Kurs nimmt Kindern die Angst vor Hunden
23.08.2009 | 21:00 Uhr 2009-08-23T21:00:00+0200
Oberhausen. Sandra Foltin unterrichtet Kinder, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, im sicheren Umgang mit Hunden. Sie sollen lernen, wie sie gefährliche Situation erkennen und vermeiden können.
Lancelot flitzt über die Wiese, springt über einen Baumstamm, dreht sich wild im Kreis und schüttelt dabei vergnügt seine Stoffratte im Maul. Beim Spiel mit Frauchen Sandra Foltin hat der Windhund großen Spaß und zeigt, was er kann. Die Kinder, die sich auf das Dach eines Spielhäuschens im Garten des Familienzentrums St. Barbara Königshardt gehockt oder anderweitig „versteckt” haben, scheint der Hund gar nicht zu bemerken. Die Mädchen und Jungen hingegen beobachten den Rüden umso genauer: Sie alle machen bei dem von Sandra Foltin geleiteten Seminar „Kind & Hund” mit, sollen den richtigen Umgang mit den Vierbeinern lernen, brauchen aber Zeit, ihre Scheu vor den Tieren zu verlieren.
Angst auf beiden Seiten
Doch nicht nur die Kinder sind nervös: Collana zittert am ganzen Körper, wirft einen schüchternen Blick auf die Kinder und verkriecht sich ängstlich hinter Sandra Foltin. „Schaut mal, Collana hat viel mehr Angst vor euch, als ihr vor ihr”, muntert Sandra Foltin die Mädchen und Jungen auf, während sie ihrer etwa dreijährigen Hündin beruhigend über das weiche Fell streichelt – mit Erfolg. Langsam lernen sich Hündin und Kinder gegenseitig kennen.
Windhund „Gandolfo” ist da deutlich aufgeschlossener und neugieriger. Zu Beginn des Seminars hat die dreijährige Caroline den Rüden mit großen, ängstlichen Augen angesehen. Rund eine Stunde später kniet die Kleine neben dem Hund, streichelt ihn ausgiebig und traut sich sogar, ihn mit Leckerli zu füttern. Nach einem unbeabsichtigten Nasenstüber scheint sich das Mädchen kaum beruhigen zu lassen. Doch blickt „Gandolfo” da etwa schuldbewusst? Zumindest reicht es, um sich mit Caroline zu versöhnen und weitere Leckerli zu bekommen. Wenig später lächelt das Mädchen wieder und freut sich: „Der hat meine Hand sauber gemacht.”
Schwester Sophie kümmert sich inzwischen wieder liebevoll um „die süße Collana”, ihren eindeutigen Liebling. „Die ist so gut erzogen”, staunt die Sechsjährige, während sie die Hündin an der Leine über das Gelände führt. „Caroline hat Angst vor Hunden, die mit großem Elan auf sie zukommen”, weiß Mutter Ute Manns. Die Angst ihrer Tochter sei bisher so groß, dass diese beim Anblick eines Hundes auf den Arm ihrer Mutter wolle und sich häufig scheue, selbst an kleinen Hunden vorbeizugehen. Die ältere Schwester zeige weniger Scheu, soll im Seminar aber den richtigen Umgang mit den Tieren lernen.
„Sie können nur reagieren”
Schlechte Erfahrungen mit Hunden hat Leon gemacht. Vor einem Jahr war der Achtjährige beim Spaziergang von zwei großen freilaufenden Hunden überrascht und zu Fall gebracht worden. „Seitdem will er von Hunden eigentlich nichts mehr wissen”, erzählt Mutter Sabine M. seufzend und beobachtet die Fortschritte ihres Sohnes. Nur langsam nähert sich der Junge den Hunden an, lässt sich dann aber doch von deren Blicken erweichen, und traut sich – nach einem Blick zu Sandra Foltin – sie vorsichtig zu streicheln. „Die Kinder müssen erst einmal lernen, dass nichts passiert”, erklärt Foltin. Dabei helfe selbstverständlich das Wissen über das richtige Verhalten im Umgang mit den Tieren: „Die Hunde können nur reagieren”, erklärt Foltin.
