Kürzungen für Arbeitslose verhindern

Die Evangelische Kirche im Rheinland muss Geld sparen.
Die Evangelische Kirche im Rheinland muss Geld sparen.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die evangelische Landessynode debattiert Sparmaßnahmen. Streichungen bei einem Hilfsfonds für Langzeitarbeitslose betreffen auch Oberhausen.

Oberhausen.. Die Evangelische Kirche im Rheinland muss derzeit bei ihrer Landessynode in Bad Neuenahr über tiefe finanzielle Einschnitte beraten. „Es liegt ein umfassendes Paket mit Kürzungsmaßnahmen vor“, berichtet Oberhausens Superintendent Joachim Deterding, der den hiesigen Kirchenkreis vor Ort in Rheinland-Pfalz vertritt. Konkret geht es um 11,3 Millionen Euro, die eingespart werden sollen – unter anderem im Bereich Unterstützung von Langzeitarbeitslosen. „Das ist natürlich ein Punkt, den ich als Oberhausener nicht unterstützen kann“, so Deterding.

So soll die Fördersumme beim Arbeitslosenfonds der Landeskirche, mit dem Projekte auch in Oberhausen unterstützt werden, in den kommenden Jahren weiter zurückgefahren werden – in einer Vorlage für die Landessynode ist ein Sparvolumen von insgesamt 1,15 Millionen Euro vorgesehen. „In unserer Stadt wird etwa der Verein Flickwerk durch diesen Fonds gefördert“, erklärt der Superintendent. Der 1988 gegründete Verein, der Dienstleistungen für alte und sozial schwache Menschen anbietet, gibt auch Langzeitarbeitslosen eine Perspektive. „Flickwerk ist auf die Mittel der Landeskirche angewiesen. Wenn es eine weitere Kürzung gibt, ist die Zukunft des Vereins ungewiss.“ Acht Vollzeitkräfte und 15 geringfügig Beschäftigte waren zuletzt dort beschäftigt.

Flickwerk vor ungewisser Zukunft

Deterding will in Gesprächen mit der Kirchenleitung und weiteren Vertretern dafür werben, die Kürzungen in diesem Bereich nicht ganz so drastisch ausfallen zu lassen. „Mir ist bewusst, dass wir Einsparungen vornehmen müssen. Doch die Unterstützung solcher Projekte ist enorm wichtig.“

Neben den Einsparungen beim Arbeitslosenfonds können weitere Kürzungsmaßnahmen ebenfalls Auswirkungen auf Oberhausen haben – etwa im Bereich des Evangelischen Binnenschifferdienstes, der sich um die Seelsorge der Seeleute kümmert. „Ich kenne einige Oberhausener, die in Duisburg mit ihren Schiffen anliegen.“ Ein ehemaliger Konfirmand ist darunter. „Mit geringem finanziellen Einsatz kann viel bewegt werden.“

Wert auf Dialog und Transparenz gelegt

Ein positives Signal sieht Deterding darin, „dass zum ersten Mal die Kirchenleitung im Vorhinein einer Synode ihren Antrag auf Wunsch der Kreise abgeändert hat.“ Das zeige, dass Wert auf Dialog und Transparenz gelegt werde.