Kommt Lärmschutz für Betuwe-Anlieger noch später?
02.11.2010 | 18:28 Uhr 2010-11-02T18:28:00+0100
Oberhausen.Die Konsolidierungspläne der Bundesregierung könnten den Ausbau der Betuwe-Linie und des Lärmschutzes für die Anwohner in noch weitere Ferne rücken – dabei donnern nach und nach immer mehr Güterzüge durch Oberhausen.
Da ist Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble (CDU) mit seinen Konsolidierungsplänen, die auch die Deutsche Bahn treffen. Da ist Stuttgart 21. Und beides zusammen könnte den Ausbau der Betuwe-Linie und den damit verbundenen Lärmschutz in noch weitere Ferne rücken. Dabei würde alles immer lauter und gefährlicher, sagt Manfred Flore von der Bürgerinitiative Betuwe.
Mehr und mehr Güterverkehrszüge donnern durch Oberhausen. Flore: „Zurzeit sind es 215 pro Tag in beide Richtungen, 2015 sollen es 315 sein.“ In Dinslaken wurde schon alle zwei bis drei Minuten ein Zug gezählt. Da hätten sogar die Rettungskräfte schon Probleme, weil ständig die Schranken unten seien.
Das große Aufkommen der Züge, von denen etliche Gefahrgüter transportieren, ist der Knackpunkt: Es sind zu viele für diese Strecke. Ein Rückstau droht. Flore: „Deshalb will die Bahn jetzt die Blockverdichtung einführen, also immer mehr Züge hintereinander fahren lassen. Und das, ohne an der Hollandstrecke ein drittes Gleis zu bauen, ohne Lärmschutz. Flores Forderung: „Keine Blockverdichtung ohne Lärmschutz.“
Spielplatz nicht mehr nutzbar
Aber, was kann man tun, um auch die rund 40 000 Oberhausener, die von der Betuwe-Linie betroffen sind, zu schützen? „Ich will mich ungern an Schienen ketten“, so Flore. Das sei schließlich eine strafbare Handlung. Statt dessen plant er, Kindergärten oder auch Schulen zu motivieren, sich an Aktionen zu beteiligen. Zumindest einer der Spielplätze im Kaisergarten wäre ja aufgrund des zu erwartenden Lärms gar nicht mehr zu nutzen. Apropos Kaisergarten: Weil es ohne ein drittes Gleis nicht mehr ginge, sei im Gespräch, die alte Werksbahnstrecke von Oberhausen-Kaisergarten bis Duisburg-Walsum wieder aufleben zu lassen. Ohne Lärmschutz natürlich.
Flore erinnert daran, dass den Bürgerinitiativen immer versprochen worden sei: „Vor der Blockverdichtung käme der Lärmschutz.“ Ja, es gebe sogar einen Vertrag zwischen Land, Bund und Bahn, in dem genau das drin stünde. Allein, eine rechtliche Handhabe bedeute ein solcher Vertrag für Außenstehende nicht.
„Das Planfeststellungsverfahren für den Bau eines dritten Gleises und die damit verbundenen drei bis vier Meter hohen Lärmschutzwände für Oberhausen ist so gut wie abgeschlossen. Sprich, in Oberhausen könne der Ausbau 2011 starten. Es gibt 17 Teilbereiche für die Betuwe-Linie“, so Flore. In weiteren zwei Bereichen sei man mit den Planfeststellungsverfahren beinahe durch.
Diskussion um Bahnhofs-Ausbau
Der SPD-Ratsherr greift auch die Diskussion um den Ausbau des Sterkrader-Bahnhofs auf. Er macht deutlich: „Vor der Betuwe-Linie wird der Bahnhof mit Sicherheit nicht ausgebaut.“ Flore kritisiert: „Die Bahn guckt immer auf ihre betrieblichen Notwendigkeiten, sie macht nur das rechtlich Erforderliche.“ Flore. „Der Schlüssel liegt beim Bund, wenn der Geld gibt, zieht das Land nach.“ Die Landesregierung stünde hinter ihren Forderungen, weiß Flore und sagt: „Weiter kommen wir nur, wenn das Land Druck ausübt.“ Bis sich hier etwas tut, kann man wohl nur neidvoll nach Holland blicken. Dort ist die Strecke seit zwei Jahren komplett ausgebaut. Dort haben die Menschen nicht nur ihren Lärmschutz am Haus, sondern auch die Widrigkeiten, die so ein Ausbau mit sich bringt, hinter sich. Denn auch das, macht Flore klar: „Der Ausbau der Betuwe-Linie wird für Oberhausen die größte Baustelle nach dem Bau des Centro.“

19:58
an ichweisswie.
Schade das nicht alle 90 Millionen Bundesbürger am Ende einer Sackgasse, so wie sie wohnen können. Wenn alle dieses Privileg wie sie hätten, sich den schönsten Platz am Ende einer Straße auszusuchen, hätten wir in ganz Deutschland nur Sackgassen....
