Letzte Kopfweiden als Naturdenkmal geschützt

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Im Statistischen Jahrbuch 2014 der Stadt Oberhausen sind neben Informationen zu Bevölkerungsstruktur und Wirtschaft auch Kleinode der Natur verzeichnet. So gibt es in Oberhausen noch zwei Kopfbaum-Reihen, die als Naturdenkmal besonderen Schutz genießen. Heinz-Hermann Verholte vom Oberhausener Naturschutzbund (Nabu): „Es gibt darüber hinaus noch einige einzelne Kopfweiden. Ich schätze, es sind so um die 200.“ In den letzten Jahren habe ihre Zahl jedoch abgenommen. Ein Grund: Sorgten Aktive des Nabu über viele Jahrzehnte für die Pflege dieser Gehölze, so fehlt es inzwischen am Nachwuchs: „Außerdem wurde die finanzielle Förderung für solche Projekte heruntergefahren“, sagt Verholte. Inzwischen legen die Naturschützer vor allem da Hand an, wo Gefahr beispielsweise durch abbrechende Äste droht.

Die Pflege dieser bizarr anmutenden Gehölze sei jedoch ein aktiver Beitrag zur Landschaftspflege, sagt die Stadtverwaltung. „Neben der positiven Wirkung auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt ist ein Gebiet mit Kopfbäumen landschaftlich reizvoll und stellt eine alte Kulturlandschaft dar“, erklärt Verholte. Früher wurden die Ruten und das Holz in der Korbflechterei, zur Herstellung von Weidenzäunen, Fertigung von Gerätestielen, im Fachwerkbau und als Brennholz verwendet. Das ist längst vorbei: „Wir bekommen heute das geschlagene Holz kaum mehr verschenkt.“

Die Kopfweiden bieten allerdings zahlreichen Tieren wichtige Unterschlupfmöglichkeiten. Hohlräume dienen als Lebensraum für Wirbeltiere, hoch spezialisierte Insektenarten und andere Tierarten. Kopfbaumbestände bestehen vor allem aus Weiden, Pappeln und Eschen. Die typische Form wird durch einen besonderen Schnitt erreicht. Alle Kopfbäume schlagen nach dem Kappen leicht wieder aus, sagen die Experten. Allerdings können durch die zahlreichen Schnittstellen Pilzsporen und Wasser in den Baumstamm eindringen. Die auftretende Fäulnis zerstört das Kernholz, der Baumstamm höhlt aus.

Um sie zu erhalten, sollte man alle fünf bis sieben Jahre die Äste nahe am Kopf abschneiden. Kopfbäume jedoch, die länger als 20 Jahre nicht geschnitten wurden, sollten nicht mehr gestutzt werden.