Leuchtturmprojekt für die Oberhausener City

Die Markthalle steht vor dem Abriss und soll dem neuen Jobcenter weichen.
Die Markthalle steht vor dem Abriss und soll dem neuen Jobcenter weichen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das geplante Jobcenter in Alt-Oberhausen soll mit einem integrierten Dachgarten Impulse setzen. Die Stadt bewirbt sich um Fördermittel des Bundes.

Oberhausen.. Das geplante neue Jobcenter in der Alt-Oberhausener Innenstadt soll zum Leuchtturmprojekt mit bundesweiter und gar internationaler Strahlkraft werden: Die seit Jahren leer stehende Markthalle könnte für ein Gebäude weichen, das mit einem integrierten Dachgewächshaus mitten in der Stadt Werbung für Oberhausen betreiben soll.

Ermöglicht werden soll dies durch Fördermittel des Bundesbauministeriums. „Kurzfristig wurde der Zugang zu den Fördertöpfen noch einmal geöffnet“, berichtet Planungsdezernentin Sabine Lauxen. „Darum können wir jetzt andere Pläne für das Gebäude verfolgen, die über das bisher Angedachte hinausgehen. So Projekte gibt es bislang nur in den USA – in Chicago und New York.“

Fraunhofer Institut als Kooperationspartner

Als Kooperationspartner steht der zuständigen städtischen Tochter, der Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM), das Fraunhofer Institut Umsicht zur Seite. Und das hat in einer Projektskizze schon einmal dargelegt, was in der Innenstadt entstehen soll. So soll das neu zu errichtende Gebäude als Ressource für Wärme, Wasser und Nährstoffe dienen. Das heißt: Abwasser wird gereinigt und hygienisiert und als Wasser- und Nährstoffquelle für die Pflanzen genutzt. Vorhandene Abwärme aus dem Gebäude wird zur Bereitstellung von Nutzwärme im Dachgewächshaus eingesetzt und mittels Wärmetauschern verfügbar gemacht. Kreisläufe werden nahezu geschlossen und der Ressourcenverbrauch reduziert.

Doch ist dies nur ein Teil des Projekts. Weiterhin soll das Objekt unter baukulturellen Gesichtspunkten geplant werden um so das Erscheinungsbild der Stadt zusätzlich positiv zu beeinflussen. Das Gebäude soll sowohl ästhetischen als auch technischen Anforderungen genüge tragen. Die städtische Bevölkerung soll durch direkte Beteiligung im Vorfeld, während der Umsetzung und auch während des Betriebs in das Vorhaben einbezogen werden.

Lebensmittel mitten in der Stadt

Neben der Lebensmittelproduktion mitten in der Stadt, erhofft sich Umsicht davon auch einen Schub bei Investitionen in umweltschonende und ressourceneffiziente Technologien.

„Wir haben nun bis zum 20. Mai Zeit, die entsprechenden Unterlagen an das Bundesbauministerium zu schicken“, so Lauxen. Die Teilnahme am Projekt wird heute Thema im Stadtrat sein. „Wenn wir die Mittel genehmigt bekommen wird das ein Leuchtturmprojekt.“ Ob Stadt, OGM und Umsicht ihre Pläne im Zweifelsfall auch ohne Bundesmittel umsetzen könnten, ist offen. Die Planungsdezernentin deutete an, dass die Mehrkosten nicht unerheblich sind. „Wir wollen die Pläne aber nicht in der Schublade verschwinden lassen.“