Metallindustrie bezeichnet Warnstreiks als schädlich

„Dialog statt Streik“, fordert der örtliche Metallverband nach der ergebnislos verlaufenen dritten Verhandlungsrunde in der Metallindustrie. „Die IG Metall muss sich konstruktiver als bisher mit unserem Angebot auseinandersetzen“, sagt Verbandshauptgeschäftsführer Wolfgang Schmitz.

Die massive Warnstreikwelle, mit der die Gewerkschaft die Betriebe in NRW überzogen habe, sei weder angemessen noch zielführend. Warnstreiks seien in dieser Phase „schädliche Rituale“, würden von der Gewerkschaft offenbar als Instrument zur Mitgliederwerbung eingesetzt.

Schmitz warnt die IG Metall davor, die Betriebe zu überfordern. Das vorgelegte Arbeitgeber-Angebot gewähre den Beschäftigten rund 100 Euro mehr. Es erreiche in NRW bereits ein Kostenvolumen von fast 900 Millionen Euro. Für manche Unternehmen sei damit bereits die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Mit Blick auf wirtschaftliche Ungewissheiten meint er: „Maß und Mitte sind jetzt gefragt. Wer zu viel draufsattelt, gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der Branche.“

In Sachen Alters- und Bildungsteilzeit fordert Schmitz, die Realität anzuerkennen. „Wenn 95 Prozent unserer Unternehmen Weiterbildung durchführen, dann haben wir hier grundsätzlich keinen Regelungsbedarf.“ Die Arbeitgeber seien bereit, die betriebliche Wirklichkeit bei der Weiterbildung in den einschlägigen Tarifverträgen abzubilden und sich noch stärker um An- und Ungelernte zu kümmern.

Bei der Altersteilzeit müsse man darauf achten, dass Fachkräfte nicht immer früher nach Hause geschickt werden. „Wir brauchen die Erfahrung und die Kenntnisse der älteren Arbeitnehmer. Und ich glaube auch, dass viele ältere Arbeitnehmer ihre Erfahrungen gerne weitergeben. Die IG Metall kann nicht erwarten, dass wir die fatale Rente mit 63 auch in den Tarifverträgen festschreiben.“