Kreisch-Alarm im Centro: "5 Seconds of Summer" in Oberhausen

Schon am Montagmorgen warteten die Fans von „5 Seconds of Summer“ vor der Arena am Oberhausener Centro auf Einlass in die ausverkaufte Halle.
Schon am Montagmorgen warteten die Fans von „5 Seconds of Summer“ vor der Arena am Oberhausener Centro auf Einlass in die ausverkaufte Halle.
Foto: Sebastian Konopka
Was wir bereits wissen
Die australischen Herzensbrecher von „5 Seconds of Summer“ sind durch Youtube und Twitter groß geworden. Für ihre Fans in Oberhausen gehört „Tokio Hotel“ zum alten Eisen.

Oberhausen.. Zeitlos ist höchstens das Wegelager, das sich am Montagmorgen wie eine Karawane auf Rast vor den Türen der König-Pilsener-Arena aufreiht: So war es vor 15 Jahren bei den Teenager-Gruppen „Backstreets Boys“, vor fünf Jahren bei „Tokio Hotel“ und so ist es eben heute bei „5 Seconds of Summer“.

Ansonsten kann man mit alten Tokio-Hotel-Erinnerungen direkt wieder einpacken. „Die sind Legende“, sagt ein Mädel in der Warteschlange, was nicht als Huldigung gemeint ist. Tokio Hotel gehören zum alten Eisen. Die Generation junger, überwiegend weiblicher Fans kreischt sich vor der Halle ein. 10.000 Fans sollen es später sein.

Durch das Internet groß geworden

Was ist anders? Luke Hemmings, Michael Clifford, Calum Hood und Ashton Irwin kommen aus Australien, sind 18 bis 20 Jahre alt und wirken ein bisschen rockiger und punkiger als die Herzensbrecher vergangener Generationen.

Konzert Groß geworden ist der Zusammenschluss von Schulkollegen vor vier Jahren durch die sozialen Netzwerke im Internet. Ihre Coversongs von Bands wie „Green Day“ zogen bei „Youtube“ Millionen Klicks an.

Vor drei Jahren twitterte ausgerechnet Jungspund Louis Tomlinson von der britischen Boyband „One Direction“ ihr Wohnzimmer-Video „Gotta Get Out“, was eine virale Fanvermehrung für die australischen Kollegen zur Folge hatte.

In Oberhausen landen während des gesamten Tages Internet-Nachrichten auf Handys und Computern rund um den Erdball. Ein digitales miteinander: Fans zeigen Fotos ihrer selbst gebastelten Plakate. Die Vorband postet Bilder vor dem Legoland. „5 Seconds of Summer“ (Twitter-Hashtag: #5sos) zeigen sich beim Playstation-spielen im Backstage-Bereich.

Boyband Alles ganz offen: zumindest auf Internet-Bildern. Die Realität sieht anders aus. Am Hintereingang lauert eine Gruppe von 30 jungen Frauen zwischen 15 und 20 Jahren auf einen hastigen Blick. Doch das ist nicht einfach. Die Gruppe, die alles virtuell teilt, hat schwarze Sichtschutzwände vor der Hofeinfahrt postiert. „Bisher nichts zu sehen“, meint Jaqueline (18) aus Köln und schaut schon wieder auf ihr Handy.

Dort hat just ein weiblicher Fan aus der Türkei seine Ankunft verkündet: „1680 Meilen bis zur König-Pilsener-Arena“, heißt es in der Kurznachricht. Das sind 2700 Kilometer Wegstrecke - für ein Konzert.

Ohne Eintrittskarte aus Paris

Doch die Weitgereisten sind in guter Gesellschaft. Zwei Mädchen aus Paris suchen nach Karten. Für sie war es eine Bahnreise „auf gut Glück“. Warum ist die Band das Wert? Marin Keller (16) aus Hannover: „Coole Musik und coole Typen, die für weite Reisen entschädigen.“

Das Handy vibriert. Über Twitter hat jemand eine weitere Nachricht hinterlassen. Sie ist eine der auserwählten Kiebitze beim Soundcheck und hat Neuigkeiten von den Musikern: „Luke hat ‘Guten Tag’ gesagt. Und Michael: ‘Danke!’“