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Mit Verspätung angekommen

22.06.2009 | 18:56 Uhr
Mit Verspätung angekommen

Call-Center-Betreiber Tectum hat den Betrieb „bei Babcock” aufgenommen und will von 260 auf 690 Mitarbeiter wachsen

Vor zwei Jahren war es noch eine bombastische Ankündigung, die nach wenigen Wochen zerplatzte wie ein überreichlich aufgeblasener Ballon; vor rund zehn Monaten begannen sehr diskret geführte Verhandlungen, über deren Stand (und überhaupt den Umstand, dass es sie gab) die Beteiligten sich eisernes Schweigen verordnet hatten;Montag war dann alles offiziell: Die Tectum Group hat ihren Platz in Oberhausen gefunden. Nicht, wie damals geplant, am Rande der Marina, sondern an der Duisburger Straße 375 und damit an einem historischen Ort, „bei Babcock” nämlich.

Rund 6900 Quadratmeter im einstigen Sozialgebäude hat das Unternehmen der Call-Center-Branche für immerhin zehn Jahre im Oberhausener Industrie- und Technologie Gewerbepark angemietet. Entstehen sollen hier 690 Arbeitsplätze, von denen Tectum-Gründer und Geschäftsführer Hubertus Küpper sagt, wer sie besetzt: „Das sind weder Job-Hopper noch Lottoverkäufer, sondern ehrenwerte junge Menschen.”

Nachdem Tectum an den bisherigen Standorten Dortmund, Essen und Gelsenkirchen nicht mehr expandieren konnte und das Marina-Vorhaben gescheitert war, hatte Küpper die Wirtschaftsförderung der metropoleruhr GmbH mit der Standortsuche beauftragt, die vor allem mit einer wissenschaftlichen Geomarketing-Erhebung zum Ergebnis kam: Duisburger Straße 375 ist am besten, Küpper: „Ich bin gerade aus Essen gekommen, genau 15 Minuten.”

Die Verhandlungen zwischen Eigentümer Dazzle Group und der Tectum Group zogen sich auch deswegen so lange hin, weil beide Parteien uneins über den Zustand der Immobilie (und die Kostenübernahme für die Sanierung) waren. Man hat sich offenbar geeinigt – auf je eine Million.

„Trotzdem ist das hier für uns noch günstiger als am Centro”, zeigte Küpper, dass er den damaligen Streit nicht vergessen hat: „Es gab damals kräftige Störmanöver von vielen Seiten. Mit den Politikern hier habe ich aber keinen Ärger.”

Und besondere Freude hat er an Rot-Weiß Oberhausen: Mit RWO-Chef Hajo Sommers hatte Küpper um Belegschaft (und Sommers um Mitglieder) geworben – beide mit Erfolg. Küpper: „Wir bleiben Sponsor bei Rot-Weiß.”

Gustav Wentz

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