Kleiderkammern freuen sich über viele Spenden

Die bei der Jugendkirche Tagbha in Buschhausen angesiedelte Kleiderkammer ist gut gefüllt.
Die bei der Jugendkirche Tagbha in Buschhausen angesiedelte Kleiderkammer ist gut gefüllt.
Foto: Ulla Emig WAZ Fotopool
Die bei der Jugendkirche Tagbha in Buschhausen angesiedelte Kleiderkammer ist gut gefüllt.

Oberhausen.. Warme Schuhe, lange Unterhosen, dicke Mäntel: Viele Menschen in Oberhausen, ob nun etwa Wohnungslose oder Flüchtlinge, sind auf Unterstützung angewiesen, da sie selbst nicht in der Lage sind, sich Kleidung zu leisten. Dabei können sie sich jedoch auf die Hilfsbereitschaft ihrer Mitbürger verlassen. Das Friedensarchiv (wir berichteten) hatte nach einem Aufruf für Sachspenden für die Bewohner des Flüchtlingsheims an der Weierstraße einen vorläufig Stopp der Aktion ausgerufen, weil die vielen Hilfsangebote erst nach und nach abgearbeitet werden müssen. Auch bei anderen karitativen Einrichtungen in Oberhausen ist von einer Zurückhaltung bei den Kleiderspenden nichts zu spüren. „In den vergangenen Jahren hat sich das sogar positiv entwickelt“, berichtet Sabine Köther, Leiterin der Pfarrcaritas.

Bettzeug gesucht

Die hiesige Caritas im Verbund mit den katholischen Gemeinden lässt Bedürftigen auf mehreren Wegen Kleidung zukommen. Seit 2002 betreibt der eigenständige Verein Picobello einen Secondhand-Laden an der Bottroper Straße 167 in Osterfeld. Hier finden Familien und Senioren gut erhaltene Kleidung aus erster Hand – alles zu einem kleinen Preis. „Dort können sie aktuell gut warme Kleidung gebrauchen. Auch beim Bettzeug ist die Decke eher dünn“, berichtet Caritas-Geschäftsführer Reinhard Messing. „Die Kleiderkammer des Carl-Sonnenschein-Haus ist dagegen gut gefüllt.“

Ähnliches schildert Köther für zwei weitere katholische Einrichtungen, die Kleiderkammern der Jugendkirche Tabgha und von St. Michael im Knappenviertel. „Es gibt viele Menschen, nicht nur Gemeindemitglieder, die regelmäßig nicht mehr benötigte Kleidung abgeben.“

Frank Bremkamp, Leiter der bei beim Diakonischen Werk angesiedelten Wohnungslosenhilfe, kann sich über mangelnde Unterstützung der Oberhausener ebenfalls nicht beklagen. „Unsere Kleiderkammer ist gut gefüllt, auch wenn es etwas an Unterwäsche oder etwa Socken mangelt.“ Viele Mitbürger würden davor zurückschrecken, diese Kleidungsstücke weiterzugeben. „Ich kann das nachvollziehen, aber gewaschene und saubere Unterwäsche wird gebraucht.“

Hochsaison ab Oktober

Ansonsten hat Bremkamp in den vergangenen Jahren die Tendenz ausgemacht, dass gerade in den kälteren Monaten mehr Kleidung gespendet wird. „Ab Oktober und weiter in den Winter hinein kann man von einer Hochsaison sprechen.“ Es würden aber auch übers Jahr verteilt Kleidungsstücke benötigt.

„Wir benötigen ständig alles, was ein normaler Haushalt auch braucht – mal 300“, teilt Friedensdorfleiter Thomas Jacobs mit. Für das Friedensdorf ist es besonderswichtig, dass gespendete Dinge gut erhalten sind. Denn durch abgetragene oder kaputte Kleidung entstehenden dramatische Entsorgungskosten von jährlich mehreren tausend Euro. Die gespendeten Kleider werden entweder an die Kinder im Dorf gegeben, in den eigenen Interläden verkauft oder bei Hilfseinsätzen mitgenommen.