Kritik an der Oberhausener Bildungsplanung

Die Schulen stehen vor vielen Herausforderungen: Wie soll Lernen künftig aussehen in Oberhausen?
Die Schulen stehen vor vielen Herausforderungen: Wie soll Lernen künftig aussehen in Oberhausen?
Foto: POLL, Arne
Was wir bereits wissen
Ortsverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bemängelt, die Öffentlichkeit werde unzureichend und zu spät am Prozess beteiligt

Oberhausen.. Wie die Schullandschaft in Oberhausen künftig aussehen soll, dazu erarbeitet der Erziehungswissenschaftler Dr. Ernst Rösner von der Technischen Universität Dortmund im Auftrag der Stadt derzeit den „Bildungsplan 2016 - 2020“. Doch bleibt dies nicht ohne Kritik: Der Stadtverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bemängelt etwa, dass es bei diesem Vorgehen an Information und Transparenz fehle.

Zielsetzung bleibe verborgen

„Wie bereits die Auftragsformulierung für den Schulentwicklungsplan der Förderschulen nicht veröffentlicht wurde, so bleibt auch die Zielsetzung für die Erarbeitung des Bildungsplans 2016-2020 für die Öffentlichkeit verborgen“, heißt es in einem Schreiben der GEW, das dieser Zeitung vorliegt. Die Stadtverwaltung hält dagegen diese Kritik auf NRZ-Anfrage für nicht nachvollziehbar. Es sei in den Sitzungen des Schulausschusses sowie Treffen mit den Leitungen Oberhausener Schulen kontinuierlich über Inhalte, Zielsetzungen und den vorgesehenen Zeitplan informiert worden.

Die Schullandschaft in Oberhausen steht in den kommenden Jahren vor einigen Umbrüchen: Die Hauptschulen laufen aus, Gesamtschulen werden dadurch womöglich mehr Schüler aufnehmen müssen, Gymnasien müssen sich für die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen vorbereiten und auch im Grundschulbereich werden Standorte überprüft. Rösner soll dazu beitragen, die Schulen zukunftsweisend aufzustellen.

„Es ist für den Stadtverband nicht erkennbar, dass die Zusage der frühzeitigen Beteiligung der Betroffenen bei der Entwicklung des Bildungsplans eingehalten wird“, heißt es nun von der GEW. „Die Koalition von SPD, den Grünen und der FPD im Rat der Stadt benutzt den Begriff ‘Bürgerbeteiligung’. So lange dies aber nur bedeutet, Ergebnisse in sogenannten Informationswerkstätten referieren zu lassen und spontane Feedbacks abzufragen, kann von wahrer Beteiligung nicht gesprochen werden“, kritisiert die Lehrergewerkschaft das Vorgehen der Verwaltung aber auch die Politik der Ampel-Koalition im Rat scharf.

„Warum drängt die Politik nicht darauf, dass die Leistungsbeschreibung allen zugänglich gemacht wird? Warum findet nicht wie versprochen eine Beteiligung statt?“, fragt die GEW, die befürchtet, dass finanzielle Überlegungen bei der Erstellung des Bildungsplanes die übergeordnete Rolle spielen sollen.

Verwaltung weist Kritik zurück

Die derart gescholtene Verwaltung möchte diese Anschuldigungen jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Es sei sehr wohl transparent dargestellt worden, auf welche Inhalte sich das durch Dr. Rösner zu erstellende Gutachten beziehe, etwa auf eine Erstellung von Schülerzahlenprognosen. Zudem sei eine Beteiligung der Schulleitungen und weiterer Akteure der Bildungslandschaft fest vorgesehen, ebenso wie die Durchführung einer Elternbefragung.

So habe es Anfang des Jahres Auftaktbesprechungen zum Bildungsplan mit den Leitungen aller Oberhausener Schulen gegeben. Auch sei durch eine Befragung der Eltern von Kindern der aktuellen 2. und 3. Klassen (die NRZ berichtete) abgeklopft worden, welche Vorstellungen Eltern über die zukünftige Schullandschaft in Oberhausen haben.

In der zweiten Jahreshälfte würden diese gesammelten Vorschläge vorgestellt und zur Diskussion gestellt, so die Verwaltung. Die Informationswerkstätten, die erstmals im Zuge der Erarbeitung des Förderschulplans im vergangenen Jahr stattgefunden haben, seien dabei ein wichtiger Baustein. „Dieser breit angelegte Beteiligungsprozess, der weit über das vom Gesetzgeber vorgesehene Beteiligungsverfahren zur Schulentwicklungsplanung hinaus geht, hat sich bewährt und ist ein wichtiger Beitrag für die sich anschließenden politischen Beratungen beziehungsweise Entscheidungen zum Bildungsplan 2016 – 2020.“