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Literaturnacht der Freude

25.10.2009 | 01:18 Uhr
Literaturnacht der Freude

Stimmung gut, Zahlen gut, Veranstaltungen gut. Alle waren angetan und zufrieden.

Gezählt hat er nur bei einer der vielen Veranstaltungen, und das nicht aus Langeweile, sondern weil er verblüfft war vom Andrang und es genau wissen wollte: „160 Leute saßen abends nach neun still da und hörten zu, wie Nina Petri las. Phänomenal!” Literaturnacht-Organisator „Balu” Kluge-Jindra ist nicht alleine mit seiner Einschätzung, dass die zum dritten Male von der Stadtbibliothek veranstaltete „Oberhausener Literaturnacht” ein Erfolg war. Wobei er klug genug ist, als Messzahlen für Erfolg nicht allein Zahlen sprechen zu lassen: „Obwohl wir uns über Andrang nicht zu beklagen brauchen, zählt für uns noch mehr die allgemeine Stimmung bei der Veranstaltung am Freitagabend.”

Geschäftsleute gehören dazu

Die war gut, auch die anrainenden Geschäftsleute waren angetan und gehören mittlerweile irgendwie zu den Mitveranstaltern. Ob spezielle Dekorationen in den Schaufenstern oder Sonderangebote mit literaturbegleitenden Lebensmitteln (manche mögen auf bestimmte Rotweine oder Teesorten je nach literarischem Genre nicht verzichten) – in der Langemarkstraße herrschte für ein paar schöne Stunden lang eine Stimmung, die an manche Eckchen in Paris, Florenz oder Lucca erinnern ließ.

Um zur eingangs erwähnten Lesung zurückzukommen: Die Schauspielerin Nina Petri war als Nicht-Literatin der Star, interpretierte sie doch Crime-Storys von Dorothy Parker und bringt zudem die Faktoren bekanntes Gesicht und bekannte Stimme mit. Aber auch Feridun Zaimoglu hatte im „Himmelszelt” sein Publikum und signierte anschließend zahlreiche Bücher im Bert-Brecht-Haus.

In dem herrschte noch bis kurz vor Mitternacht Betrieb – heute rechnet das Personal mal die Zahl der Buchungsvorgänge zusammen. So ganz ohne Zahlen kommt auch geschriebene, gelesene Kultur nicht aus.

Gustav Wentz

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