Mit dem Zapf-Quickie auf der Kirmes zum Weltrekord
12.06.2009 | 18:20 Uhr 2009-06-12T06:20+0200Oberhausen. Die Anstrengung sieht man Philip Traber deutlich an. Doch die Schweißperlen auf der Stirn haben sich gelohnt. Jubel, Kamerateams, Cheerleader: An seinem Kirmesstand schafft der Gastronom am Freitag auf der Fronleichnamskirmes einen waschechten Weltrekord - am Zapfhahn.
Nach der erfolgreichen Mission greift Philip Traber erst einmal selbst zum Bierglas: „Diesen Rekord wird so schnell keiner brechen!“, so der knappe Kommentar. Erst einmal wird Luft geholt. Knapp fünf Minuten hat Traber soeben benötigt, um 50 Liter Bier in 250 Gläser zu befördern. Auf seiner Schürze steht mit großen Buchstaben der Titel, mit dem er sich schmücken darf: Weltmeister im Zapfen.
Traber, der gemeinsam mit seinem Bruder Kevin die ambitionierte Aufgabe löste, bleibt bescheiden: „Bierzapfen ist schließlich mein Job!“ Daher liegt es auch nah, wie die Idee zum fixen Weltrekord entstanden ist. „Auf die Idee sind meine Gäste gekommen. Die haben immer gesagt: Mensch, du zapfst doch weltmeisterlich!“, sagt der schnelle Wirt nach der erfolgreichen Mission überglücklich.
Spende an das Friedensdorf
Mit der Bestmarke auf der Fronleichnamskirmes in Oberhausen-Sterkrade kann Traber übrigens seinen eigenen Rekord um 25 Sekunden unterbieten, den er vor neun Jahren auf der Kirmes in Soest aufgestellt hatte. Bislang hatten sich vier weitere Wirte beim Rekord-Zapfen versucht - allesamt vergeblich.
Um eine Bestmarke beim Abfüllen des Gerstensaftes zu erreichen, muss nicht nur die Abfüll-Technik des Protagonisten stimmen. Auch das richtige Arbeitswerkzeug sollte vorhanden sein, weiß Traber. „Wir haben hier die schnellsten Zapfhähne der Welt im Einsatz.“
Das gezapfte Bier wird nach dem erfolgreichen Weltrekordversuch für den guten Zweck an die Kirmes-Fans verkauft. 1106,20 Euro plus 500 Euro der Werbegemeinschaft der Schausteller kommen nun dem Friedensdorf in Oberhausen zugute.
Auch für Traber selbst hat sich der Zapf-Quickie gelohnt. Der stolze Titel prangt nun groß an seinem Kirmes-Stand - und auf einen Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde kann er sich auch noch freuen.