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Metronom Theater Oberhausen lässt Besucher hinter "Wicked"-Kulissen blicken

18.01.2011 | 19:23 Uhr
Metronom Theater Oberhausen lässt Besucher hinter "Wicked"-Kulissen blicken
Kirsten de Nicolo (mitte) führte die Besucher durch die Produktionsbereiche von „Wicked“. Foto: Tom Thöne

Oberhausen.Die große graue Tür im Gang zum Saal ist für Besucher des Musicals "Wicked - Die Hexen von Oz" im Oberhausener Metronom Theater normalerweise tabu. Jetzt wurde sie jedoch für eine Besuchergruppe geöffnet. Ein Blick hinter die Kulissen.

Die Aussicht vom Tonpult über die roten Sessel im Saal auf die Bühne ist beeindruckend. Unzählige Knöpfe auf dem Mischpult leuchten in verschiedenen Farben, zwei Tontechniker bedienen während der Show die zwei Mischpulte – 90 Kanäle für das Orchester und die Sänger gibt es. „Ein wahrer Spielplatz für die Herren“, schmunzelt Kirsten de Nicolo, die zum Foyerpersonal gehört und fünf Fans einmal die andere Seite des Musicals "Wicked - Die Hexen von Oz" zeigt.

Die Technik ist enorm: Die Verstärkeranlage des Theaters hat 20.000 Watt Gesamtleistung. „Das ist ungefähr so, als würde man 1000 Heim-Stereoanlagen gleichzeitig anschalten“, erklärt die 39-Jährige. Staunen bei den Musicals-Fans. Insgesamt 256 Lautsprecher gibt es im Theater, die teilweise im Bühnenbild versteckt sind. Die Hauptdarsteller Glinda, Fiyero und der Zauberer von Oz tragen während der Show sicherheitshalber je zwei Mikrofone, Elphaba trägt sogar drei Mikrofone. „Pannen können natürlich passieren, bei uns aber nur in der Theorie“, zwinkert die Foyermitarbeiterin.

"Beeindruckende Technik"

Ohne Licht und Effekte wirkt das Musical natürlich nicht. 500 Scheinwerfer sorgen für das richtige Licht, zwei Kilometer Datenleitungen sind im Theater verlegt, um die 330 computergesteuerten Strahler und Scheinwerfer und die sechs Stroboskope anzusteuern. Gesamtleistung: 520.000 Watt. Dazu kommen weitere drei Kilometer Kabel für Strom und Starkstrom, weiß Kirsten de Nicolo. „Beeindruckend“, findet Besucher Stefan Weidebach die Technik.

Das Staunen der Besucher wird noch größer, als es auf die Bühne geht. „Einmal auf der anderen Seite zu stehen und ins Publikum zu schauen ist ein komisches, aber großartiges Gefühl. Für unsere Künstler applaudieren an dieser Stelle normalerweise 1380 Zuschauer“, so Kirsten de Nicolo.

Rund 150 unterschiedliche, teils meterhohe Zahnräder bilden das Bühnenbild, die Kulissen für das Musical stammen alle aus Hamburg, Kanada und den USA. Die Weinranken am Rand der Bühne sind echt und wurden extra für die Show aus Thailand importiert – weil sie am schwersten entflammbar sind. Am Rand der Bühne sehen die Besucher weiße Punkte auf dem Boden, so genannte Quick-Change-Punkte. Jeder Punkt wird einem Darsteller zugeordnet, an dem er während der Show von einem „Dresser“ umgezogen wird, wenn es schnell gehen muss. „17 Sekunden dauert unser schnellster Kostümwechsel“, sagt de Nicolo.

Für die Führung aus Holland angereist

Auch in die Kostümwerkstatt konnten die Besucher einen Blick werfen. „Ich bin sprachlos“, sagt Ellen Fokkert, die mit ihrer Freundin Sandra Bakker aus Holland angereist ist, um die Backstageführung mitzumachen. „Ich habe das Musical schon zwei Mal in Oberhausen gesehen und ein Mal in London. Heute Abend schaue ich es mir zum dritten Mal an“, freut sich die 20-Jährige.

Manuela Weidebach ist mit ihrem Mann zur Backstage-Führung gekommen. „Es ist toll, mal die Hintergründe zu sehen. Obwohl ich eigentlich gar nicht so eine Märchentante bin. Als ich das Musical zum ersten Mal gesehen habe, war ich direkt verzaubert.“

Kathrin Klottka

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