Das aktuelle Wetter Oberhausen 22°C
Einzelhandel

Läden verlassen die City in Oberhausen

03.08.2012 | 18:00 Uhr
Läden verlassen die City in Oberhausen
So sieht das Centro aus der Vogelperspektive aus. Foto: Hans Blossey

Oberhausen. Kurz vor der Eröffnung der großflächigen Erweiterung des Einkaufszentrums Centro in der Neuen Mitte gerät die Oberhausener Innenstadt noch stärker unter Druck. Der Wegzug des Kaufhofes hat offensichtlich die Chef-Kontroller der großen Handelsunternehmen noch einmal neu rechnen lassen. Ergebnis: Weitere bekannte Geschäfte an der Marktstraße werden den Standort in nicht allzu langer Zeit verlassen.

Nach längerem Zögern und mehreren halbherzigen Dementis haben den Wegzug aus der City nun die Kaffeeladen-Kette „Tchibo“ und die Modekette „New Yorker“ offiziell bestätigt. Die Buchhandlung Thalia hält sich mit klaren Worten noch zurück und sagt, derzeit gebe es noch „keine konkreten Schließungspläne“. Aber was heißt das schon in diesen Zeiten, in der Thalia sogar die zentrale Einkaufsstraße in der Essener City verlässt – und im Centro ihr Geschäft zur Superfiliale von 480 auf 1000 Quadratmeter aufbläst.

Der sonst so froh gestimmte Citymanager Franz-Josef Muckel schätzt die Lage diesmal recht pessimistisch ein: „Wir werden weiterhin schrumpfen. Es wird auch immer weniger Leute geben, die einkaufen.“ Die Stadt verliere weiterhin Bewohner. Muckel sieht einen Grund für die schlechte Lage im Kern der Stadt in den großen Einkaufszentren: „Die sind eine enorme Konkurrenz für alle Stadtteile.“

Was sagen die Filialisten selbst zur Aufgabe des City-Standorts?

Tchibo

Tchibo-Sprecher Andreas Engelmann: „Ja, unsere Filiale an der Marktstraße schließt zum 31. Oktober 2012. Die letzten Verkaufstage werden wohl in der dritten Oktoberwoche sein. Wir gehen da aus betriebswirtschaftlichen Gründen weg“, sagt Engelmann. Man habe geprüft, wie sich der Standort in Relation von Mietkosten zu Kundenfrequenz rechnet und die zukünftige Geschäftsentwicklung wohl aussieht – und da habe die Marktstraße schlecht abgeschnitten. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, betont Andreas Engelmann, „gerade weil wir wissen, dass unsere Filialen beliebte Treffpunkte für viele Menschen sind.“ Wenn diese aber nicht genug Umsatz bringen, würden Konsequenzen gezogen. Die sechs Mitarbeiterinnen der Marktstraße-Filiale werden nach der Schließung ortsnah in anderen Tchibo-Filialen eingesetzt. Ein Lichtblick: „Es gibt eine zeitnahe Folgelösung aus einer anderen Branche“, sagt Muckel.

New Yorker

Der zweite im Bunde derjenigen, die die Marktstraße verlassen, ist das Modehaus „New Yorker“. Die Filiale mit einer Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern besteht seit August 1991. Sie wird im Frühjahr 2013 ihre Pforten schließen, teilte Sprecher Colien Burghardt mit: „Im Zuge der Expansion fokussiert New Yorker nur größere Flächen, damit das Warenangebot in voller Breite präsentiert werden kann. Neben neuen Filialen versuchen wir daher auch sehr kleine Filialen durch größere in adäquater Lage zu ersetzen. Daneben wollen wir unsere Präsenz durch den flächendenkenden Einsatz unseres neuen Ladenbaukonzeptes vereinheitlichen. Daher entstand 2011 die New Yorker-Filiale im Centro mit mehr als 750 Quadratmetern.“ Die Mitarbeiter von der Marktstraße würden nach Schließung in umliegenden Stores weiterbeschäftigt.

Thalia

Auch die Buchhandlung Thalia soll die Marktstraße verlassen wollen, heißt es seit Wochen in Gesprächen mit Ladeninhabern an der Marktstraße. Alles nur Gerüchte? Muckel hält das Aus für Thalia an der Marktstraße mit Blick auf die Entscheidung in Essen für nicht unwahrscheinlich.

Allerdings widerspricht noch Thalia-Pressesprecherin Mirjam Berle Schließungsplänen für die City: „Ich kann Entwarnung geben. Derzeit gibt es bezüglich unserer Buchhandlung auf der Marktstraße keine konkreten Schließungspläne.“ Ein klares Dementi sieht anders aus. Sehr aufwändig erweitert die Buchhandlung Thalia schließlich im Centro – und hat da bald ein Vorzeige-Buchhaus auf zwei Etagen in Oberhausen.

