Max darf bleiben - aber wie lange?
29.01.2010 | 18:53 Uhr 2010-01-29T18:53:00+0100Eine Familienpsychologin soll in den nächsten Monaten ein Gutachten erstellen, auf dessen Grundlage das Gericht urteilen will. Vorerst darf das Kind bei seiner Pflegemutter bleiben. Die Zitterpartie geht aber weiter.
Wäre es ein Spiel, würde man wohl von der nächsten Runde sprechen. Aber leider geht es hier nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um das Schicksal des neunjährigen Max (Name geändert), der vor rund drei Wochen gegen seinen Willen direkt aus der Brüder-Grimm-Schule abgeholt und ins Heim gebracht werden sollte (die NRZ berichtete). In dieser Woche nun beschloss das Duisburger Familiengericht, eine Psychologin einzusetzen, die in den nächsten zwei, drei Monaten zu einem Ergebnis und ensprechendem Gutachten kommen soll.
„Das Gericht wird dann auf Grundlage dieses Gutachtens entscheiden”, so Dr. Rolf Rausch, der Pressesprecher des Amtsgerichts. Laut Rausch, der von Kommunikationsschwierigkeiten zwischen dem Duisburger Jugendamt und der Pflegemutter Sieglinde L. sprach, werde sich die Familienpsychologin jetzt intensiv um den Fall kümmern. So werde sie sicherlich nicht nur mit Max und seiner Pflegemutter sprechen, sondern auch das Umfeld, wie etwa die Lehrer, mit einbeziehen. „Beide Parteien haben zugesagt, dem zu erwartenden Beschluss Folge zu leisten”, erklärte der Gerichtssprecher. Ob man sich am Ende daran halte, sei allerdings die zweite Frage, meinte Rausch, der offenbar schon andere Erfahrungen gemacht hat.
Die nächsten Monate darf das Kind, das schon seit drei Jahren bei Sieglinde L. lebt, also erst einmal bleiben. Aber die Zitterpartie geht weiter. Von der Pflegemutter selbst war auch auf Anfrage gestern kein Wort zu erfahren. Ganz augenscheinlich ist sie völlig verängstigt und fürchtet, das Gericht oder das Duisburger Jugendamt mit Äußerungen in der Presse zu verärgern.
Das uneingeschränkte Lob der Lehrer für den kleinen Max fand übrigens gestern auch in seinen Noten Niederschlag. Der Junge, der in den nächsten Tagen zehn Jahre alt wird, brachte das drittbeste Zeugnis seiner Klasse mit nach Hause.

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