Mehr Übergriffe auf Busfahrer in Oberhausen

In einem Bus wie diesem kam es vor wenigen Tagen zu einem tätlichen Angriff auf einen Busfahrer. Ein zunehmendes Problem, sagt die Stoag.
In einem Bus wie diesem kam es vor wenigen Tagen zu einem tätlichen Angriff auf einen Busfahrer. Ein zunehmendes Problem, sagt die Stoag.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Stoag in Oberhausen verzeichnet einen Anstieg von Zwischenfälle in ihren Bussen. Aktuell attackierte ein Mann einen Linienbus-Fahrer. Fahrgäste halfen.

Oberhausen.. Die Zahl der körperlichen Übergriffe auf Busfahrer der Stadtwerke Oberhausen steigt. Das bestätigte Stoag-Sprecherin Sabine Müller nach einem Vorfall, der sich vor wenigen Tagen in einem Linienbus in Sterkrade ereignet hat.

Der Fahrer dieses Busses, der namentlich nicht genannt werden möchte, beschreibt den Vorfall so: „Ein Mann stürmte mittags am Bahnhof Sterkrade in den Bus und schlug völlig grundlos auf mich ein. Mehrere Fahrgäste kamen nach vorn und haben den Mann von mir weggezogen und dadurch Schlimmeres verhindert. Die Fahrgäste haben den Mann festgehalten, bis die Polizei kam.“

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Es gibt keine konkreten Zahlen

Körperliche Angriffe auf Busfahrer oder Busfahrerinnen seien zum Glück zwar Einzelfälle, kämen jedoch vor, erklärt Stoag-Sprecherin Sabine Müller: „Dazu gehört neben dem Zuschlagen auch das Bespucken. Immer häufiger sind Busfahrer den Aggressionen von Fahrgästen ausgesetzt und dienen als Ventil. Meistens äußert sich das verbal.“ Wie andere Verkehrsunternehmen stelle man auch in Oberhausen hier eine wachsende Zahl an Zwischenfällen fest: „Konkrete Zahlen kann ich jedoch nicht nennen.“

[kein Linktext vorhanden] Um das Risiko für die Busfahrer so gering wie möglich zu halten, sind alle Busse mit einer Notruftaste am Fahrersitz ausgestattet. Im Falle eines Übergriffs sollte der Fahrer diese Notruftaste betätigen: Warnblicklicht und Hupe werden eingeschaltet, alle Türen öffnen automatisch, eine Funkverbindung zur Leitstelle wird hergestellt. Diese wird im Notfall die Polizei und die Verkehrsaufsicht der Stoag zum Standort des Busses schicken.

Busfahrer werden geschult

Bei einem Fahrzeug mit Videokameras kann der Fahrer eine „Markierungstaste“ drücken, damit die Bildaufnahmen zehn Minuten vor dem Vorfall bis zehn Minuten danach gegen automatisches Überspielen geschützt wird. „Videoaufnahmen können bei strafrechtlichen Ermittlungen wertvolle Hinweise liefern“, sagt Sabine Müller. Natürlich sind auch Zeugenaussagen von Fahrgästen hilfreich.

Als Prävention werden alle Busfahrer und Busfahrerinnen in deeskalierendem Verhalten geschult, um kritische Situationen entschärfen zu können: „Das Thema Deeskalation ist Bestandteil der regelmäßigen Berufskraftfahrerqualifikation.“

Auch seien seit zwei Jahren alle neu beschafften Busse mit Teil-Schutzscheiben für die Fahrer ausgestattet. Die sollen die Mitarbeiter vor Übergriffen von hinten während der Fahrt schützen. Sabine Müller: „Den Übergriff vor wenigen Tagen hätte eine solche Scheibe jedoch nicht verhindern können.“ Er kam nicht von hinten.