Mehr als nur ein Traum
04.01.2008 | 19:16 Uhr 2008-01-04T19:16:23+0100Der Emscher-Sportpark gehört zu den ehrgeizigsten Entwicklungszielen der Stadt. Im günstigsten Fall könnten 380 Mio Euro an Fördermitteln fließen - theoretisch. Doch ohne private Investoren geht es wohl nicht
OB 08 WAS KANN, WAS SOLL, WAS MUSS Oberhausen, irgendwann im nächsten Jahrzehnt. RWO spielt zumindest in der 2. Liga, rund um das komplett umgebaute Niederrhein-Stadion herrscht auf verschiedenen Sportanlagen reges Treiben. Leichtathleten und Bogenschützen finden hier beste Trainingsbedingungen vor. Auf dem Kanal legen sich Ruderer und Kanuten ins Zeug. Das Reha-Zentrum ist ebenso stark frequentiert wie ein Drei-Sterne-Hotel. Zwei Fußgängerbrücken verbinden das zwischen Bahnlinie und Konrad-Adenauer-Allee gelegene Areal mit dem Kaisergarten.
Emscher-Sportpark heißt dieses Projekt, das seit Anfang letzten Jahres in Oberhausen diskutiert wird und längst mehr ist als ein Wolkenkuckucksheim fantasiebegabter Politiker auf Stimmenfang. Zwar liegt die Finanzierung weiterhin im Emschernebel und schon jetzt zeichnet sich ab, dass die einzelnen Module der Planung bestenfalls nacheinander verwirklicht werden können, mit größeren Pausen dazwischen. Trotzdem gibt es begründete Hoffnung, dass tatsächlich eines Tages auf der Emscher-Insel zwischen Fluss und Kanal gebaut wird.
Grund zum Optimismus liefern nämlich jene 4,4 Mrd Euro, die Emschergenossenschaft, Land und die EU über ihre Ziel II-Förderung für die neue Emscher zur Verfügung stellen wollen. Der als Kloake missbrauchte Fluss soll bekanntlich bis 2020 komplett renaturiert werden. Im Klartext: Die Abwässer verschwinden in Rohrleitungen tief unter der Erde. Und an der Oberfläche schlängelt sich dann ein ganz normales Flüsschen mit sauberem Wasser und hoffentlich lieblichen Ufergestaden durchs Revier. Drumherum sollen Strukturwandel und Lebensqualität der Anwohner verbessert werden. Bis zu 380 Mio Euro könnten davon auf das schmale, zwischen Kanal und Emscher gelegene Band entfallen - rein theoretisch. Die Tücken der Finanzierung sind wohl auch ein Grund dafür, dass die SPD-Ratsmehrheit dem Projekt nur vorsichtig-optimistisch gegenüber steht. Man traut dem Braten nicht so recht.
Allerdings gibt es inzwischen handfeste Indizien, dass das Werk teilweise gelingen kann. Die Emschergenossenschaft ist bei der Stadt mit einem "Haus des Wassers" im Wort, das mit moderner Architektur Akzente setzen und auf den innovativen Umgang mit den Themen Wasser und Ökologie hinweisen soll. Gleiches gilt für den 1,6 km langen Lehrpfad, der Emschermeile. Der Rundweg thematisiert die Entwicklungsgeschichte der Emscher. Dass es die Emschergenossenschaft ernst meint mit dem Sportpark, unterstreicht sie aber auch mit der Finanzierung eines Nutzungs- und Maßnahmenkonzeptes für den Bereich rund ums Stadion, das die bereits erwähnten Projekte vorschlägt.
Jetzt fehlen noch Investoren, denn ohne zusätzliches privates und öffentliches Kapital bleibt der Sportpark ein Wunschtraum. Damit potenzielle Geldgeber einen Ansprechpartner haben, gründen Stadt und Emschergenossenschaft derzeit eine gemeinsame Gesellschaft zur Planung und Projekt-Enwicklung. Die Bezirksregierung muss noch zustimmen. Die gute Nachricht: Es bewegt sich was.

23:14
Hallo Jürgen,
Ich sage ja gar nichts gegen Bogenschießen ich mach es auch ab und zu mal gerne. Ich war einfach nur sauer das mit dem Sport in Oberhausen geprallt wird wobei Eishockey einfach in Vergessenheit gerät. Und gegen die Unterstützung der Fans kann man ja wohl nichts sagen, nachdem die richtigen Revierloewenfans sogar zu jedem Spiel den weiten weg nach Gelsenkirchen auf sich genommen haben um ihre Mannschaft dort anzufeuern. Meiner Meinung nach gehören die Revierloewen zur Kultur von Oberhausen aber das scheint die Stadt anders zu sehen.
20:08
Tobias, nur zu deiner Information- die Bogenschützen sind entgegen dem Kommentar der WAZ in der Machbarkeitsstudie der Emschergenossenschaft überhaupt nicht mehr vorhanden. Kannst aber gerne mal bei den Bogenschützen vorbeikommen und es selbst versuchen mit der Ballerei.Sieht einfach aus, aber probiers gerne selber mal aus. Wenn so viel Interesse am Eishockey wäre, warum konnten dann die Revierlöwen nicht weiter machen? Scheiterte es vielleicht an mangelnder Unterstützung durch zu wenige Fans? Jeder Verein muss sich in erster Linie selber auf gesunde finanzielle Füße stellen und nicht in erster Linie auf die Hilfe der Verwaltung/ Politik hoffen.Oberhausen sei der Eishockey zu gönnen, aber bitte finanziert durch sich selbst.
09:35
Jaja Oberhausen ist schon ein Sportparadies ... RWO 2. Liga ... Kanuten haben auch ihren Spaß und die Bogenschützen ballern ihre Pfeile durch die Gegend ... Aber was ist mit Eishockey in Oberhausen? Das wäre mal ein projekt was vielen Bewohnern eher zusagen würde als irgendein Haus des Wasser, welches für junge Leute sowieso uninteressant ist. Aber was will man machen ...
22:26
Eine sehr sinnvolle Maßnahme. Es gibt zwar wichtigeres als Sport, man sollte aber nicht vergessen, daß Oberhausen hier durchaus - insbesondere, was die Sportstätten betrifft - eine Image-Politur benötigt.
Daß sich wirklich was bewegt, muß sich noch zeigen. Es fehlt ja blooooß privates Kapital. ;-)
20:29
Kriminelle junge und alte Ausländer werden doch sowieso alles zerstören und andere Passanten belästigen. So ist es doch im Skaterpark NMO, am Kaisergarten, im Revierpark etc. auch.
Grüße aus OB