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Mike Bauhaus belebt Schlager-Szene in Oberhausen

15.01.2013 | 12:00 Uhr
Eine feste Größe in der Popschlager-Szene: Mike Bauhaus (35) aus Dortmund tritt an Karneval oder in großen Discotheken auf.Foto: Ulla Emig

Oberhausen.  Mike Bauhaus füllt nicht die großen Arenen. Aber der 35-jährige Dortmunder ist in der regionalen Schlager-Szene ein Großer. Mit Auftritten an Karneval oder in Discotheken kommt Bauhaus gut über die Runden - und einmal schaffte es der Sänger sogar bis in die Charts.

Wie viele Stunden Mike Bauhaus als Kind vor dem Spiegel verbracht hat, kann er nicht sagen. Immer wieder hat er sich die Frisur zurecht gezupft, den Hüftschwung geübt und mit der Bürste in den Hand die Lippen bewegt. Elf Jahre war Bauhaus alt – und mimte Elvis.

Der heute 35-Jährige entdeckte früh seine Leidenschaft. „Musik hat mich immer gefesselt“, sagt er. Und er fand später eine musikalische Heimat. Seine Kollegen singen heute „Komm’, hol das Lasso raus“. Denn Mike Bauhaus schlüpft nur noch selten in die Rolle des „King of Rock’n’Roll“. Heute ist er „King des Discofox“. Der Gesang ist nach der Schule zum Beruf geworden. „Der Traum für einen Musikverrückten“, wie er findet. Mike Bauhaus – der Praktiker.

Cover-Hit verkauft sich über 250.000 Mal

Seitdem bastelt der gebürtige Dortmunder an seiner Karriere. „Als Elvis hab’ ich bei Geburtstagen und Firmenfeiern gesungen, dann den Produzenten Helmuth Rüssmann kennengelernt.“ Ein Glücksgriff. Rüssmann war Produzent von Wolfgang Petry. In der Szene etabliert. Er kannte die wichtigen Leute. „Er hat mich gesehen und gefragt, ob wir nicht etwas zusammen machen sollen.“

Ergebnis: der Hit „Es fährt ein Zug nach nirgendwo“. Eine Neufassung des Klassikers von Christian Anders – verpackt im poppigen Schlagerkostüm. Ein Hit, der 1994 offenbar den Zeitgeist der Eurodance-Welle traf. Der Song landete auf Party-Samplern und verkaufte sich eine Viertelmillionen Mal. „Plötzlich hat mich Stefan Raab in seine Show eingeladen“, erinnert sich Bauhaus an den Auftritt beim Musiksender Viva. „Vorher machst du dir Sorgen, weil du ja weißt, wie Raab mit den Gästen umgeht.“ Bauhaus machte eine Erfahrung, die andere damals teilten: „Hinter den Kulissen war er brav – und vor der Kamera ganz anders.“

Vom Schlagergeschäft kann Bauhaus gut leben. Sein Zuhause sind nicht die großen Arenen. Der Alltag besteht aus Karneval, Diskotheken und Volksfesten, doch zur Belohnung geht es immer wieder zu Festivals wie „Oberhausen Olé “ oder „Best of Popschlager“.

Künstlername "Michael Merz" schnell abgelegt

Oberhausen ist für ihn ein gutes Pflaster. In Sterkrade lebte er mehrere Jahre. „Ich mag die offene Art der Leute im Revier – hier sind alle direkt, schnörkellos!“ Gerade hier sei die Szene des Popschlagers besonders groß. „Das ist bemerkenswert, in Ballungsräumen wie Berlin gibt es solche Veranstaltungen kaum!“ Bauhaus singt Lieder wie „Die allerletzte Träne“ oder „Der Himmel kann warten“, doch manchmal kehrt er zurück zu seinen Wurzeln.

„Hin und wieder baue ich ein Elvis-Medley in meine Konzerte ein. Da warten die Fans drauf.“ Schlager sind Geschmackssache, werden jedoch unterschätzt, findet er. „Manche Kritiker beschäftigen sich gar nicht erst mit der Musik.“ Seine Genre-Kollegen nennen sich „Freddy Freibeuter“ oder „Tim Toupet“ – und Bauhaus? „Mein Name ist echt!“ Früher lautete sein Künstlername Michael Merz. „Das haben wir aber ganz schnell gelassen!“

Schlagerfest Oberhausen Olé

 

Dirk Hein



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