Mit Klarsicht-Kärtchen gegen Oberhausener Filz

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Was wir bereits wissen
CDU-Kandidat Daniel Schranz sieht OB vor einer „Richtungs-Entscheidung“. Die Christdemokraten wollen überall präsent sein, aber keine Materialschlacht.

Oberhausen.. Eine Briefmarke ließe sich vielleicht draufkleben. Dennoch sind die neuen Karten des CDU-Oberbürgermeisterkandidaten für handschriftliche Grüße kaum zu gebrauchen: Zugeschnitten aus fester Klarsichtfolie steht das neue Wahlkampf-Zubehör für „Transparenz“, die – rot grundierte – linke Kartenhälfte für „Filz“.

Daniel Schranz setzt in seinem Wahlkampf auf wenige große Themen. „Selbstbedienung“ und „Bürgerbeschimpfung“ haben für den CDU-Fraktionschef ebenso Filz-Charakter wie die Höhe der Müllgebühren und der Geschäftsführergehälter städtischer Gesellschaften. „Wir können das nur mit dem Wechsel beenden“, sagt der 40-Jährige. Schließlich hänge die Ratsmehrheit von der einen Stimme des Bürgermeisters ab.

OB Kandidaten

Der Kandidat nennt die OB-Wahl „eine Richtungs-Entscheidung“, weniger eine Wahl nach Sympathie-Punkten. „Die Frage ist nicht: Welcher Kandidat ist netter?“ Nett sein können sie ja beide. Deshalb will Daniel Schranz auch keinen Wahlkampf mit Partei-Prominenz führen. Armin Laschet war zwar vor einem Monat zur offiziellen Kür des Kandidaten da, hat aber inzwischen andere Sorgen.

Auch die plakative „Materialschlacht“ will die Oberhausener CDU klein halt. Klein heißt: Geklebt werden 30 Großplakate und 1500 kleinere Plakate – wie die aktuellen Sommer-Grüße des kleinen Mädchens mit der großen Sonnenbrille. Der Wahlkampf wird mit jeder Sommer-Woche heißer werden, weiß Daniel Schranz: „Wir merken, dass sich immer mehr Wähler zum Schluss entscheiden.“

Bustouren zu den Tops und Flops

Das entscheidende Wahlkampf-Thema für den (im Erstberuf) Landesbeauftragten der Konrad-Adenauer-Stiftung ist die Wirtschaftsförderung. Daniel Schranz betont, das sei nicht nur unternehmerfreundliche Politik: „Man darf sich mit zwölf Prozent Arbeitslosigkeit nicht zufrieden geben.“ Der Kandidat bietet denn auch zwei spezielle Stadtrundfahrten zu den „Tops und Flops der Stadtentwicklung“ am Mittwoch, 15. Juli, und am Mittwoch, 5. August. Vom Bus aus will Schranz zeigen, „wo noch Industrie angesiedelt werden könnte“.

Ziele weiterer Wahlkampf-Ausflüge sind die Renaturierungs-Arbeiten an der Emscher (am Mittwoch, 22. Juli) und das Fraunhofer-Institut Umsicht (am Dienstag 28. Juli), aus dem aus Schranz’ Sicht eine Hochschule keimen könnte. Zum Abschluss des Ferien-Wahlkampfs steigt am Sonntag, 16. August, das CDU-Sommerfest im Kaisergarten.

An den Wochenenden wollen die Christdemokraten im Wechsel in allen Stadtteilen mit Ständen, Sonnenschirmen und transparenten Kärtchen Präsenz zeigen.