Das aktuelle Wetter Oberhausen 13°C
Verlagsgründung

Magazin „Miroque“ entführt ins Mittelalter

14.04.2010 | 15:26 Uhr
Magazin „Miroque“ entführt ins Mittelalter

Oberhausen. Jan Kühr hat den Verlag „Histomedia“ gegründet und gibt nun das Mittelalter-Magazin „Miroque“ heraus. Mit einer Auflage von 25 000 Stück ist das 6,90 Euro teure Produkt an den Start gegangen, derzeit gibt es etwa 150 Abonnenten.

Man braucht schon etwas Mut, um einen Verlag zu gründen dieser Tage, in denen es der Wirtschaft nicht eben gut geht und der Zeitschriftenmarkt kaum zu den positiven Ausreißern gehört. „Stimmt“, sagt Jan Kühr, „aber wir bewegen uns in einem Bereich, in dem Luft war“. Der Bereich ist der der Mittelalter-Magazine. Mit seinem neuen Unternehmen Histomedia bringt Kühr nun eines heraus: „Miroque“.

Mittelalter ist angesagt, keine Frage. Volksfeste mit Minnegesang und Ritterspielen gibt es inzwischen zuhauf. Kühr, von der Epoche seit langem fasziniert, sieht diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen. „Viele Kommunen haben gedacht, damit könnten sie schnell eine Menge Geld machen“, sagt er über die Spektakel, die dann oft „mehr schlecht als recht“ gerieten.

Stabile Szene

Gleichwohl gibt es neben dieser Modeerscheinung offenbar eine stabile Szene Geschichtsinteressierter, deren Bedürfnissen der Fantasy-Kitsch ebenso wenig entspricht wie die Nüchternheit einer Fernseh-Dokumentation. „Mit authentischen Mitteln nachempfinden, wie die Leute damals gelebt haben“, das ist auch Kührs persönliche Passion, die sich in seinem Fall vor allem um das England des 15. Jahrhunderts dreht. In der Rolle eines deutschen Söldners reist er jeden Sommer in die Grafschaft Gloucestershire, wo Hunderte Gleichgesinnter die Schlacht von Tewkesbury nachstellen. „Die Übergänge zur Experimentalarchäologie sind da fließend.“

Die neue Zeitschrift bietet das Rüstzeug dazu. So finden sich etwa ein Rezept „Biersuppe à la Runneburg“ und das Schnittmuster für einen Waffenrock – die Kreuzzüge sind Titelthema der ersten Ausgabe. Gerade hat Kühr in Skandinavien für das zweite Heft recherchiert – Schwerpunkt: „Wikinger“. Herzstück der Hefte sind wissenschaftlich fundierte, fiktional gestaltete Beiträge bekannter Autoren, in der aktuellen Ausgabe etwa von Rebecca Gablé.

Auflage: 25 000 Stück

Mit einer Auflage von 25 000 Stück ist das 6,90 Euro teure Produkt an den Start gegangen, derzeit gibt es etwa 150 Abonnenten. Kühr, der mit seiner Firma nahe des Gewerbegebiets am Kaisergarten bereits vorher im Mittelaltermusik-Versand aktiv war, hat für die Verlagsgründung Thomas Vogel ins Boot geholt, den Chef des Musikmagazins „Sonic Seducer“. Zu Kührs fünf bisherigen Mitarbeitern kommt eine Redaktionsleiterin. Und fürs Lektorat zeichnet seine Mutter verantwortlich – die frühere Bürgermeisterin Gretel Kühr, mit ihrer Erfahrung als Geschichtslehrerin wohl bestens geeignet.

Helen Sibum

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3473650/create

Umfrage der Woche
Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Brings im Ebertbad in Oberhausen
Bildgalerie
Konzert
Stimmen zum Rauchen
Video
Video
Radrennen in Oberhausen
Bildgalerie
Pfingstradrennen
Wohnhausbrand in Lirich
Bildgalerie
Feuer
Aus dem Ressort
Bald beginnt die Sterkrade Fronleichnamskirmes
Volksfest
Das Volksfest sei nicht weniger bedeutsam als Crange, finden Schausteller. Am Mittwoch geht’s los.
Rot-Grün: Hallenbäder bleiben offen
Kommunalpolitik
Oberhausener Regierungskoalition beerdigt Sparplan der Stadtverwaltung. Schließung von Sterkrade und Alt-Oberhausen sollte 2,7 Millionen Euro bringen