Lärm-Streit um Sportstätten in Oberhausen-Buschhausen

Etliche Häuser stehen in unmittelbarer Nähes des Sportplatzes in Buschhausen.
Etliche Häuser stehen in unmittelbarer Nähes des Sportplatzes in Buschhausen.
Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Weil die Lärmschutzauflagen für Sportstätten gelockert werden, hoffen Sportvereine auf neue Regelungen. Die Anwohner fürchten allerdings Nachteile.

Oberhausen.. Wie kürzlich bekannt wurde, plant die Bundesregierung, die strengen Lärmschutzauflagen für den Betrieb von Sportstätten zu lockern. Demnach steht das Verbot, sonntags zwischen 13 und 15 Uhr auf Fußballplätzen zu trainieren oder zu spielen, auf der Kippe. Ein Vorstoß, der auch Oberhausener Sportvereine aufhorchen lässt. An einem Sportplatz gibt es seit Jahren immer wieder Streit wegen des Sportlärms. „Wir wissen, dass es in Buschhausen besonders schlimm ist“, so Stadtsprecher Martin Berger. Vorerst sei der Konflikt aber entschärft. Es hätte keine Beschwerden mehr gegeben, seit die Sportanlage eingezäunt ist.

Nur vier Stunden Spielzeit pro Tag

Die geplante Lockerung der Lärmschutzauflagen könnte den Zwist allerdings wieder anfeuern, denn: Der SC Buschhausen und TuS Buschhausen teilen sich zwei Fußballplätze, die mitten in einem Wohngebiet liegen, einen großen und einen kleinen, der erst vor ein paar Jahren ausgebaut wurde. Vorher befanden sich auf dem Gelände Tennisplätze.

„Auf dem kleineren Platz dürfen wir nur vier Stunden pro Tag spielen“, erzählt Paul Mracsek, seit 25 Jahren Vorsitzender des SC Buschhausen 1912. „Das ist für unseren Spiel- und Trainingsbetrieb eine erhebliche Einschränkung.“ Besonders an Sonntagen werde es sehr eng, weil auch auf dem größeren Platz zwischen 13 und 15 Uhr nicht gespielt werden dürfe. „Wir haben diese Probleme, weil Anwohner sich immer wieder beschwert und einen Vergleich erwirkt haben“, so Mracsek, der auf die Lockerungen der Auflagen hofft.

Flutlicht stört Anwohner

Ganz anders sieht das Dorothee Effenberger. Sie und ihr Mann wohnen in unmittelbarer Nähe zum Sportplatz. Der kleine Garten hinter dem Haus schließt mit dem Fangzaun des Fußballplatzes ab. „Wenn hier jeden Tag ein Ball auf den Gartentisch fliegt, ist das schon sehr nervig.“ Aber noch schlimmer für die Effenbergers: Gut fünf Meter von ihrem Wohnzimmerfenster entfernt steht auch der Flutlichtmast, der besonders in den Abendstunden zum Aufreger wird. „Wenn wir dann hier auf dem Sofa sitzen, ist es tag-hell“, so Effenberger. „Weihnachten können wir auch vergessen: Kerzen, Lichterkette, brauchen wir nicht, sieht man sowieso nicht.“ Die Frustration ist ihr deutlich anzumerken.

Paul Mracsek versteht das nicht: „Wer an einen Sportplatz zieht, der muss doch wissen, dass da auch gespielt wird.“ Das gilt zwar für einige Anwohner des Buschhausener Platzes, Effenberger sagt allerdings: „Wir waren zuerst da. Früher, als hier noch der Tennisplatz war, hatten wir überhaupt kein Problem mit Lärm oder Licht. Dann wurde es ein Bolzplatz und jetzt ist es ein ausgebauter Fußballplatz, der fast bis in unseren Garten reicht. Plötzlich stand dann der riesiger Flutlichtmast vor dem Fenster.“ Die beschränkte Spielzeit sei nur ein kleiner Trotz, und an die würde sich der Verein oft auch gar nicht halten.

„Problem liegt oft nicht beim Verein“

Die Probleme beider Seiten kennt Jürgen Schneider. Er ist mit einigen Anwohnern befreundet und war 20 Jahre lang Mitglied des SC Buschhausen. „Oft konnte der Verein gar nichts für den Lärm außerhalb der erlaubten Zeiten. Ich habe etliche Jugendliche erlebt, die über den Zaun geklettert sind und gelärmt haben, sogar an Karfreitag. Und dann auch noch rotzfrech waren, als sie den Ball in den Garten geschossen haben“, sagt Schneider, der auch Fans erlebt hat, die sich daneben benommen haben. „Da flogen Bierflaschen in die Gärten. Natürlich wird man dann sauer.“

Ob die geplante Lockerung der Lärmschutzauflagen auch den kleinen Platz in Buschhausen betrifft, bleibt abzuwarten. „Sollte das Gesetz kommen, müsste der Verein als Betreiber eine Neuregelung der Spielzeiten beantragen, die dann geprüft wird“, erklärt Stadt-Sprecher Berger.

Vielleicht würde eine Lockerung der Regelungen auf dem großen Platz in Buschhausen ja sogar Erleichterung bringen, sowohl für die Vereine als auch für die Anwohner.