Kommissar fällt Pkw in Oberhausen auf

Detlef Stein - Leiter des Kommissariats für Einbrüche bei der Polzei Oberhausen 06.05.2015 Foto: Kerstin Bögeholz /Funke Foto Services
Detlef Stein - Leiter des Kommissariats für Einbrüche bei der Polzei Oberhausen 06.05.2015 Foto: Kerstin Bögeholz /Funke Foto Services
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Was wir bereits wissen
Detlef Stein, Leiter des Kommissariats für Einbrüche, forscht nach. Der Wagen wird in Bayern angehalten. Es sitzen drei bekannte Einbrecher darin.

Oberhausen.. Der Wagen fährt an einem Wochenende gegen 16 Uhr langsam durch eine Siedlung. Die drei Männer in dem älteren Opel Omega interessieren sich sehr für die Häuser. Was sie nicht wissen: Sie werden beobachtet. Ausgerechnet von Detlef Stein, dem Leiter des Kommissariats für Wohnungseinbrüche der Polizei.

Er wohnt in dieser Straße, und der Wagen erscheint ihm verdächtig. Über den alten Opel Omega sagt er: „Die stehen bei uns auf der Hitliste.“ Sie würden klassisch als Ar­beitsfahrzeuge von Einbrechern eingesetzt. Der Wagen mit dem auswärtigen Kennzeichen ist außerdem fremd in der kleinen Anliegerstraße.

Das Kennzeichen überprüft

Deshalb überprüft Detlef Stein am folgenden Montag das Kennzeichen des Autos. Er will wissen, ist es als Einbrecherwagen bekannt? Ist es nicht. Dann lässt er Ermittlungen zum Halter anstellen. Es stellt sich heraus, eine Frau hat den Wagen vier, fünf Tag vor dem Vorfall verkauft. Der neue Besitzer wollte den Wagen ummelden, hat es aber nicht getan. Das allerdings ist typisch für Wohnungseinbrecher. So ist ihre Identität über das Auto nicht zurückzuverfolgen. „Wir haben das Fahrzeug in unser System eingegeben“, sagt Stein.

Und dann passierte etwas in seiner Straße. Zwei Tage nachdem dort der auffällige Pkw von ihm beobachtet wurde, gab es bei Nachbarn einen Einbruch. Ob der mit dem Wagen in Zusammenhang stand, ist unklar.

„Jeder hat auch eine Verantwortung für sein Umfeld“

Allerdings hatte sich die Verkäuferin des Autos den Namen des Käufers geben lassen. Der hatte ihr sogar seinen richtigen Namen mitgeteilt. Bei ihm handelte es sich um einen Mann aus Südosteuropa, der der Polizei bekannt war. „Wir haben das Fahrzeug zur Fahndung ausgeschrieben“, nennt Stein die Konsequenz. Zwei Wochen nachdem der Wagen durch Oberhausen fuhr, wird er in Bayern von einer Polizeistreife angehalten. Es sitzen wiederum drei Männer in dem Pkw. Sie sind jeweils bereits in Hamburg, der Schweiz und in Hessen wegen Wohnungseinbrüchen festgenommen worden.

„Sie hatten das Auto immer noch nicht umgemeldet“, sagt Stein. Er erklärt, was für erhebliche Probleme die Halter haben, ihren ehemaligen Pkw selbst abzumelden. „Ihnen fehlen die Papiere“, verdeutlicht Stein. Gleichzeitig müssten sie alle Knöllchen zahlen, die die Einbrecher bekämen.

Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber verweist auf den großen Radius, den die Einbrecher haben. Und Detlef Stein erklärt: „Das zeigt, wie wichtig solche Informationen für uns sind. Jeder hat auch eine Verantwortung für sein Umfeld.“ Die Polizei lebe von Hinweisen. Bürger, die etwas beobachten, sollten sich keine Gedanken machen, ob der Hinweis gut oder schlecht sei. „Sie sollen einfach die 110 anrufen“, sagt Detlef Stein.

Andreas Wilming-Weber nennt noch einen anderen Aspekt: „Wenn Bürger sich melden und so ein Pkw überprüft wird, bleiben mögliche Täter nicht am Ort.“