Astrid Knümann



Kommentare
09.08.2012
15:44
Läden verlassen die City in Oberhausen
von michelino | #28

Wie jemand eine Stadt findet, ist für gewöhnlich Geschmacksache, aber Ihnen kaufe ich Ihre Meinung nicht ab, da Sie kein Interesse daran haben, was positives über Essen zu schreiben. Ich halte mich daran, was mir auswärtige Besucher berichten und wie das Besucheraufkommen in der Stadt ist und die sprechen eine andere Sprache als Sie. Essen ist ein beliebtes Ziel, wenn es ums Shoppen geht und Sie werden es nicht ändern, sogerne Sie es möchten- Bez der Geschäfte im Kettwiger Tor laß ich anderes, aber wenn denn Toscani und Tschibo nicht wieder kommen, ist nichts verloren, da diese Lokale immer noch doppelt in der City vorhanden sind. Über den LP machen Sie sich mal keine Sorgen, denn alle Lokale sind vermietet. Mehr geht nicht.

08.08.2012
00:00
Läden verlassen die City in Oberhausen
von matti498 | #27

Die Nachfrage bestimmt das Angebot....oder andersrum?

Ich weiß es nicht so genau... bin wahrscheinlich nicht schlau genug ;-)

Mein Geld gebe ich aber gerne aus, für Dinge die ich nun mal brauche... siehe "Warenkorb" i Lexikon....

Kleine Behauptung:
Wenn ich in Alt-OB wohne, was ja so zwei bis acht Menschen machen... dann muß ein entsprechender Laden auch laufen....

entweder sind die lokalen anwohner nicht patriotisch genug... oder die Unkosten für die Unternehmen zu hoch (Mieten oder die Abgaben an die Stadt - vgl. mit Manhatten oder London City) oder sonst was...

1 Antwort
Läden verlassen die City in Oberhausen
von Oberhausenallesklar | #27-1

Das machen die Oberhausener auch; im Bero, Sterkrader Tor, den vielen Supermärkten, die in den letzten Jahren gebaut wurden (in der Nähe der Marktstr. etwa auf der Mülheimer) usw. Und wenn es was Besonderes sein soll, dann geht es halt ins Centro.

07.08.2012
21:38
Läden verlassen die City in Oberhausen
von Stukkadierta | #26

kleiner Nachtrag: Für Sie mag das Centro keine Alternative zur Essener Innenstadt sein- für Millionen anderer Menschen pro Jahr schon. Sie brauchen sich nur Zahlen, wie etwa Passanten-Frequenzen oder Zentralitätskennziffer anschauen. Und für den LP sucht eine Frau Lang regelmäßig neue Mieter auf Immobilienscout. Auch hier scheinen Sie sich wenig auszukennen.

07.08.2012
21:33
an Micheloni
von Stukkadierta | #25

Tja, Sie scheine sich ja in Ihrer Heimat Essen noch weniger auszukennen, als in Oberhausen. Toscani hat nicht vorrübergehend geschlossen, sondern laut einem Aushang an der Tür des Ladens sich dort für immer verabschiedet. Auch Tschibo wird dort nicht mehr zurückkehren. Und ansonsten wären Ihre Vorschläge ganz gut, wenn nicht dauernd von Ihrer Seite aus versucht wird, zu provozieren und Müll einfließen zu lassen. Oberhausen habe die Innenstadt für ein Einkaufscenter ohne Herz und Seele aufgegeben. Was ist denn dann der LP? Ein Traditionscenter? Wie eine graue Mauer schneidet er die Innenstadt ab, hierfür wurde gar ein unter Denkmalschutz stehendes Kaufhaus abgerissen. Essen hat eine fast 200jährige Buchhandlungstradition für ein seelenloses Bücherkaufhaus aufgegeben. Hat Primark bei Ihnen eine Seele? Die Rathausgalerie sieht aus, als habe man ein Stück Flughafenhalle nachgebaut. Eine kältere und lieblosere Innenstadt, als in Essen,gibt es wohl kaum.Und gerade hier sah es mal anders aus.

07.08.2012
16:15
Stukkadierta | #23
von michelino | #24

Sie sind es, der mit platten Parolen gegen Essen nervt. Wir reden hier über Oberhausen und nicht von Essen. Nur zu Ihrer Info: Tschibo, Toscani etc. sind vorübergehend geschlossen, da das Geschäftshaus Kettwiger Tor renoviert wird. Danach dürfen Sie dort gerne wieder ein Eis essen. Nordsee war natürlich ein großer Verlußt! Der LP ist IMMER ausgebucht, also? Zu Essen gibt es keine Alternative, schon garnicht das Centro..

