Kranke Kinder in Oberhausen sollten der Kita fernbleiben

Bei Krankheit sollte immer genau hingeschaut werden – am besten durch einen Kinderarzt.
Bei Krankheit sollte immer genau hingeschaut werden – am besten durch einen Kinderarzt.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Mit laufender Nase in die Kita? Die NRZ hat bei Experten nachgefragt, wann Kinder besser zu Hause bleiben sollten, damit sie andere nicht anstecken.

Oberhausen.. Krächzender Husten und eine laufende Nase sind ein echtes Ärgernis. Und was bei Erwachsenen schon nervig ist, wird bei vielen Eltern häufig dann zu einem Problem, wenn der eigene Nachwuchs betroffen ist – wie so häufig zur Schnupfenzeit. Körperlich ist eine Erkältung für ansonsten gesunde Kinder zwar meist weniger tragisch, doch immer häufiger kommt es im Zuge von Erkrankungen zu Kontroversen zwischen den Eltern von verschnupften und von gesunden Kindergartenkindern. Für viele Eltern stellt sich deshalb die Frage, darf der Nachwuchs mit laufender Nase in die Kita? Und: Wann sollten die Kleinen lieber zu Hause bleiben?

Es gilt: Kranke Kinder gehören nicht in den Kindergarten. So sieht es auch die Stadt: „Grundsätzlich werden kranke Kinder wegen der Ansteckungsgefahr für Kinder und Personal sowie im Interesse des erkrankten Kindes selbst nicht betreut“, erklärt Stadtsprecher Martin Berger und ergänzt: „Sollte während der Betreuung eine Erkrankung auftreten, werden die Eltern gebeten, das Kind abzuholen“. Dabei weist Berger auch auf die rechtlichen Rahmenbedingungen hin: „Eltern werden darüber auch in der vertraglichen Vereinbarung zwischen den Einrichtungen und den Erziehungsberechtigten informiert.“

Reibereien zwischen Eltern

Auch von medizinischer Seite scheint der Fall zunächst eindeutig: „Kranke Kinder gehören keinesfalls in den Kindergarten“, betont auch Dr. Christoph Parlasca, Oberarzt in der Klinik für Kinder und Jugendliche am Evangelischen Krankenhaus in Oberhausen. „Hat das Kind Fieber, intensiven Husten, Durchfall, Erbrechen oder gar Schmerzen, dann braucht das Kind absolute Ruhe“, sagt der Mediziner.

Doch dann kommt der Arzt auch schon zum eigentlichen Problemfeld: „Ein Graubereich ist aber etwa ein leichter Schnupfen ohne Fieber oder andere Komplikationen, wobei es insbesondere darauf ankommt, dass wirklich keinerlei weitere Beschwerden auftreten“, sagt der Oberarzt und ergänzt: „Hier liegt es dann im Ermessen der Eltern, ob ein Besuch des Kindergartens noch infrage kommt oder nicht“.

In dieser Situation entstehen immer wieder Reibereien zwischen Eltern, wenn die kleinen Schnupfnasen doch im Kindergarten auftauchen. „Die Kinder wegen jeder Kleinigkeit zu Hause zu lassen ist nicht realistisch, denn dann wären die Einrichtungen fast immer leer“, pflichtet Dr. Parlasca den betroffenen Erziehungsberechtigten bei. Generell sollten sich Eltern immer kinderärztlichen Rat einholen und ihre Entscheidung daran ausrichten. Dieser kann dann im Streitfall auch als Argumentationsgrundlage gegenüber anderen Eltern dienen.

Betreuung wird sichergestellt

Sollte eine Betreuung unumgänglich sein, gibt es für Betroffene hilfreiche Regelungen: Bis zu zehn Tage im Jahr können sich Eltern, wenn nachweislich keine andere Betreuungsmöglichkeit besteht, der Pflege ihrer Kinder widmen – bei Alleinerziehenden sind es sogar bis zu 20 Tage. Ob eine Lohnfortzahlung erfolgt, regelt zumeist der jeweils geltende Arbeitsvertrag. Aber auch ohne schriftlich vereinbarte Lohnfortzahlung gibt es die Möglichkeit, weiterhin Geld zu erhalten: Voraussetzung für den Bezug von „Kinderkrankengeld“ ist die Mitgliedschaft des Kindes in einer gesetzlichen Krankenversicherung. Weiterhin darf das Kind maximal zwölf Jahre alt sein und es wird ein ärztliches Attest benötigt.

Eine Regelung, deren Nutzung durchaus noch ausbaufähig ist, wie eine Nachfrage der NRZ bei den örtlichen Ersatzkassen ergab. Bei der Barmer-GEK etwa beantragten im vergangenen Jahr nur knapp 400 Versicherte Kinderkrankengeld. „Natürlich können wir nur die Fälle registrieren, die bei uns auflaufen“, sagt die Barmer-GEK-Sprecherin, Sara Rebein, und ergänzt: „Gibt es etwa eine individuelle Regelung mit dem Arbeitgeber, taucht diese in unserer Statistik natürlich nicht auf.“