Kreativität gefragt
27.09.2009 | 16:20 Uhr 2009-09-27T16:20:00+0200
Junges Tätigkeitsfeld birgt aussichtsreiche Entwicklungs-Chancen, wie sich schon absehen lässt
An manchen Dingen merkt man: Die Idee ist hier noch ziemlich jung, der Vorlauf also kurz, und da stricken schnelle Hände bisweilen mit heißen Nadeln. In einem kleinen Flyer, den die federführende WFO GmbH (siehe Infobox) jetzt zum Thema „Kreative Quartiere Oberhausen” für den Bereich der Alt-Oberhausener City zusammengestellt hat, sieht man oft „Gelb”. Die Farbe steht in einer Häusermarkierung für die Nutzung „Kreativwirtschaft”. Wieso allerdings Krankenkassen-Zweigstellen (am Altmarkt etwa) kreativ sein sollen, erschließt sich so recht nicht. Nun ja, die Idee jedenfalls ist hübsch, und alle stehen erst am Anfang.
Viele scheinen aber dem Braten noch nicht so recht zu trauen. Rund 40 Einladungen hatte Burkhard Koch als TMO/WFO-Geschäftsführer mit der kreativen Stage Entertainment-Vergangenheit verschickt, gekommen war am spätsommerlichen Samstagnachmittag aber nur eine gute Handvoll Interessenten. Dabei hatten sich neben Koch mit City-Manager Franz-Josef Muckel und Kulturdezernent Apostolos Tsalastras wichtige Leute auf den letzten Stand verschiedener Dinge gebracht.
Beispiele
Zum Beispiel P & C-Haus an der Marktstraße: Koch berichtete, dass Kulturhauptstadt-Verantwortliche demnächst das Gespräch mit Eigentümer Ulf Cloppenburg suchen – um ihn zu bewegen, die so leere wie schöne Immobilie wenn nicht der kommerziellen Textilgeschäftsnutzung, so doch eventuell Künstlern, Ateliers und Galerien zur Verfügung zu stellen.
Zum Beispiel Bürgerkrug-Gebäude an der Ecke Stöckmann-/Hermann-Albertz-Straße: Nachdem die bordellartige Nutzung durch Verwaltungsvorschriften ausgeräumt ist, ist der Eigentümer zur Renovierung des denkmalgeschützten Gebäudes bereit, unter der Voraussetzung, dass die Stadt bei Suche, Auswahl und Vermittlung von solventen Mietern hilft, die „natürlich der kreativen Szene angehören” sollen, wie Tsalastras sagte: „Ich bin da optimistisch.”
Zum Beispiel Marktstraße 15-17: Filmproduzent und -regisseur Sergej Stojnakovski arbeitet hier und hatte am Samstag zum Casting für ein Kulturhauptstadt-Projekt geladen: „Es läuft sehr gut”, sagt er.
Zum Beispiel der Turm des Hauptbahnhofs: Einen Verein „Kunst im Turm” (KiT) gibt's bereits, aber die Künstler, die sich dort teils eingerichtet haben, warten zur Stunde noch auf die Aufnahme in ein Landesprogramm – die NRZ wird berichten.
Markentriathlon
Was entsteht, wenn Kreativität auf Wirtschaft trifft, konnte man bei der erfolgreichen Agentur Contact im Osterfelder Steigerhaus besichtigen. In einem „Markentriathlon” hatte das Team um Norbert Lamb vor allem zusammengefasst, wie werberische Konzeptionen, Zielgruppen und wirtschaftliche Partner in Einklang zu bringen sind – bei RWO ist das mittlerweile sogar bundesweit bekannt und wird in den nächsten Tagen in einer Sportzeitschrift als beispielhaft vorgestellt.
Weltmeister Willi Wülbeck ist Initiator der Schulstaffelwettbewerbe, in denen sein 800-m-Rekord geknackt werden soll – mit dem Partner RWE Rhein-Ruhr. Und der attraktive Sport Triathlon taucht sogar die eher übel angesehene Emscher in angenehmes Licht – bei Nacht und mit dem Partner Emschergenossenschaft.

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