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Mietrecht

Keine Provision mehr – Makler nimmt 20 Euro für Besichtigung

13.01.2016 | 01:00 Uhr
Keine Provision mehr – Makler nimmt 20 Euro für Besichtigung
Ein Oberhausener Makler-Büro verlangt für Besichtigungstermine Geld.Foto: Herbert Höltgen

Oberhausen.   Mieter müssen keine Maklerprovision mehr zahlen. Aber ein Makler aus Oberhausen hat eine neue Geldquelle erschlossen: Gebühr für Besichtigungen.

Das neue Mietrechts-Gesetz hat kuriose Auswirkungen auf den Oberhausener Wohnungsmarkt: Ein Makler lässt Wohnungsinteressenten zahlen – 20 Euro für eine Besichtigung.

Mieter müssen keine Provision mehr zahlen

Hintergrund: Seit Sommer 2015 müssen künftige Mieter nicht mehr generell die Maklerprovision zahlen. Der Makler wird von dem bezahlt, der ihn bestellt hat – und das ist meist der Vermieter. Der Gesetzgeber wollte mit diesem Besteller-Prinzip den Mieter entlasten.

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Bei der Vermittlung einer Wohnung mussten Mieter bis dato die Maklerprovision übernehmen. Das ist nun anders. Aber es gibt weiter Kosten-Fallstricke.

Paradoxerweise führt das bei einem Sterkrader Maklerbüro dazu, dass Wohnungssuchende zur Kasse gebeten werden. Sie zahlen eine Gebühr von 20 Euro für Besichtigungstermine. Denn seit Einführung des Besteller-Prinzips würden zwar immer mehr Besichtigungen vereinbart, doch viele Wohnungssuchende kämen gar nicht mehr zu den verabredeten Treffen. Ein noch einzigartiges Geschäftsmodell in der Stadt, heißt es vom Grundeigentümerverein "Haus und Grund".

Mika-Immobilien mit Sitz an der Neumühler Straße und fünf Mitarbeitern ist seit mehreren Jahren im Oberhausener Wohnungsmarkt-Geschäft. Inhaber Mirza Karagic sagt, das Wort „provisionspflichtig“ bei Wohnungsanzeigen habe früher wie ein Filter gewirkt. „Besichtigungen haben nur die Interessenten angefragt, die die Provision zahlen wollten, weil sie Interesse an einer Wohnung hatten.“ Kurz nach der zum Sommer 2015 wirksamen Gesetzesänderung hatten Karagics Mitarbeiter zwar mehr zu tun, aber weniger Erfolg: Von 187 Besichtigungsterminen im September 2015 etwa seien nur 69 eingehalten worden. „Wir haben aber ja trotzde m die Kosten.“

Interessenten werden im Vorfeld gefiltert

Mit der Gebühr sollen jene Mieter, die gar kein konkretes Interesse an einer Wohnung haben, abgeschreckt werden. „Acht von zehn Leuten zahlen die Gebühr aber“, sagt Karagic. „Mittlerweile haben wir ein Verhältnis von eins zu eins.“ Jeder gemachte Besichtigungstermin komme auch zustande.

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Wer eine Wohnung sucht, muss viel von sich preisgeben. Manche Vermieterfrage geht aber zu weit, und manchmal darf sogar gelogen werden.

Solch krasse Beispiele kennt Jochen Schütz, Leiter der Oberhausener Geschäftsstelle von Haus und Grund, sonst nicht aus der Stadt. „Hier war es ja bisher schon üblich, dass die Vermieter von sich aus die Courtage übernommen haben, um potenziellen Mietern diese Kosten zu ersparen.“ Schütz ist skeptisch, dass sich Mikas Modell auf Dauer in Oberhausen umsetzen lasse.

