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Kniegelenk: Hauptsache stabil

21.10.2010 | 17:32 Uhr
Kniegelenk: Hauptsache stabil
Basketballerin Desire Almind trainiert ihr Knie auf dem isokenetischen Trainingsgerät, neben ihr Oberärztin Katrin Pannewitz. Foto: Kerstin Bögeholz

„Ganz ehrlich, ich spiele besser als vorher“, behauptet Desire Almind, Basketballerin bei NBO (New Basket 92 Oberhausen). Vorher, das war vor dem 15. März, als sie umknickte und ihr rechtes Knie nicht mehr mitmachen wollte. Klar hatte sie Angst – schließlich hatte sie vor Jahren schon auf beiden Seiten einen Kreuzbandriss erlitten. Doch die Ursache lag woanders, wie Diplommedizinerin Katrin Pannewitz bei einer Arthroskopie, einer Spiegelung, feststellte. Die Diagnose- und Behandlungsart ist auch Thema des WAZ-Medizinforums am Montag, 25. Oktober.

„Im Kern-Spin sah es gar nicht so dramatisch aus, man sah nur einen Knorpelschaden“, sagt die Oberärztin für arthroskopische Kniegelenkschirurgie der St.-Elisabeth-Klinik. Doch bei der Spiegelung stellte sich heraus, dass ein Knorpelstück abgesprungen war und sich in der Kniekehle verkeilt hatte – ein ausgesprochen schmerzhaftes Geschehen. „Ich bin fast verrückt geworden“, erinnert sich Almind, bei der seit der Sommerpause gar nichts mehr ging. Pannewitz entfernte das Knorpelstück über einen gesonderten Zugang zum Gelenk, und das Thema war erledigt. „Die Schmerzen waren nach der Arthroskopie sofort weg“, meint Almind. Zwei, drei Tage musste sie das Knie schonen, danach konnte sie es wieder voll belasten, nach einer vierwöchigen Pause wieder trainieren. Nun hat die 28-Jährige schon zwei Saisonspiele hinter sich.

Dabei können bei einer Kniespiegelung längst nicht nur frei schwebende Gewebeteile im verletzten Gelenk entfernt werden. Unter anderem lassen sich Meniskusschäden über den Mini-Schnitt operieren, Schleimhautfalten, die Probleme und Schmerzen machen, behandeln. Auch gerissene vordere und hintere Kreuzbänder können per Schlüsselloch-OP wiederhergestellt werden.

Kreuzband ist für Koordination wichtig

„Man versucht heute, nur Anteile des Kreuzbandes zu entfernen“, erklärt Pannewitz. Gerade die knochennahen Anteile des Bandes sollten erhalten bleiben, denn die sind wichtig für die Koordination. Ebenso wichtig: Gerade bei jungen Menschen eventuelle Meniskusschäden zu beheben, denn sonst verschleiße das Gelenk schneller. Etwa 500 Knie-Spiegelungen macht die Spezialistin im Jahr, 120 Mal wird dabei ein Kreuzband ersetzt.

Am häufigsten reißen die Kreuzbänder, die zusammen mit anderen das Kniegelenk stabil halten, bei so genannten Kontaktsportarten, wie Fußball, Handball oder eben Basketball, aber auch beim Skifahren. Das Alter spiele bei der OP keine entscheidende Rolle, so Pannewitz: „Ich habe auch schon aktive 60-Jährige am Kreuzband operiert. Entscheidend ist, wie instabil das Gelenk ist. Je jünger man ist, desto wichtiger ist die Operation natürlich. Aber manche sind mit 70 Jahren noch so fit – das muss man individuell entscheiden.“

Géraldine Lakermann

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