Leben als Überlebender

Sally Perel ist einer der letzten Zeitzeugen und Überlebenden des Naziregimes – und in Oberhausen ein gern gesehener Gast. Jetzt besuchte er unter anderem das Hans-Böckler-Berufskolleg, um Schülern von heute die Zeit von damals nahezubringen. Er erzählte, wie es ihm gelungen ist, als Jude in einer Hitlerschule die Nazi-Zeit zu überleben.

Schüler sahen Film zum Thema

Sally Perel, der dieses Jahr 90 Jahre alt wird und mittlerweile in Israel lebt, berichtete den Oberstufenschülern der Handelsschule und Höheren Handelsschule, wie er sich zur Nazi-Zeit als Volksdeutscher ausgab. Nur so konnte er überleben. Im Vorfeld hatten die Schüler den Film „Hitlerjunge Salomon“ gesehen, der auf Perels gleichnamigem Buch basiert.

Der 89-Jährige erzählte zunächst fast zwei Stunden lang und fast ohne auf sein Skript zu schauen seine unglaubliche Geschichte. Anschließend hatten die Schüler die Gelegenheit, Spannendes zur Entstehung des Films zu erfahren und Fragen zu stellen.

Sally Perel hat es sich zur Aufgabe gemacht, als einer der letzten Holocaust-Zeitzeugen der Jugend von heute zu berichten, was den Juden zur Nazi-Zeit angetan wurde. Immer wieder berichtet er von der inneren Zerrissenheit, die ihn jahrelang als Jude unter Nazis begleitete, der Angst, entdeckt und ermordet zu werden.

Den 16- bis 20-Jährigen, denen er jetzt in Oberhausen in der Schulaula gegenübersaß, möchte er mit auf den Weg geben, dass sich die Geschichte niemals wiederholen darf.

Obwohl der Holocaust auf dem Lehrplan jedes deutschen Schülers steht, hat die persönliche Perspektive Perels den Jugendlichen einen neuen Einblick in die Geschichte gegeben und mit Sicherheit das eine oder andere Detail gelehrt, das der Geschichtsunterricht bisher nicht vermitteln konnte, davon sind Lehrer und Schüler überzeugt.