Verständnis hat Harald Bartnik vom Mieterschutzbund Mülheim/Oberhausen zwar für die Gebühren-Idee: „Allerdings wird ein erfahrener Makler schon am Telefon heraushören, ob er mit einem wirklich interessierten künftigen Mieter spricht.“

Andere Makler haben kein Problem mit Terminen

Andere Makler wie Ulrich Niesing, der seit 25 Jahren in Oberhausen als Makler tätig ist, sind die Erfahrungen, dass Wohnungssuchende nicht mehr zu Besichtigungsterminen kommen, unbekannt. „Wir filtern im Vorfeld schon, wer als Interessent in Frage kommt.“ Niesing meint, deutlicher als hier seien Auswirkungen durchs Bestellerprinzip auf angespannteren Wohnungsmärkten wie etwa Köln oder Düsseldorf zu spüren. „Dort war für jeden klar, der eine Wohnung mieten wollte, dass er natürlich den Makler zahlen musste.“

Stephanie Weltmann und Astrid Knümann

Kommentare
15.01.2016
11:51
Keine Provision mehr – Makler nimmt 20 Euro für Besichtigung
von joerndominik | #50

@ wonko4

Das Bedauerliche ist, dass die Bevölkerung (man) tatsächliche falsche Denken
und Zustände nicht mitbekommt, wenn man schon seit Jahrzehnten...
Weiterlesen

2 Antworten
Keine Provision mehr – Makler nimmt 20 Euro für Besichtigung
von wonko4 | #50-1

"falsche Denken und Zustände"
Und was richtig oder falsch ist entscheidet wer? Sie?

"haut auf den kleinen Selbständigen, zu denen i.d. Regel auch Makler zählen, herum und das schon seit Jahrzehnten gesteuert von Mißgunst und Neid."

Natürlich, alles nur Neider; und natürlich nur im Ruhrgebiet. In ganz Deutschland sind Immobilienmakler ein respektabler, gern gesehener Berufsstand, nur im Ruhrgebiet schlägt ihnen Missgunst und Neid entgegen.
Verarbeiten Sie da irgendwie persönliche Erfahrungen?

"Fragen sie doch hier einmal, wer in seinem Leben tatsächlich schon mal die Dienste eines Maklers in Anspruch genommen und ihn tatsächlich auch bezahlt hat."

Habe ich. Eine horrende Summe für eine lächerliche Leistung. Der Makler hat übrigens nicht nur bei uns (Käufer) sondern auch noch bei der Verkäuferin kassiert.
Die Regelung, dass der Makler von der Partei zu bezahlen ist, die ihn engagiert kam für uns leider zu spät.

Nebenbei steht es aber jedem frei, sich zu dem Thema zu äußern.

Keine Provision mehr – Makler nimmt 20 Euro für Besichtigung
von joerndominik | #50-2

@ wonko4

Entscheiden, entscheiden tue ich in diesem Zusammenhang gar nichts.
Das muss schließlich derjenige tun, den man als Endverbraucher bezeichnet
und der Dienstleistung gerne in Anspruch nimmt, aber dafür ungern bezahlt.
Und in dieser Hinsicht gibt es in unserer Heimat Ruhrgebiet Schwerpunkte.
Nicht umsonst wird das Revier als Hauptstadt des Neides bezeichnet und
aus der Richtung weht hier der Wind. Da ich meine Heimat liebe und mit
Bedauern zur Kenntnis nehmen muss, wie alles immer weiter den Bach
runter geht, weil man die falsche Brille auf der Nase hat und falsche Themen
in den Vordergrund stellt, erlaube ich mir diese erläuternden Zeilen und
möchte damit zur gesunden Selbstkritik aufrufen, die besonders wenig
an der Ruhr ausgeprägt ist.
Man könnte auch sagen: "Geht es weniger scheinheilig und prollig wie
z.B. in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen etc.?" Die Ruhr muss weg
davon, Ansprüche an andere, nicht aber an sich selbst zu haben.

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Keine Provision mehr – Makler nimmt 20 Euro für Besichtigung
Keine Provision mehr – Makler nimmt 20 Euro für Besichtigung
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http://www.derwesten.de/staedte/oberhausen/maklerbuero-torpediert-mietrecht-mit-gebuehr-fuer-besichtigung-id11449281.html
2016-01-13 01:00
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