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Lesen erleben

09.03.2009 | 20:37 Uhr
Lesen erleben

Am 11. Mai wird Oberhausen wieder Lesestadt: Bei bis zu 200 Aktionen können alle "Lesen Erleben". Jetzt werden möglichst viele Freiwillige gesucht.

Frag' nicht, was deine Stadt dir vorlesen kann, frag' lieber, was du deiner Stadt vorlesen kannst. . . So könnte man das Motto des Lesetags im Rahmen der Aktion „Lesen erleben” umschreiben. Oder so ähnlich: „Das Prinzip der Lesestadt ist, dass sich möglichst viele eigenverantwortlich beteiligen”, sagt Hans-Dietrich Kluge-Jindra von der Stadtbibliothek. So soll's auch am 11. Mai sein – wenn den ganzen Montag über bei bis zu 200 Aktionen in der Stadt der Spaß am Lesen spürbar sein soll.

Vor drei Jahren hat Oberbürgermeister Klaus Wehling die Aktion initiiert: Er will Oberhausen zur „Lesestadt” machen. „Es gibt große Unterschiede innerhalb der einzelnen Familien, welchen Stellenwert Bücher haben”, sagt Wehling, und Kluge-Jindra führt aus: „42 Prozent aller Eltern sagen, dass sie gar nicht oder wenig vorlesen.”

Bildungswerke und Betriebe sind dabei

Die Folgen dieser Tatsache lassen sich nicht nur an den sprachlichen Fähigkeiten der Kinder ablesen. Die rundum sinnliche Erfahrung Vorlesen wird deshalb am 11. Mai zum Beispiel beim Projekt des Familienbildungswerks des Friedensdorfes im Vordergrund stehen: Dort bekommen ganz kleine Zuhörer Märchen erzählt, da gehe es auch darum, Nähe zu erfahren, erläutert Petra Schwatlo-Drescher vom Friedensdorf.

Die Bildungswerke der christlichen Kirchen in Oberhausen organisieren ihr Programm auch schon, und Betriebe werden wieder mitmachen, hat Wilhelm Kurze von IHK und Kreishandwerkerschaft erfahren; Kurze ist Vorsitzender der Literarischen Gesellschaft Oberhausen, der Trägerin von „Lesen erleben”.

„Das ist etwas, was wir uns – Haushaltskonsolidierung hin, Haushaltskonsolidierung her – weiterhin leisten werden”, verspricht Wehling, und dieses Versprechen wird relativ leicht zu halten sein: Für den Lesetag gibt es kein eigenes Budget, investiert wird die Arbeitszeit der städtischen Mitarbeiter – und eben viel freiwilliges Engagement. Auch der Oberbürgermeister wird wieder vorlesen, wo, weiß er noch nicht. Heute Abend wird er vermutlich eher leise lesen, John le Carré oder Helmut Schmidt. Bis zu 30 Seiten schaffe er vor dem Einschlafen, sagt er und lächelt – „manchmal auch nur eine halbe. . .”

Anmeldungen an:

Wer mitmachen möchte, kann sich im Ehrenamtsbüro der Stadt informieren und anmelden: Bei Harald Elke gibt es nicht nur Tipps für mögliche Aktionen, die Freiwilligen-Agentur hat sogar Vorleser in der Kartei – auch für Türkisch, Russisch, Italienisch, Französisch und andere Sprachen. Informationen gibt's unter  825 81 11 oder per E-Mail: harald.elke@oberhausen.de. Aktionen sollen sich regelmäßig aktualisiert unter "Lesen erleben" auf der Homepage der Stadtverwaltung finden: www.oberhausen.de

Monika IDEMS

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