„Lücke kann kaum gefüllt werden“

Die katholische Bekenntnisgrundschule St. Martin soll geschlossen werden. Der Rat entscheidet darüber am Montag, 22. Juni. Stadtdechant Peter Fabritz und der Katholikenratsvorsitzende Thomas Gäng nehmen Stellung dazu.

„Als die Zukunft der Katholischen Bekenntnisschule St. Martin vor etwa drei Jahren schon einmal auf dem Prüfstand stand, ist deren Schließung mit der Begründung abgewendet worden, dass hier eine besondere pädagogische und soziale Arbeit geleistet wird, die dem sozialen Umfeld der Schule voll entspricht. Das Argument, dass die Schule neun Schülerinnen und Schüler zu wenig hat, um die geforderte Mindeststärke von 92 Kindern zu erfüllen, überzeugt nicht! Nicht die Quote darf im Mittelpunkt stehen, sondern die einzelne Schülerin und der einzelne Schüler. Gerade in der Martinsschule bedarf es eines besonderen Zugangs zu den Kindern. Es ist eine Schule mit hohem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund, unterschiedlichen Religionen und Kulturen und auch Kindern aus sozial erheblich benachteiligten Familien. Aber gerade dort, wo diese Familien zu Hause sind, muss auch die Schule ihren Standort haben. Wir bitten die Schuldezernentin Frau Münich, diese Entscheidung zu überdenken und die Personalsituation an der Schule zu verbessern. Es darf nicht wieder der Fehler gemacht werden wie bei der Aufgabe der Hauptschule St. Michael, die den sozialen Anforderungen des Knappenviertels entsprochen hat, und die ausläuft. Die Lücke kann kaum gefüllt werden.“