Mann stirbt auf offener Straße - Viele schauten weg
17.11.2011 | 06:00 Uhr 2011-11-17T06:00:00+0100
Oberhausen. Mitten im dichtesten Berufverkehr starb am Mittwochmorgen ein 50 Jahre alter Mann auf offener Straße an einem Herzinfarkt. Nur ein Lkw-Fahrer versuchte, dem reglosen Mann zu helfen. Feuerwehrchef Wolfgang Tingler ist entsetzt über die mangelnde Zivilcourage der Oberhausener.
Mangelt es den Oberhausenern an Zivilcourage? Am Mittwoch gegen 6.40 Uhr starb ein etwa 50 Jahre alter Mann auf einem Bürgersteig an der Hansastraße – mitten im dichtesten Berufsverkehr. Doch helfen wollte ihm nur ein Mann. Noch tief geschockt berichtet der Lkw-Fahrer Oliver Poerting von dem erschütternden Erlebnis.
Leute gingen einfach weiter
Als einziger in der langen Autoschlange, die sich täglich hinter dem Bahnhof in Richtung Autobahn schiebt, ließ der 41-Jährige seinen 40-Tonner stehen, um nach dem reglos auf dem Bauch liegenden Mann zu schauen. „Gerade einmal fünf Meter vom Bahnhofsparkplatz entfernt. Ich habe sofort gemerkt, da ist was Schlimmes passiert.“ Poerting stellte fest, dass der Mann nicht mehr atmete und versuchte ihn zu reanimieren.
Doch der Autoverkehr und die vielen Passanten, die auf dem Weg zum Bahnhof waren, ignorierten das Unglück: „Es war wie im Film: Ich habe nach dem Straßennamen gefragt, um den Rettungsdienst zu verständigen, doch die Leute guckten nur und gingen weiter“, erzählt Poerting, der eine solche Situation nicht für möglich gehalten hatte: Statt zu antworten kurbelten Autofahrer ihre Scheiben hoch, drückten den Türknopf herunter. „Manche haben sogar gehupt, weil der Lkw auf der Straße stand“, Poerting muss bei der Erinnerung schlucken: „Ich bin kein Held“, sagt er, „aber ich muss mich schämen – für uns alle.“
Nur eine Frau blieb stehen
Nur eine Frau blieb stehen und unterstützte den Fahrer, bis der Rettungswagen eintraf. Doch jede Hilfe kam zu spät. „Man sagte uns, der Mann sei an einem Herzinfarkt gestorben“, berichtet Poerting.
Die Unsicherheit, etwas falsch zu machen oder mangelndes Mitgefühl – was geht in Menschen vor, die einfach weiterlaufen? „Ich habe dafür keine Erklärung“, sagt Notfallseelsorger Berthold Rzymski, der Menschen betreut, die etwa schwere Unfälle erlebt haben. Diese Situation hält er für eine schlimme Ausnahme. „Jetzt ist es aber für den Fahrer wichtig, dass er das Erlebte mit Freunden oder mit professioneller Hilfe verarbeitet.“
"Man ist verpflichtet zu helfen"
Rechtlich gesehen ist es übrigens keine Frage des Mitgefühls oder der Zivilcourage: „Man ist verpflichtet zu helfen“, betont der Chef der Oberhausener Feuerwehr, Wolfgang Tingler, so steht es im Strafgesetzbuch. Doch in der Praxis entscheiden Sekunden darüber, ob man anhält oder nicht, „zum Beispiel auf der Autobahn: Bevor man sich entschlossen hat zu helfen, ist man meist schon 300 Meter vorbei.“ Dennoch: Tingler ist über den Vorfall entsetzt. „In meiner 20-jährigen Erfahrung habe ich so einen Fall zum Glück noch nie erlebt.“

01:18
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21:11
Danke dem Journalisten, der es wagt, sich diesem Thema ehrlich anzunehmen, was reißerisch klingt ist die reine Wahrheit. Ich erlebte es scho´n mehrmals, wie Menschen geflissentlich wegschauen,, wenn es ihrenMitmenschen schlecht geht, sie an Kreislaufversagen leiden, sie Schweißausbrüche bekommen, Übelkeit, Zum Glück ist noch niemand gestorben. Ich schämte mich und schäme ich heute - als wenn alle Menschen im Fernsehen leben und wir an-und ausgeschaltet werden können. Oder sie denken: dafür sind andere da. Selbst im Reisebus wurde keine Erste Hilfe geleistet - mit Reiseleitung! Der Egoismus der Einzelnen ist erschreckend, oft haben ich das Gefühl, von unserer deutschen Wirtschaft aber gewollt. Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst - so sehr lieben wir uns mal wieder oder immer noch, das unsere Nächsten krepieren können ohne das uns unser Mitgefühl warnt oder sich rührt. Nein,das liegt nicht am Fremdenhass, sogenannte Fremde sind mitmenschlicher als wir Europäer oder Deutschen. Christ sein wurde in den letzten Jahrzehnten mit wirtschaftlichen Erfolg verbandelt, und wer tot ist leistet keinen Beitrag zum Wirtschaftswachstum ist leider von daher kein Christ mehr. Makaber? In jedem Spott liegt ein Körnchen Wahrheit!
