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Kreuz aus Stahl und Eiche

28.08.2008 | 19:09 Uhr

KIRCHE. Das Wappen des noch nicht geweihten Weihbischofs Ludger Schepers aus Osterfeld weist auf seine Heimat. Holz aus dem Elternhaus.

Knapp 2000 Jahre alt ist die Institution katholische Kirche, aber ihr und ihren Würdenträgern läuft bisweilen die Zeit davon. Der ernannte Weihbischof Ludger Schepers kann ein Lied davon singen, selbst die Weihe des Osterfelders im Essener Münster ist von Terminzwängen diktiert: "Es ist der letztmögliche Termin vor der Bischofskonferenz in Fulda, an der ich schon teilnehme", sagt Schepers mit einem Augenzwinkern. Am Freitag, 19. September, beginnt um 15.30 Uhr der feierliche Akt.

Gestern holte Schepers sich - begleitet von seinem Bruder, dem CDU-Stadtverordneten und KAB-Bezirkssekretär Hermann-Josef - das Brustkreuz ab, das er demnächst tragen wird. Mülheimer Siemens-Auszubildende und der Königshardter Tischlermeister Leo Lippe haben es gefertigt. Holz und Edelstahl sind die Materialien. "Sie heißen zwar Handwerker, aber es sind wahre Künstler", lobt Schepers die Arbeit und die, die sie bewerkstelligt haben.

Das Holz stammt aus einem alten Eichenbalken, und der wiederum stammt aus dem Vredener Elternhaus seiner Mutter. Lippe und Schepers haben noch mehr vor mit dem Balken. Lippe: "Wir wollen mal gucken, ob daraus nicht auch der Bischofsstab gemacht werden kann." In das Kreuz eingelegt ist ein Metallkreuz, das die Anfangsbuchstaben der Wörter des künftigen Weihbischof-Wappens trägt: "Ut In Omnibus Glorificetur Deus" heißt die Schepers-Devise in lateinischer Sprache, übersetzt: "Damit in allem Gott verherrlicht werde." Der Satz stammt aus der Regel des Benediktiner-Ordens, dem sich der Nachfolger von Weihbischof Franz Grave besonders verbunden fühlt.

Besonders verbunden fühlt Schepers sich auch seiner Osterfelder Heimat, und das zeigt sich im Wappen, das unter dem üblichen Prälaten-Hut auf blauem und rotem Grund (in der katholischen Farbenlehre steht Blau für treuen Glauben, Rot für das Bekenntnis) unter anderem die Flügelschraube aus dem alten Osterfelder Stadtwappen trägt.

Schepers: "Unser Großvater ist 1910 aus dem Münsterland nach Osterfeld gezogen und hat bei der Eisenbahn Arbeit gefunden, und die Flügelschraube ist seit jeher Zeichen der Eisenbahner." Gestaltet hat das weihbischöfliche Wappen der Essener Wappenkundler Heinz Dich. Wofür man's braucht? "Briefkopf und Siegel natürlich", sagt Schepers. "Und", fügt er schmunzelnd hinzu , "für Autogrammkarten. Fans gibt es dafür scheinbar reichlich."

GUSTAV WENTZ

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