Kultur lockt Touristen nach Oberhausen

Axel Biermann (RTG, links) und Professor Bernd Eisenstein gehen dem Ruhr-Touristen auf den Grund.
Axel Biermann (RTG, links) und Professor Bernd Eisenstein gehen dem Ruhr-Touristen auf den Grund.
Foto: Fabian Strauch / FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Jeder zweite Urlaubsgast kommt wegen besonderer Veranstaltungen ins Revier. Experten: Die Stadt kann mehr davon profitieren. Nicht nur aufs Centro setzen.

Oberhausen.. Der Tourismus ist in Oberhausen eine Wachstumsbranche: Zwischen 2004 und 2014 stieg die Zahl der Übernachtungen von rund 186.000 auf über 460.000. Ein Grund zum Ausruhen sei das aber nicht, sagt der Geschäftsführer der Ruhrtouristik GmbH des Regionalverbandes Ruhr, Axel Biermann.

Man dürfe sich nicht allein auf die Anziehungskraft des Centros verlassen, wie das Scheitern des Spionagemuseums in der Neuen Mitte zeige. „Top Secret“ hatte Insolvenz angemeldet. Ein gutes Marketing und interessante Angebote zu haben, das sei erfolgversprechend, wie man an den Positiv-Beispielen Gasometer und Ludwiggalerie sehen könne.

Experten setzen auf neues Hotel

Biermann unterstützt die Zusammenlegung von Wirtschaftsförderung und Tourismus in einer Gesellschaft: „Da gibt es viele Überschneidungen, beispielsweise in Standort- und Marketingangelegenheiten.“ Er hofft, dass in der Neuen Mitte noch ein Hotel gebaut wird. Der Bedarf dafür sei auf jeden Fall da.

Um Oberhausen als Tourismusziel noch bekannter zu machen, sollte die Stadt immer auch ihre Lage im Ruhrgebiet betonen. „Das Ruhrgebiet ist unsere Marke. Und über diese Marke geht man nach außen.“ Bestätigt sieht er sich hier durch die Ergebnisse der Marktforschung. „Das Ruhrgebiet hat ein Alleinstellungsmerkmal – die Industriekultur. Das muss man nutzen, das muss man herausstellen, das muss man mit Events verknüpfen“, sagt Bernd Eisenstein, Professor am Institut für Management und Tourismus der Fachhochschule Westküste, mit dem Biermann jüngst die Ergebnisse der Marktforschung zum Ruhrtourismus vorstellte. Events sind besonders wichtig, wie die Studie zeigt: Fast die Hälfte der Urlaubsgäste besucht wegen besonderer Veranstaltungen das Ruhrgebiet. „Man muss also immer wieder besondere Reiseanlässe schaffen“, lautet Eisensteins Folgerung.

"Die Zahlen sind beeindruckend"

Die wirtschaftlichen Effekte des Tourismus sind mittlerweile bedeutend. Dies zeigt folgende Rechnung: Durchschnittlich geben Gäste im Ruhrgebiet 32 Euro pro Person und Tag aus. Bei fast 214.000 Übernachtungsgästen in Oberhausen im Jahr 2014, die im Schnitt 2,2 Tage blieben, macht das über 14 Millionen Euro. Und da sind noch nicht die Gäste enthalten, die nur für einen Tag nach Oberhausen kommen. Für das gesamte Ruhrgebiet nennen die Marktforscher hier die Zahl von immerhin 145 Millionen Tagesreisen im Jahr 2014.

„Die Zahlen sind beeindruckend“, sagt Biermann. Imagewerbung wird aber auch weiterhin nötig sein.“