23:28
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23:23
Wegen solch einem unmöglichen Verhalten weinen nun 3 Kinder und seine Frau um ihn ..... ich hoffe das alle Personen die einfach weiter gegangen sind ein Leben lang ein schlechtes Gewissen haben... Ruhe in Frieden Günny .... In unsern Herzen lebst du weiter ......
Abschied von Günny
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=e2fBkxVpe7Q#!
22:26
das Ihr, die vorbeigefahren seid ,nie von anderen Hilfe erfahrt, Ihr habt es nicht verdient.
Könnte ich es, würde ich euch verfluchen.
12:56
Klasse: Nach ihrer Meinung also keine Hilfe leisten, sondern Buch führen über Nummernschilder oder was?
Derjenige, der hilft, hat sicher andere Dinge zu tun als Nummernschilder aufzuschreiben.
11:47
Nummerschilder aufschreiben von den Autofahrern die nicht helfen wollten.
Das wir für die Konsequenzen haben.
21:32
Das ist typische ELLENBOGENGESELLSCHAFT der Deutschen . fd . Feuerwehrmann/ AMUBULANC Fahrer.
21:10
Ich kann es nicht glauben, das Menschen in solch einer Situation vorbeigehen, Autoknöpfe runterdrücken und auch noch hupen, weil der EINZIGSTE Helfer mit seinem LKW die Strasse blockiert. Fast JEDER hat doch heutzutage ein Handy in der Tasche und hätte den Rettungswagen rufen können, die Menschen, die dort vorbeigegangen sind, müssen sich schämen. Zivilcourage hat sicher nicht jeder oder eben nur eine begrenzte Menge, aber man muss auch mal über seinen eigenen Schatten springen können, es könnte doch jeden von uns passieren und wenn dann keiner hilft, dann wird gemeckert. Der arme Mann, der es nicht überlebt hat, kann nicht mehr meckern, aber wie einsam, verlassen und hilflos muss der sich an seinem Lebensende gefühlt haben ?
Leben wir wirklich in einer Ellenbogengesellschaft, wo jeder sich selbst der Nächste ist ? Mitgefühl, Verantwortung, Aufmerksamkeit sind Tugenden, derer wir uns besinnen sollten.
Hochachtung vor dem LKW Fahrer, der in einer für ihn fremden Stadt, versucht hat ein Menschenleben zu retten. Kopfschütteln ernten bei mir hingegen die Menschen, die nicht die Not anderer sehen wollten und weitergingen bzw. nicht reagierten. Ich hoffe das sie nicht irgendwann auf die Hilfe anderer angewiesen sein werden !
Mein Mitgefühl ist bei der Familie des Mannes.
Dem Helfer wünsche ich, das er das Erlebte schnell verarbeitet und immer wieder so handeln würde, denn solche Menschen braucht die Welt !
18:21
.. für alle, die hier dumme Postings schreiben.
Und bedanke mich herzlichst bei dem LKW-Fahrer, der sein Möglichstes versucht hat.