Lobenswertes Engagement

Eine Million Euro wollen die Centro-Eigentümer locker machen, wenn sich die Oberhausener am 8. März beim Ratsbürgerentscheid für den Lückenschluss der Straßenbahnlinie 105 aussprechen. Eine Million, das hört sich erst mal recht viel an. Ist es aber nicht, angesichts der zig Millionen Euro, die in den vergangenen Jahren in Erweiterung und Renovierung des Einkaufszentrums gesteckt wurden und noch werden. Kommt der Lückenschluss und damit noch mehr Kunden, profitieren die Geschäfte und damit auch die Centro-Eigentümer in deutlich höherem Maße. Und wenn sich die Stausituation bei bis zu 40 000 Fahrzeugbewegungen rund ums Centro entspannt, weil Kunden von vom Pkw auf die Bahn umsteigen, dann wirkt sich das ebenfalls positiv aufs Geschäft aus, denn: Wer jetzt noch – aufgrund der zunehmend stressiger gewordenen Anfahrt – auf einen Einkaufsbummel verzichtet, wird umdenken.

Deutlich beeindruckender als die Millionen-Spende ist das Engagement von Einzelhändlern in der Oberhausener City, die dort zum Beispiel einen Wein- und Feinkostladen oder ein Whisky-Geschäft eröffnen. Denn sie gehen persönlich ein hohes finanzielles Risiko ein. Sie investieren in einer Gegend, die in den vergangenen Jahren viel von ihrer einstigen Attraktivität als fußgängerfreundliche Einkaufsmeile verloren hat. Dass sie mehr Unterstützung durch die Stadt und die Politik erwarten, ist verständlich. Sie hätten es verdient.