Mit dem Rollator in die Dusche fahren

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Jahrzehntelang war die Stadt Oberhausen der vorherrschende Anbieter von Altenwohnungen und Heimplätzen in der Stadt. Dann drängten auch private Anbieter auf den wachsenden Markt der Versorgung alter und pflegebedürftiger Menschen. Weil die Kosten für Pflegeplätze in Heimen immens sind, heißt seit einigen Jahren das Motto „Ambulant vor stationär“: Danach sollen die Service- und Hilfsangebote für ältere Menschen so zugeschnitten sein, dass sie so lange wie möglich in ihren Wohnungen eigenverantwortlich leben können.

Eines der erfolgversprechenden Modelle dabei ist das „Betreute Wohnen“. Auch die Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen (ASO) haben es jetzt mit Erfolg umgesetzt. Geschäftsführer Udo Spiecker meldet, dass nun alle im Sommer 2014 an der Elly-Heuss-Knapp-Straße fertiggestellten 58 Wohnungen von Mietern bezogen sind. Damit präsentieren sich die ASO-Einrichtungen der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung in Sterkrade zeitgemäß.

Parkähnliche Wohnanlage

„Ich hätte noch mal so viele Wohnungen vermieten können, so groß ist die Nachfrage gewesen“, sagt Spiecker. Die beiden anthrazitfarbenen Häuser mit den drei Vollgeschossen und dem oben aufgesetzten Staffelgeschoss setzen einen architektonisch modernen Akzent in der mit 50 000 Quadratmetern Fläche großzügig angelegten parkähnlichen Wohnanlage.

Das Haus Elly-Heuss-Knapp-Straße 5 bietet 30 Wohnungen, darunter 20 Ein-Personen-Wohnungen mit 47 Quadratmetern Größe, sechs Zwei-Personen-Wohnungen mit je 64 Qua­dratmetern und auf dem Dach vier freifinanzierte Wohnungen von 70 bzw. 77 Quadratmetern Größe. In Nr. 5a sind es weitere 28 Wohnungen in ähnlicher Aufteilung. Ein neu gestalteter Vorplatz nimmt die Besucher der Häuser auf.

„Wir haben im hohen Energiesparstandard KfW 55 gebaut. Das ist für Mehrfamilienhäuser vorbildlich“, sagt Udo Spiecker mit Blick auf die Heizkosten. Eine Solar-thermieanlage unterstützt die Aufbereitung von Warmwasser. Ein ebenerdiger Fahrradkeller steht den Bewohnern zur Verfügung. „Die Häuser sind komplett barrierefrei“, so der ASO-Chef. Man könne mit dem Rollator bis in die Nasszelle des Bades fahren. Auch an Parkplätzen für Autos fehle es nicht. „Die meisten Bewohner haben aber gar kein Auto“, gibt Spiecker an. Der typische Bewohner ist Anfang siebzig.

Und weil die neuen ASO-Mieter ein geselliges selbstbestimmtes Leben führen sollen, wird der Gemeinschaftsgedanke von den Alteneinrichtungen hoch gehalten. Schließlich sollen sich die Nachbarn bei zunehmender Hilfsbedürftigkeit ge­genseitig beistehen – so lautet zumindest das hehre Ziel. Für gesellige Zusammenkünfte oder Familienfeiern stehen allen 240 Wohnparteien der Anlage künftig der umgebaute große Festsaal und drei weitere Veranstaltungsräume zur Verfügung. Sie können auch von außerhalb angemietet werden.