagzeugsoli auf die Nachfolge auf dem Thron der Jungspund-Lieblinge.

Teenagerband Die neuen Sterne im Anhimmel-All haben mit den auf Cocktailstühlen schmachtenden Schönling-Großvätern „Backstreet Boys“ (1993) und „'N Sync“ (1995) kaum noch etwas zu tun. Rockiger und punkiger anmutenden Jungs jubelt die Kernzielgruppe von 14 bis 17 Jahren heutzutage zu. Jemand, dem man beim Skaten beobachtet oder dessen Youtube-Videos man den Freundinnen zeigt.

So geschehen vor vier Jahren, als die Schulfreunde private Wohnzimmervideos mit Coversongs von Vorbildern wie „Blink 182“ ins Netz stellten, die millionenfach angeklickt wurden und sich viral um die Welt verteilten. Heute sind ihre Konzerte ausverkauft.

Aufblasbarer Scherzartikel einkassiert

Die Fans hören ihre Songs „End Up Here“ oder „She Looks So Perfect“. Süßlicher Punk-Rock. Dazu gibt es Gutes von gestern, wie „American Idiot“ der Punk-Oldies von „Green Day“. Der Tourname „Rock Out With Your Socks Out“ ist Programm, wenn da nicht ein Mitarbeiter der Gruppe wäre.

Einige Fans zeigen doppeldeutige Plakate, doch frivole Sprüche der Kategorie „Zieht euch aus, ich habe dafür bezahlt“ sind nicht gerne gesehen. Mehrfach nimmt der aufmerksame Mitarbeiter den jubelnden Fans ihre Plakate weg und verstaut diese hinter der Absperrung. Hüpfende Hormone, egal!

Den Höhepunkt erfährt die bizarre Zuneigungs-Zensur als hastig ein aufblasbarer Scherzartikel in Form des männlichen Geschlechtsteils verschwindet. Betreuter Rock’n’Roll.

Wechselgesang wie im Stadion

Die Band bekommt von alledem nichts mit: Luke Hemmings, Michael Clifford, Calum Hood und Ashton Irwin teilen die Halle, lassen die linke und rechte Hälfte mit „Ober“ und „Hausen“ einen Wechselgesang anstimmen, obwohl viele Fans in der Arena nicht mal aus Deutschland stammen. Ganze Busladungen mit Fans rollten am Montag aus Frankreich und den Niederlanden an. Sogar aus der Türkei flogen Fans ein.

Gut 90 Minuten dauert die Show mit viel Flackerlicht und Ohropax. Und nein, hinterher über die Haltbarkeit der neuen Boyband-Generation zu verhandeln, würde ganz sicher kein Gehör finden.