Krake Paul machte Oberhausen zur WM 2010 weltweit berühmt
30.12.2010 | 16:05 Uhr 2010-12-30T16:05:00+0100
Oberhausen.Krake Paul bringt Oberhausen mit seinen Vorhersagen zur Fußball-Weltmeisterschaft weltweit in die Schlagzeilen. Journalisten aus aller Welt drängelten sich im Sea Life. Beim Tod des Tintenfischs am 26. Oktober flaggt das Aquarium Halbmast.
Was die Gier nach Muschelfleisch alles auslösen kann: Krake Paul bringt Oberhausen mit seinen stets richtigen Vorhersagen zur Fußball-Weltmeisterschaft weltweit in die Schlagzeilen. Radio- und Fernsehsender, Zeitschriften und Tageszeitungen schicken ihre Journalisten ins Großaquarium in der Neuen Mitte.
„Eine solche Publicity ist mit Geld nicht zu bezahlen“, bewertet OB Klaus Wehling den gelungen Marketing-Coup des Sea Life. Pressesprecherin Tanja Munzig hat auf den richtigen Tintenfisch gesetzt. Anfragen aus aller Welt treffen ein. Das Oktopus-Orakel soll es nicht bei Prognosen von Fußball-Spielen belassen, sondern auch Seitensprünge von Ehemännern, politische Entwicklungen oder Aktienkurse vorhersagen.
Vom Hunger getrieben
Besondere Bedeutung erlangt das Tier, das vom Hunger getrieben Muscheln aus Gläsern pulen kann, für die deutsch-spanischen Beziehungen. Weil er nicht nur Spaniens Sieg gegen die deutsche Elf richtig vorhersagt, sondern auch den finalen Triumph der Spanier über Holland, wird Paul Ehrenbürger der Tintenfisch-Stadt Carballino.
Beim Tod des Tintenfischs am 26. Oktober flaggt das Aquarium Halbmast und legt ein Kondolenzbuch aus. Wenige Tage später wird Paul II . als Nachfolger vorgestellt – und wieder strömen zahlreiche Journalisten nach Oberhausen.
Paul I. hingegen ist längst perfekt vermarktet. Der Krake findet sich u.a. auf Ansichtskarten, Schlüsselanhängern oder T-Shirts wieder. Und unter so manchem Tannenbaum wird er zu Weihnachten als Plüschtier oder Weihnachtskeks entdeckt.

14:21
Die Beliebtheit, die die Haltung von tropischen Fischen erlangt hat, erfreut eine quasi unreglementierte Industrie, die darauf baut, so viele Fische wie möglich zu fangen oder zu züchten, ohne nennenswerte Rücksichtnahme auf die Fische selbst.
Der größte Teil der Salzwasserfische wird der Natur (Indien, Philippinen, Indonesien etc.) entnommen. Viele Fischtaucher kommen nur zu ihrer Beute, indem sie Cyanid oder andere Gifte in die Korallenriffe, in denen die Fische leben, einspritzen. Dies zielt darauf ab, die Fische zu betäuben und sie aus dem Riff heraus driften zu lassen, damit man sie dann leicht einsammeln kann; das Cyanid tötet allerdings gleich einmal die Hälfte der Tiere auf der Stelle. Viele weitere sterben an den Cyanid-Rückständen, wenn sie bereits verkauft wurden. Das Gift tötet außerdem die lebende Koralle, auf der die Fische leben, und es wird wieder Tausende von Jahren dauern, bis diese nachwächst.