Lieferengpässe bei Babymilch

Auch der kleine Hu Shuang erkrankte durch das gepanschte Pulver an Nierensteinen.
Auch der kleine Hu Shuang erkrankte durch das gepanschte Pulver an Nierensteinen.
Foto: picture-alliance/ dpa
Was wir bereits wissen
Nachfrage aus China ist vor dem Neujahrsfest riesig. Drogerien begrenzen auch in Oberhausen die Abgabe.

Oberhausen.. Als eine Mutter jetzt in Oberhausen an der Kasse der Drogerie dm fünf Packungen Babymilchpulver kaufen wollte, nahm die Verkäuferin drei wieder vom Band. „Mehr als zwei pro Person dürfen wir nicht abgeben“, erklärte die Kassiererin. Es gebe Lieferschwierigkeiten.

Auf Nachfrage bestätigte dm-Geschäftsführer Christoph Werner: „Wir verzeichnen auf dem Markt eine extreme Nachfrage nach Säuglingsnahrungen, die die Hersteller nicht ausreichend bedienen können.“ Um Hamsterkäufe zu verhindern, entschied sich dm zur beschränkten Abgabe. Auch die Drogerie-Kette Rossmann entschloss sich laut Pressereferentin Anna Kentrath zu diesem Schritt.

Regale in Europa wie leergefegt

Die Nachfrage nach Milchpulver sei erstmals nach eineinhalb Jahren erneut gestiegen, sagt Stefan Stohl, Pressesprecher von Milupa. Nach Engpässen im Jahr 2013 habe Milupa die Produktion verdreifacht.

Dennoch sind die Regale in Deutschland, England und Holland aktuell immer wieder wie leer gefegt. Frank Maurer, Sprecher der Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW, macht dafür vor allem das Interesse aus China verantwortlich. Eltern misstrauten den heimischen Produkten. 2008 kam heraus, dass chinesische Hersteller die Babynahrung mit Melamin (Stoff zur Herstellung von Klebstoffen) gestreckt hatten. Seitdem lassen sich viele die Babynahrung aus Europa schicken. Am 19. Februar feiern die Chinesen das Neujahrsfest. Da sind die Pakete aus Deutschland besonders gefragt.