Kunst-Ausrufezeichen in einer Oberhausener Kranhalle

Auf dem Boden werden die riesigen Arbeiten fertig gestellt. Die Ausstellung wird eine Antwort auf das Format der Halle.
Auf dem Boden werden die riesigen Arbeiten fertig gestellt. Die Ausstellung wird eine Antwort auf das Format der Halle.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Kunstsommer Teil zwei beginnt: Studenten der TU Dortmund reagieren auf die Raumhöhe mit überdimensionierten Formaten.

Oberhausen.. Elf Künstler setzen elf riesige Akzente in einem ungewöhnlich hohen Raum: Wenn am Sonntagvormittag Teil zwei des Kunstsommers 2015 in der Kranhalle in Dümpten eingeläutet wird, werden die Besucher mit enorm großformatigen Arbeiten konfrontiert. Spannend, wie die Kunststudenten mit dem Raum umgehen sei es ja immer gewesen, doch so, wie sich die Dortmunder Truppe der Herausforderung stelle, „das ist bisher einmalig“, sagt Ortwin G­oe­r­­tz­, der Vorsitzende des Kunstvereins, der die Kunstsommer in der Tedden-Garage organisiert.

Die enorme Raumhöhe motivierte die Studenten des Seminars für Kunst und Kunstwissenschaft der TU Dortmund dazu, ihre Kunstwerke zu überdimensionieren. Ihr Ziel: Jeder liefert einen Beitrag, alle Werke werden so platziert, dass keines von ihnen eine Hauptrolle spielt. Die Ausstellung soll eine Ensemble-Inszenierung werden.

Aus Dachlatten Rahmen gebaut

So eng und gleichzeitig an einer Sache zu arbeiten, sei für alle Beteiligten eine neue Erfahrung, sagt Professor Jan Kaleta, der das Seminar betreut.

Wer den Künstlern bei der Fertigstellung der Werke über die Schulter schaut, staunt, wie es überhaupt möglich war, die elf Kunstwerke anzutransportieren. Aus Dachlatten haben sie die Rahmen selbst gebaut, die Leinwände auf dem Boden bearbeitet. Thematisch, sagt Kaleta, gebe es keine Vorgaben. Das große Format sei ein großes Risiko. Jeder habe die Möglichkeit, „ein Ausrufezeichen der eigenen Arbeit“ zu präsentieren. Interessant sei, dass viele die Abstraktion wählten, obwohl die zur Zeit im Studium eher weniger angesagt sei als gegenständliche Motive.

Farbmalerei und monumentalisiertes Objekt

Die Palette reicht von Farbmalerei (Sandra Wiesner) über die Darstellung eines monumentalisierten Objekts (Katharina Görges) oder die Beschäftigung mit der PET-Flasche (Hanna Rodewald: „Das ist meine Obsession“) mit Acryl auf durchsichtiger Folie bis hin zu einer Art Traumwelt (Olivia Malek), erschaffen aus lasierenden Schichten.

Viele der Beteiligten werden später auch als Kunstlehrer tätig, umso wichtiger sei das eigene Schaffen. „Begeisterung für eine Sache entsteht nur aus der eigenen Auseinandersetzung mit ihr“, sagt Kaleta.