Mehr Jobs für Dauer-Arbeitslose in Oberhausen gefordert

Jochen Kamps (Mitte), Chef der  ist der Oberhausener Arbeiterwohlfahrt (Awo) fordert einen dritten Arbeitsmarkt, um langzeitarbeitslose Oberhausener eine Perspektive anzubieten.
Jochen Kamps (Mitte), Chef der ist der Oberhausener Arbeiterwohlfahrt (Awo) fordert einen dritten Arbeitsmarkt, um langzeitarbeitslose Oberhausener eine Perspektive anzubieten.
Foto: Ulla Emig/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Freien Wohlfahrtsverbände Oberhausen fordern staatlich finanzierte Gemeinwohl-Arbeiten für Langzeitarbeitslose. Im nächsten Jahr startet Oberhausen mit 30 Stellen. Eine Chance für Ältere

Oberhausen.. Je länger ein Mensch arbeitslos ist, desto geringer werden seine Chancen, jemals wieder in Arbeit zu kommen. Ist der Betroffene jenseits der 50, hat er keine Ausbildung, hat er gesundheitliche Handicaps, dann sinken seine Perspektiven weiter rapide.

Jochen Kamps, Chef der Oberhausener Arbeiterwohlfahrt (Awo), verlangt daher: „Wir brauchen einen dritten Arbeitsmarkt.“ Eine Forderung, die Kämmerer Apostolos Tsalastras unterstützt: „Wir werden vor Ort unseren Beitrag leisten“, versprach der SPD-Oberbürgermeisterkandidat für die Wahl im September 2015 seinen Parteifreunden bei der jüngsten Delegiertenkonferenz.

Hilfsangebote für über 50-Jährige

Kamps geht es in erster Linie nicht darum, dass die Folgekosten von Langzeitarbeitslosigkeit die städtische Kasse jährlich mit zig Millionen Euro belasten. „Langzeitarbeitslosigkeit hat Auswirkungen auf die Menschen. Sie haben das Gefühl, nicht gebraucht zu werden, ihr Selbstwertgefühl geht in den Keller.“ Eine Tätigkeit auszuüben, sei auch wichtig für die Tagesstruktur. „Regelmäßigkeit, Pünktlichkeit, Kontakt mit Kollegen – das gehört alles dazu.“

Der Awo-Geschäftsführer spricht hier nicht nur für die Arbeiterwohlfahrt. In einem Appell fordert die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände Oberhausen zudem eine deutliche Verbesserung der Hilfsangebote für Arbeitslose über 50 Jahren. Nur jeder 25. erwerbsfähige Langzeitarbeitslose erhalte derzeit die Möglichkeit, an einer arbeitsfördernden Maßnahme teilzunehmen.

Awo-Chef: Bundes- und Landesprogramme seien erforderlich

„Die in unzähligen Sonntagsreden hochgeschätzte berufliche Kompetenz gerade bei älteren erwerbsfähigen Arbeitslosen wird durch die Ergebnisse des Arbeitslosenreports NRW der Wohlfahrtsverbände ad absurdum geführt. Dies ist nicht mehr länger hinnehmbar“, kritisiert Kamps, derzeitiger Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für den Themenbereich Arbeitsmarktpolitik.

Eine Stadt könne allerdings allein nur wenig ausrichten, Bundes- und Landesprogramme seien hier erforderlich. „Ein Landesprogramm soll kommen. Der Bund wird ein Programm auflegen. Sobald die Kriterien Anfang 2015 klar sind, werden wir mit der Stadt klären, was wir wie umsetzen.“ Dabei werde man sich auch gegen Widerstände aus der Privatwirtschaft durchsetzen, kündigte Kamps an. Das wird nicht einfach sein: Private Betriebe betrachten staatlich finanzierte Arbeiten mit Argusaugen, da diese unfaire Konkurrenz für Firmen sein können.

Mit der Stadt sollen laut Kamps auf jeden Fall 30 Stellen auf dem dritten Arbeitsmarkt eingerichtet werden: Hausmeisterdienste oder Grünpflegearbeiten sei geeignet.