Lebenshilfe feiert in Oberhausen herzlichen Karneval

Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Was wir bereits wissen
1000 Gäste mit und ohne Behinderung feiern bei der Lebenshilfe Karneval. Jürgen Drews heißt der Stargast. Alstadener Inklusionsgarde erhält langen Applaus.

Oberhausen.. Da war auch Prinz Karneval gerührt: Bei der Sitzung der Lebenshilfe am Dienstagabend feierten 1000 kostümierte Narren in der Luise-Albertz-Halle das Brauchtum in seiner herzlichsten Form: „Jeder ist ein Teil des Ganzen!“ Auch auf Jecken, die schon alles gesehen hatten, wirkte die mehrstündige Sitzung besonders. Ein Narrenwerk, das Augen öffnete.

„Die authentische Stimmung spüren die Gäste auf, neben und hinter der Bühne“, sagt Rainer Lettkamp, Geschäftsführer der Lebenshilfe. Recht hatte er. Zumal mit Schlagersänger Jürgen Drews („Ein Bett im Kornfeld“) ein attraktives Zugpferd zugesagt hatte.

Stars aus den eigenen Reihen

Die größten Stars kamen jedoch aus den eigenen Reihen. Beispiel: Alstadener Bären. Die Karnevalsgemeinschaft hatte vor einem Jahr eine Inklusionsgarde gegründet.

Vier junge Leute aus dem Behindertensport Oberhausen (BSO) stiegen mit den Mädchen der Alstadener Bären auf die Bühne. „Sie kommen ursprünglich aus Sportarten wie Schwimmen, Basketball, Rudern, Kanu und Hip-Hop“, erzählt Jörn Derißen vom Behindertensport Oberhausen. „Man muss allen jungen Leuten einen großen Dank aussprechen — das Ergebnis ist bunt, vielfältig, voller Spaß.“

„Die Mädchen in der Garde hatten keine Vorbehalte, waren offen für Neues“, ergänzt Uwe Hetkamp, Vorsitzender der KG Alstadener Bären, die eine Inklusionsgarde zunächst als einjähriges Projekt starteten, dieses aber nach dem Erfolg unbefristet fortführen möchten.

Die Arbeit innerhalb der Garde beschränkt sich freilich nicht nur auf das Üben, sondern beinhaltet auch Trainingslager und gemeinsame Nachtwanderungen.

Büttenredner, Kapellen, Mariechen

Derißen: „Besonders schön ist auch, dass die Inklusionsgarde im Motto und Orden der Karnevalsgemeinschaft auftaucht.“ Trainerin Margit Fink war vom Auftritt in der großen Luise-Albertz-Halle sichtlich beeindruckt: „Es ist toll zu zeigen, was im Karneval alles möglich ist. Die Leidenschaft am Tanz besitzen alle gleichermaßen, ob nun mit oder ohne Behinderung.“

Die Herzlichkeit im Rund kam an: Bei Büttenrednern, Musikkapellen und Funkenmariechen klatschten die Jecken mit — schon zum 42. Mal lockte die Lebenshilfe so zum kollektiven Helau.