Kuscheln mit den Krokodilen
22.09.2008 | 17:21 Uhr 2008-09-22T17:21:00+0200200 exotische Tiere zeigt die Wanderausstellung „Land der Reptilien", die ab Freitag an der Kapellenstraße gastiert. Der Star der Schau ist ein weißer Albino-Alligator. Vor der Eröffnung schaut jedoch noch das Ordnungsamt vorbei.
Stellen Sie sich vor, sie gehen in den Zoo und sehen sich aus sicherer Entfernung einen Löwen in seinem Käfig an. Und dann erscheint der Tierwärter und sagt zu Ihnen: „Kommen Sie doch in den Käfig und legen sich auf den Löwen.” Das kann nicht sein, oder? Bei der Wanderausstellung „Land der Reptilien”, die ab dem 26. September auf dem Festplatz Kapellenstraße gastiert, könnte's sehr wohl passieren, dass die Wärter das Tor zum Alligator-Bereich öffnen und Sie freundlich hineinbitten.
Als die Schau im Juli in Bochum Station machte, durften die Zuschauer den Tierbereich nicht nur betreten, sondern sich für ein Erinnerungsfoto auch auf den Rücken (!) der Krokodile legen. Inwiefern die Sicherheit des Publikums gewährleistet ist, überprüft das Ordnungsamt in Oberhausen noch vor Eröffnung der Schau. „Wenn die Zelte aufgebaut werden, schauen wir dort vorbei und sehen uns an, ob das alles so richtig ist”, sagt Horst Ohletz, Leiter des Bereichs Öffentliche Ordnung. Mit dabei sein wird der Amtsveterinär, der entscheidet, ob die Tiere gesund sind und überhaupt ausgestellt werden dürfen.
Angemeldet werden mussten die Tiere bereits im Vorfeld – und zwar schriftlich. „Die Papiere waren in Ordnung”, bestätigt Ohletz der WAZ. Nun entscheide der Eindruck vor Ort. „Wir haben einerseits den Schutz der Tiere im Blick, und andererseits natürlich die Sicherheit der Besucher”, sagt Ohletz. Dass in Bochum Jugendliche sogar mit den Krokodilen kuscheln durften, will das Ordnungsamt zum Anlass nehmen, bei den Veranstaltern ganz genau nachzuhaken – denn was ahnungslose Besucher wissen sollten: Gerade bei Alligatoren täuscht der erste Eindruck. Ruhig schlafend liegen die Tiere auf dem Boden, doch die friedlich wirkenden Alligatoren können plötzlich explosiv und blitzschnell nach potenziellen Opfern schnappen.
Passiert ist bei der Show in Bochum glücklicherweise nichts. Auch wenn der 15 Jahre alten Vanessa Fuhrmann recht mulmig zu Mute war, als sie sich auf ein Krokodil namens Chef legen sollte. Der wollte so gar nicht kuscheln und versuchte mehrmals, das junge Mädchen abzuwerfen. „Die Tiere tun nichts, denn die werden regelmäßig gefüttert und sind satt”, sagte René Renz vom „Land der Reptilien” in Bochum der WAZ. Wie ungestüm die Tiere sein können, musste der 56-Jährige jedoch selbst erleben, als er versuchte, „Whitey” aus seinem Becken zu heben.
Der 90 Kilo schwere Alligator ist die größte Attraktion in der Schau – denn er ist weiß und nach Angaben seiner Besitzer der einzige seiner Art in Europa. Sein Becken will er nicht verlassen und wehrt sich. Das Ergebnis: Renz kriegt nicht nur einige heftige Schläge gegen den Körper, sondern trägt auch einen blutigen Finger davon. „Whitey hat nicht gebissen, ich habe mich nur an der scharfen Haut geschnitten”, sagt Renz. Nur wenige Minuten später jedoch blutet er wieder, diesmal an der Wade. Eine Schlange hat ihn gebissen. Giftig ist der Biss nicht, aber unangenehm. Darauf wird der normale Besucher sicher verzichten wollen.

16:34
Hat mal das Oberhausener Ordnungsamt die Fachleute der Zoos gefragt, was die von dererlei sinnlosem Unfug halten und wie die das von der Gefahr für die Besucher her einschätzen?
16:31
Als Versicherungskaufmann weiss ich, dass KEIN VERSICHERUNGSUNTENEHMEN Versicherungsschutz für Schäden durch Wildtiere bietet, die nicht den Sicherheitsvorschriften der Zoos gemäss gehalten werden! Wenn also eine Verletzung durch Kuscheln erfolgt, wird das wohl der Oberhausener Steuerzahler übernehmen müssen, denn das Ordnungsamt übernimmt mit Genehmigung Mithaftung.
16:30
Zahlreiche deutsche Städte, wie z.B Heidelberg erteilen keine Standplatzgenehmigungen für Zirkusunternehmen oder Wanderausstellungen, die exotische Tiere mitführen.- Schade, das das Ordnungsamt nur vorbeischaut......
Verena Wulf