15:24
Es soll ja auch Menschen geben, die eine Mietwohnung an der Bahnlinie haben. Etwa 1960 am Mühlenweg in Wesel bezogen. Da war der Schienenlärm sicher zu ertragen. So erging es auch Häuslebauer. Sie konnten nie erahnen, dass eine Betuwe kommen würde und haben mindestens ein Anrecht darauf, einen adäquaten Lärmschutz von der DB zu bekommen, denn diese macht künftig Schotter mit dem Verkehr.
09:23
@9
Mein Haus liegt am Ende einer Sackgasse. Hinter meinem Garten ist Naturschutzgebiet. Habe ich alles vorher! recherchiert. Und wenn doch was gebaut werden soll, was ja duchaus passieren kann (s. CO-Pipeline im Duisburger Süden), dann verkauf ichs halt. Voraussetzung ist natürlich das ich mich immer wieder mal informiere ob über eine Bebauung o.ä. nachgedacht wird und wenn ja, frühzeitig abstoßen.
SIE, haben an einer Bahnschiene gebaut und sind somit das Risiko eingegangen. Natürlich hätten sie auch Glück haben können. In Oberhausen gibts mittlerweile innerstädtisch zahlreiche stillgelegte oder schon beseitigte Bahnschienen, wodurch die anliegenden Häuser es jetzt natürlich super ruhig haben. Hätte aber auch anders kommen können. Zugegeben ist meine Frage oben recht provokativ. Freunde von uns haben einen Containerdienst in einem Industriegebiet. Vor rund 5 Jahren wurde direkt angrenzend eine Wohnsiedlung mit Reihenhäusern gebaut. Nachdem die unmittelbar neben dem Containerdienst angrenzenden Hausbesitzer eingezogen sind, haben die erstmal einen Rechtanwalt beauftragt zu klagen. Ergebnis: Der Containerdienst konnte für rund € 500.000,- eine fast 20 meter hohe Mauer um die Firma bauen lassen wegen Lärmschutz. Und selbst da kamen Beschwerden, weil so eine Mauer sieht ja nicht schön aus. Ich finde das ist nicht normal. Lärmschutz, wie in Ihrem Fall, kann ich weitestgehend nachvollziehen, bei meinem Beispiel überhaupt nicht. Trotzdem sind Sie, wie gesagt, (bewußt oder unbewußt) ein gewisses Risiko eingegangen und müssen nun darum kämpfen wieder Ruhe zu bekommen. Trotzdem viel Glück!
20:04
@8 - es wird langsam langweilig da dieses Totschlag-Argument bei jedem Artikel kommt. Danke also für Ihren Beitrag. Unser Haus wurde 1971 bebaut, ca. 150m entfernt. Schauen Sie mal hier (http://www.hamminkeln.de/C12573E9004487E2/html/A24EEBFAA965BAB2C125770D004996BB?opendocument&nid1=01436) was sich allein seit 1994 getan hat. Eine Vervierfachung der Anzahl der Waggons (=Lärmverusacher). Ich habe keine Zahlen von 1971 aber es war nochmal einiges weniger.
Also bitte: Es geht darum eine erhebliche Ausweitung der Nutzung durch vernünftige Maßnahmen (Lärmschutz) auszugleichen. Dass die Züge fahren ist OK aber der Lärmschutz ist überfällig. Warum hat DDort ein Nachtflugverbot? Wurde da der Flughafen NACH allen Häusern gebaut?
Wenn Sie das nicht nachvollziehen können dann wünsche ich Ihnen dass Ihre schöne ruhige Spielstraße nicht in 20 Jahren zur Bundesstraße wird. Sie haben ja schließlich an einer Straße gebaut...
10:10
Was war eigentlich zuerst da, die Häuser oder die Schienen?
18:53
betuwe schottern?
15:11
Die Anwohner tun mir Leid
Wohne in Walsum nähe Watereck.
Wenn der Wind günstig steht hört man
den Lärm.
Wie muss das Nachts an der Strecke sein?
13:42
In sterkrade ist es laut geworden die leute fühlen sich durch dem lärm belästig und störent
viele rentner beschweren sich bei der stadt
wegen der lärm
ob es noch weiter anhält durch den lärm 2011
das ist fraglich
12:12
Wie lange lässt die Politik diese verkehrspolitischen Geisterfahrer eigentlich noch weiter wurschteln? Der Nahverkehr ist eine Katastrophe, im Fernverkehr häufen sich die Verspätungen, marode ICE-Züge müssen Sonderinspektionen absolvieren, usw. Die Liste der unternehmerischen Unfähigkeit ließe sich fortsetzen. Und Betuwe: in fast zwanzig Jahren ist die DB nicht in der Lage diese Güterstrecke nach den vereinbarten internationalen Standards auszubauen. Die Lösung soll nun die weitere Belastung von tausenden Anwohnern sein. Kein anderes Unternehmen könnte sich so etwas erlauben. Aber Stuttgart zeigt wie derohnmächtige Bürger reagiert...
11:26
Statt dessen plant er, Kindergärten oder auch Schulen zu motivieren, sich an Aktionen zu beteiligen.
Die Bahn freut sich, kann man in diesem Fall doch wieder einen gepfefferten Sprühregen einsetzen. Denn besonders Kindergartenkinder sind ja auf Demos bedrohlich...