Vor dem Streicheln immer erst den Besitzer fragen, in die Hocke gehen, den Hund zuerst schnüffeln lassen, keine hektischen Bewegungen machen und erst Recht nicht wegrennen: Das sind nur einige der Verhaltensregeln, die die Kinder gelernt haben. „Wir üben defensives Verhalten”, erklärt Foltin. Die Kinder sollen lernen, dass Hunde jederzeit schnappen können, weil sie verängstigt, überrascht oder missgelaunt sind oder die Kinder als „fliehende Kameraden” betrachten. „Wenn ihr weglauft oder schreit, finden die Hunde das spannend”, erklärt Foltin. Wie man sich richtig verhält, haben die Kinder inzwischen gelernt: Sie machen den „Hans-guck-in-die-Luft”. „Wir müssen stehen bleiben, nach oben schauen und an etwas Schönes denken”, erklärt Sophie. Das, so die Trainerin, verändere im entsprechenden Augenblick den Hormonhaushalt der Kinder zum Positiven und helfe dabei den Stress zu reduzieren – bei Kind und Hund.
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Theorie und Praxis
In dem dreistündigen Seminar „Kind & Hund" übt Sandra Foltin mit Kindern nonverbale und verbale Kommunikationstechniken für den Umgang mit Hunden. Die Kinder sollen lernen, wie sie gefährliche Situation erkennen und vermeiden können. Nach einer Theoriestunde können die Kinder das Erlernte mit speziell für die Gruppe ausgewählten Hunden in die Praxis umsetzen und einen sicheren und respektvollen Umgang mit dem Tier erlernen. Die Trainerin arbeitet in kleinen Gruppen, um individuell auf die Verhaltensweisen der Kinder eingehen zu könne: in so genannten „Angstgruppen” mit maximal vier Kindern und Nicht-Angstgruppen mit sechs Kindern. Die Teilnahme kostet 30 Euro pro Kind. Ein Elternteil kann die Kinder begleiten. Mit ihren Hunden arbeitet Foltin auch in Seniorenheimen und mit Wachkomapatienten. Weitere Infos: 69 88 177.

22:22
Ein bisschen Angst, oder auch Respekt, sind gar nicht so schlecht!
Wenn der Hund Angst hat, das Kind aber ganz mutig auf den Hund zugeht, dann endet das schnell mit einem Biss!
Früher hatte ich nen recht ängstlichen Schäferhund aus dem Tierheim - der wurde ständig von irgendwelchen Leuten, besonders von Kindern, begrabscht!
Oft genug passiert es, daß Hunde Kinder anfallen... Aber wie es dazu gekommen ist woird quasi nie gesagt! Hunde greifen niemanden aus Spaß an! Wird wohl eher so gewesen sein, daß die Kinder ganz mutig mit den Hunden gespielt hatten... bis die Hunde eben die Schnauze voll hatten!
13:07
Na wenn da nicht wieder Jemand eine Geldader gefunden hat.
Ängstliche Kinder sollten über eine Welpenspielgruppe an Hunde gewöhnt werden.
Denn wenn sie die kleinen Knäule mit aufwachsen sehen, bauen sie von alleine Ängste ab. denn Kinder können im Spiel viele positive Dinge erfassen.
21:10
Hunde gehören nicht in Kinderhände !!!
Wir sehen ja wieviel Probleme die meisten Erwachsenen damit haben wenn die Hunde mit ihnen spazierengeben.
15:47
Collana zittert am ganzen Körper, wirft einen schüchternen Blick auf die Kinder und verkriecht sich ängstlich hinter Sandra Foltin. „Schaut mal, Collana hat viel mehr Angst vor euch, als ihr vor ihr”, muntert Sandra Foltin die Mädchen und Jungen auf, während sie ihrer etwa dreijährigen Hündin beruhigend über das weiche Fell streichelt – mit Erfolg
Vielleicht für die Kinder, nicht aber für den ängstlichen Hund. Denn dessen Angstverhalten wurde durch das Streicheln bestätigt, wenn es denn tatsächlich so abgelaufen sein sollte.
13:40
1. Es gibt nur Erfahrungen - die Einteilung in gut oder schlecht nehmen Menschen vor. Als ich das erste Mal von einem Hund gebissen wurde machte ich die Erfahrung, dass ein Hütehund sein Herde und damit auch die ihm anvertrauten Kinder schützt = mein Fehler. Aus diesem lernte ich.
2. gebe ich #1 Recht: es ist der abenteuerliche Umgang der Eltern, die ihre Kinder vor jeder Erfahrung schützen wollen . . . und ihrem Kind nicht sagen, welchen Fehler es denn wohl gemacht hat.
3. Ist der Umgang mit Tieren überhaupt sehr lehrreich, denn egal was aus schlechtes passiert: der Mensch kann den Fehler getrost bei sich suchen.
12:37
Und wenn die Kinder etwas älter sind, dann können die den Eltern auch mal so was vorlesen, denn da hapert es ja doch sehr:
http://www.bilder-hochladen.net/files/a324-3k-jpg.html