Aber zurück zur Oberhausens Innenstadt: Der Zug dafür, hier zugkräftige Geschäfte anzusiedeln, ist abgefahren. Die befinden sich großenteils im Vergnügungspark Centro. Es war meiner Meinung nach ein Fehler, auch noch das Sterkrader Tor zu bauen, weil dieses ähnlich wie das Bero Center auch Dinge des täglichen Bedarfs anbietet und das mit kostenlosen Parkplätzen. Eine weiteres Eigentor der Oberhausener Politiker und Stadtplaner. Dennoch kein Grund, wie anderswo gefordert, die Innenstadt abzureißen. Vorschläge, was zu tun ist, entnehmen Sie meinem letzten Kommentar #22

06.08.2012
22:34
Läden verlassen die City in Oberhausen
von Stukkadierta | #23

Kritik ist durchaus angebracht,aber die inzwischen hohlen Kommentare der Essener nerven doch sehr.Saturn,C & A,Bonita,Nordsee,selbst Tschibo,die Eisdiele (Toscani?)unten auf der Kettwiger ist weg, Müller,We,Mexx, S.Oliver, Wormland usw. alle aus der Einkaufsstraße verschwunden. Demnächst sogar Thalia,dennoch meinen die Essener, hier doofe Sprüche machen zu können. Im Gegensatz zum Limbecker Platz muss das Centro nicht auf Immobilienscout auf Mieterjagd gehen-das unterscheidet die Einkaufscenter wohl.Im Centro schließt Thalie auch nicht, sondern verdoppelt die Verkaufsfläche. Ebenso Wormland,P & C hat im Centro bald mehr Fläche,als in Essen,der Kaufhof im Centro, der dort schon größer ist, als in Essen,hat einen weiteren Laden eröffnet.Die Essener Innenstadt hingegen hat heute mehr Probleme,als je zuvor,Schließungen, Leerstand und immer mehr Billigläden prägen das Bild.Die Alternative zur Oberhausener Innenstadt heißt Centro- die Alternative zur Essener Innenstadt heißt auch Centro.

06.08.2012
16:23
mitternachtsonne | #19
von michelino | #22

Die Filialisierung, die Sie hier kritisieren, definiert sich ja nicht nur durch die EKZ. Sie setzte schon vor 25 Jahren in unseren Innenstädten ein und zerstörte durch ihre Massenwahre und angetriebene Mietanstiege den Fachhandel. Die Chance, aus dieser Situation heraus ein neues Angebot zu schaffen, welches einen Gegenpol zu den von Filialisten geprägten großen Innenstädten und EKZ darstellt, räume ich kleineren Städten wie Alt-Oberhausen oder einigen Stadtteilen im Ruhrgebiet ein. Der Mix aus Wohnen, Gastronomie, urbane Gestaltung des Umfeldes, Kultur u. Geschäften der Nahversorgung ist der Schlüssel zum Erfolg, Je eher Politiker, Händler, Eigentümer und Bürger das begreifen, um so besser.

06.08.2012
16:06
Läden verlassen die City in Oberhausen
von peterlustiglebt | #21

!!!halleluja her pastor....da gehen die citys von duisburg, mülheim, oberhausen, bottrop den bach runter u. selbst essens city knabbert dran aber die obis kriegens immer noch net jebacken das ihre tupperdose centro damit was zu tun haben könnte... ich lach mir schlapp *ha ha*...ihr scheint echt noch an den heiligen geist u. den weihnachtsmann zu glauben. janz ejal ob die oberhausener city auch früher schon ihre probleme hatte aber nu is kehr aus. wacht auf!

1 Antwort
Läden verlassen die City in Oberhausen
von Stukkadierta | #21-1

Ha ha ha, Sie sind ja wirklich ein Peter Lustig. Das Centro, ha ha ha, ist auf Oberhausener Stadtgebiet. Das heißt, bei uns verschieben sich die Kundenströme innerhalb der Stadt. Fast 25 Millionen Kunden, ho ho ho, kommen aber nicht allein aus Oberhausen, sondern auch aus vielen umliegenden Städten, hi hi hi. Und die meisten werden wohl, hä hä hä, früher in der Einkaufsstadt Essen ihr Geld ausgegeben haben. Ha ha ha. Und wenn selbst Essener sagen, ho ho ho, sie kaufe lieber im Centro, als in Essen ein, häh häh häh, so würde mir als Essener Peter Lustig , hi hi hi, ganz schnell das Lachen vergehen, ho ho ho. Sie scheinen, hä hä hä, noch nicht ganz begriffen zu haben, hi hi hi, was gerade in Essen geschieht-kicher kicher.

