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Kunstwerke aus Haarfarbe

22.01.2015 | 09:00 Uhr
Kunstwerke aus Haarfarbe
Dirk Gaj vor einem der Gemälde, die aus übrig gebliebener Haarfarbe gemalt werden. Manchmal, so der Frisör, malen seine Kunden selbst mit.Foto: Tom Thöne

Oberhausen.  Überschüssige Haarfärbemittel landen oft in heimischen Gewässern. Friseurmeister Dirk Gaj nutzt sie deshalb für Gemälde - und hilft damit philippinischen Kindern.

Haarfärbemittel – besonders bei Frauen sind sie sehr beliebt. Doch über die Folgen für die Umwelt sind sich wenige bewusst. Denn wenn Färbemittel übrig bleibt, führt der Weg meist in unsere Gewässer. Friseurmeister Dirk Gaj hat dafür eine kreative Lösung gefunden: Aus der Resthaarfarbe entstehen in seinem Friseursalon ganz besondere Kunstwerke.

Die Aktion ist bundesweit die erste ihrer Art. Jeder Haarfärbekunde kann mit seinem eigenen Rest an einem Gemälde mitwirken. Meist sind es etwa 150 bis 200 Kunden, die dabei den Pinsel schwingen. Vom ersten Pinselstrich bis zur Fertigstellung können manchmal bis zu drei Monate vergehen. Dirk Gaj weiß aber: „Wir hatten auch schon Gemälde die nach zwei Tagen fertig waren. Das ist immer individuell.“ Wer keine Lust hat, selbst kreativ zu werden, überlässt die Farbe einfach dem Team von Gato Hair.

"Heraus kam ein fantastisches Bild"

Mit der Aktion möchte Dirk Gaj aber nicht nur die Umwelt schonen. „Die Bilder werden bei Interesse an unsere Kundschaft verkauft.“ Käufer können den Preis für eines der Unikate selbst bestimmen. Der gesamte Erlös geht an die Stiftung „In-Vino-Caritas“, die soziale Projekte wie beispielsweise ein Kindergartenprojekt in Manila unterstützt. Bei der Auktion einiger Bilder im Januar 2013 kamen mehr als 1000 Euro zusammen, die ebenfalls komplett der Stiftung zu Gute kamen. „Gerne würden wir die Auktion wiederholen.“, erklärt Dirk Gaj.

Doch wie kommt man auf die Idee, mit Resthaarfarbe zu malen? Der Friseurmeister erzählt: „Vor zwei Jahren blieb bei einer Kundin eine sehr auffällige Farbe übrig. Das brachte mich auf die Idee.“ Sofort kaufte der Familienvater eine Leinwand und legte los. „Heraus kam ein fantastisches Bild. Und die Gewissheit, etwas Gutes damit zu tun.“

"Das sind Kleinigkeiten"

Absichtlich mischen die Friseure im Salon natürlich trotzdem nicht zu viel Farbe an. „Es passiert eben immer mal wieder, das man sich verkalkuliert.“ sagt Gaj. Deshalb möchte er auch weiterhin Kunstwerke aus Resthaarfarbe entstehen lassen. Das Projekt ist aber nicht das einzige mit ökologischem Gedanken. Seit Oktober 2012 nutzt der Salon ausschließlich Papiertüten zum Färben von Strähnen. Für die Herstellung von Aluminium wird nämlich sehr viel Energie benötigt. Nach langer Suche nach dem richtigen Papier nutzt er nun Papiertüten von einem namhaften Hersteller.

Diese werden ausschließlich aus Holz von vorbildlich bewirtschafteten Wäldern hergestellt und sind vollständig kompostierbar. Dirk Gaj ist von seinen Ideen überzeugt. „Das sind Kleinigkeiten, die leicht umzusetzen sind und dem Umweltschutz dabei trotzdem viel nützen.“

Lynn Osselmann

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Kunstwerke aus Haarfarbe
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2015-01-22 09:00
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