Lästige Werbekärtchen an Autos in Oberhausen

Vor allem Besitzer älterer Autos haben immer wieder das zweifelhafte Vergnügen mit den Visitenkarten verschiedener Autoaufkäufer. Foto:Eickershoff
Vor allem Besitzer älterer Autos haben immer wieder das zweifelhafte Vergnügen mit den Visitenkarten verschiedener Autoaufkäufer. Foto:Eickershoff
Foto: WAZFotoPool
Was wir bereits wissen
Die Verteilung ist in Oberhausen nicht erlaubt. Das Verbot durchzusetzen und die Urheber zu verfolgen, ist für die Stadt allerdings schwer.

Oberhausen.. Meistens treten sie nur vereinzelt auf, in manchen Fällen aber auch über ganze Straßenzüge verteilt: Die Rede ist von den kleinen Visitenkarten mit Ankaufsangeboten, die von Autohändlern vor allem an älteren Fahrzeugen immer wieder angebracht werden. Doch nicht nur für Autofahrer sind die lästigen Werbeträger ein Problem, auch die Stadtverwaltung hat zu der aufdringlichen Werbung eine klare Haltung.

Eine Ordnungswidrigkeit

Ist das Fahrzeug ein älteres Modell, hat es Dellen und Kratzer oder wird bald wieder eine Hauptuntersuchung fällig, dann ist das Auto schon ein potenzieller Kandidat für eine oder sogar mehrere der Verkaufs-Aufforderungen. „Kaufe sofort“, „Verkaufen sie jetzt oder später“ oder: „zahle Höchstpreise“ - solche Sprüche prangen prominent auf den zumeist bunten Kärtchen, die von Händlern im Fensterbereich der parkenden Fahrzeuge angebracht werden.

So manch einer der betroffenen Autofahrer hat zwar aus der Not bereits eine Tugend gemacht und präsentiert zur Vermeidung weiterer Offerten eine deutlich sichtbare Sammlung im Innenraum seines Autos, doch viele der genervten Besitzer entsorgen die Kärtchen, trotz gut gemeinter Aufdrucke wie „Bitte werfen sie diese Karte nicht auf dem Boden“, auch einfach direkt an Ort und Stelle. Auch deswegen ist die Haltung der Stadt Oberhausen zu den Verteilaktionen recht eindeutig: „Faktisch ist das Verteilen der Kärtchen in unserer Stadt verboten. Die Werbung stellt eine erlaubnispflichtige Sondernutzung dar, welche das Ordnungsamt der Stadt Oberhausen aber in einem solchen Fall nicht genehmigen würde“, erklärt Stadtsprecher Martin Berger auf Nachfrage der NRZ.

Ordnungswidrigkeit bei Kärtchen

Die Stadtverwaltung stützt sich dabei insbesondere auf ein Urteil des Oberlandesgerichts in Düsseldorf aus dem Jahr 2010, in dem entschieden wurde, dass die Städte alleine über die Genehmigung von Verteilaktionen auf ihren Straßen entscheiden dürfen. „Auch wenn die Karten nicht unbedingt kübelweise auf den Straßen liegen, sind sie doch ein Ärgernis, das auffällt“, sagt Berger und nennt damit auch gleich einen der Gründe für das Quasi-Verbot von Seiten der Verwaltung.

Wer die Kärtchen trotz fehlender Erlaubnis an fremden Autos befestigt, der begeht eine Ordnungswidrigkeit. Diese kann mit einem Bußgeld bis zu 1000 Euro bestraft werden - zusätzlich kommen dann auch noch die Gebühren, die für die Genehmigung einer erlaubten Sondernutzung fällig geworden wären, hinzu.

Ermittlungen sind schwierig

Die aktive Verfolgung der Urheber, sollten diese nicht auf frischer Tat erwischt werden, fällt den Behörden aber häufig schwer: In vielen Fällen ist auf den Kärtchen lediglich die Nummer einer Prepaid-Handykarte verzeichnet, die oft nicht eindeutig einer bestimmten Person zugeordnet werden kann. Weitergehende Ermittlungen gestalten sich in diesem Fall dann so zeitintensiv und schwierig, dass eine Verfolgung in keinem Verhältnis mehr zum eigentlichen Vergehen stehen würde. In Oberhausen gab es auch aus diesem Grund noch keinen Fall, in dem eine entsprechende Geldbuße verhängt wurde.

Deshalb werden die kleinen Karten wohl auch in Zukunft eine lästige Begleiterscheinung beim Rundgang durch das Stadtgebiet bleiben. Zumindest im Internet sorgen die bunten Kärtchen aber derweil für Erheiterung: Mit dem „Autokärtchen-Museum“ wurde eine Webseite gegründet, die mit nicht ganz ernst gemeinten Kommentaren die von Lesern eingesendeten Exemplare präsentiert – mit dabei sind auch schon Karten aus der Region.