06.08.2012
13:17
Läden verlassen die City in Oberhausen
von ruhry | #20

Vielen Dank an die "weitsichtigen" Stadtoberhäupter der Städte OB und E die mal wieder der Versuchung nicht widerstehen konnten sich ein eigenes Denkmal zu bauen. Es wird nicht mehr lange dauern und die ehemaligen Einkaufsstraßen werden zu einer "repräsentativen Allee" bestehend aus Döner-Pizza-Imbissbuden, Callshops, Handyläden, Resterampen, 1-Euro-Shops und Spielhallen mit dem entsprechenden Publikum, das sich bereits schon jetzt auf dem Willy-Brandt-Platz in Essen seine Plätze reserviert. Und alle Verantwortlich werden wie aus einem Munde rufen: "Wie konnte das denn passieren???"

06.08.2012
12:41
Wie wärs denn mal mit individuellem Einzelhandel...
von mitternachtsonne | #19

in den großen Zentren, ob CentrO, Limbecker Platz in Essen oder Forum in Duisburg - überall findet man C&A, H & M. P & C, Douglas, Deichmann - eben nur Ketten. Vielleicht sollte sich das City-Management mal darüber Gedanken machen. Fakt ist, dass mein Mann seit 20 Monaten ein Geschäft in der "alten Mitte" betreibt (weder Schuhe noch Brötchen noch 1-Euro Artikel) und Herr Muckel dies Geschäft scheinbar noch nicht mal kennt. Angesehen hat er es sich während der Ladenöffnungszeiten auf jeden Fall noch nie. Und ich dachte tatsächlich, ein City Manager sei so was wie ein "Förster", dessen Revier die Innenstadt ist das er hegt und pflegt. Da hab ich aber wohl was völlig falsch verstanden

1 Antwort
Läden verlassen die City in Oberhausen
von Lichtbogendesigner | #19-1

Das überrascht mich nicht, ich kenne da noch jemanden der nur eine Beitrittserklärung bekommen hat und kein herzlich willkommen!

Die neue Eisdiele "ehemals Fisch Schmitz " wurde ja richtig hervorgehoben, sogar der Bürgermeister war dort vertreten :-).

Warscheinlich sollte man hier mit Geld wedeln statt es zu investieren ;-)


Aus dem Ressort
Musikspektakel im Oberhausener Ebertbad
Konzert
Nach „Rockt das Zelt“ setzt die Energieversorgung Oberhausen (EVO) auf „Rockt das Bad“.Im Ebertbad stehen nationale und lokale Sternchen auf der Bühne: die beiden Bands Großstadtgeflüster und Captain Disko sowie der Solokünstler Max Krumm.
Güterzug-Gleise in Oberhausen-Osterfeld sind stillgelegt
Verkehr
Die Güterzugtrasse von Duisburg nach Gladbeck, die in Osterfeld über die Koppenburgstraße führt, wird seit kurzem nicht mehr befahren. Der einzige Kunde bezieht seine Rohstoffe jetzt auf anderem Weg. Das Bündnis Oberhausener Bürger (BOB) plädiert nun für eine Nutzung als Radweg.
Baut Oberhausen in Zukunft neue Schulen?
Schule
Sinkende Schülerzahlen: Das Oberhausener Rathaus entwickelt ein neues Bildungskonzept für die Schulen der Stadt. In diesem Prozess klärt sich auch, welche Gebäude man abreißt, verkauft, erhält oder neu errichtet. Es gibt jedenfalls Interessenten für Gebäude und Grundstücke.
Land verdoppelt Spenden für Bäume in Oberhausen
Sturmschäden
Das Umweltministerium hat das Projekt "Bürgerbäume"“ ins Leben gerufen, auch Oberhausen kann teilnehmen. Jede Spende einer Privatperson wird vom Land verdoppelt, die Stadt will das Geld für neue Bäume ausgeben. Davon mussten wegen des Pfingststurms "Ela" 594 gefällt werden.
Pilzsuche im Oberhausener Dickicht
Natur
Heinrich Bahne zeigte einer Schülergruppe im Sterkrader Wald, welche Pilze in heimischen Wäldern zu finden sind und was beim Sammeln wichtig ist. Denn bei der Vielfalt falle es einem Laien schwer zu entscheiden, welche der zahlreichen Pilzarten in der Pfanne landen dürfen
Fotos und Videos
1. Heimniederlage für RWO
Bildgalerie
Regionalliga
Fans warten aufs neue iPhone
Bildgalerie
Apple
10. Eifelmarkt
Bildgalerie
Kulinarisches
Galerie Ludwig
Bildgalerie
Ausstellung