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Was Sie jetzt zur Fronleichnam-Kirmes in Oberhausen wissen müssen

06.06.2012 | 11:39 Uhr
Am heutigen Mittwoch (6. Juni 2012) startet die Fronleichnamkirmes in Oberhausen-Sterkrade. Erwartet werden bis zu eine Million Besucher. Ob das Wetter mitspielt?Foto: WAZ FotoPool

Oberhausen.   380 Schausteller auf einer Strecke von 2,5 Kilometern, 21 spektakuläre Großfahrgeschäfte sowie 16 Kinderkarussels: Die Fronleichnamkirmes in Oberhausen-Sterkrade lockt ab Mittwoch wieder Kirmesbegeisterte aus dem Ruhrgebiet und vom Niederrhein an. Eine Million Besucher werden erwartet. Zum Start regnet es.

Am Technischen Rathaus reckt sich das „Bellevue“-Riesenrad 55 Meter in die Höhe. Die Straßen sind voller Buden. Schon vor Tagen haben die Schausteller mit dem Aufbau begonnen. Am Mittwoch, 17 Uhr, fällt der Startschuss zur „Sterkrader Fronleichnamskirmes“ , ganz traditionsbewusst mit Fassanstich und Bergmannskapelle.

Das sechstägige Volksfest lockt Besucher aus dem Ruhrgebiet und vom Niederrhein, aber auch Holland und Belgien: Rund eine Million Besucher werden erwartet.

Wer ist dabei?

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Rummel in Sterkrade existiert seit 183 Jahren
Rummel in Sterkrade existiert seit 183 Jahren

Lange Zeit galt die Fronleichnamskirmes im Oberhausener Stadtteil Sterkrade als zeitlos. Der Grund: Genaue Dokumente über den Ursprung lagen nicht vor. Findige Heimatforscher durchstöberten nun Aktenberge und hatten schließlich im Landesarchiv Erfolg. Die Lösung: Der Rummel existiert seit nunmehr 183 Jahren.

Die Schausteller blicken optimistisch, aber auch mit einigen Sorgen auf die sechs Rummeltage: Vor allem eine mögliche Anhebung der Gema-Gebühren bereitet Kopfzerbrechen. Ebenso sind die durchwachsenen Wetteraussichten keine echte Freude. Die Ziele der Mannschaft um Schausteller-Präsident Albert Ritter beeinflusst das jedoch nicht: Bis zum Montagabend sollen wieder eine Million Menschen nach Sterkrade kommen.

Noch vor Jahren galt die Fronleichnamskirmes als die größte Straßenkirmes des Landes. Doch durch zunehmende Bebauung sind die Freiflächen in Sterkrade rar geworden. Zum Unmut mancher Kirmes-Fans: Auch in diesem Jahr fehlt mangels Platz eine Looping-Achterbahn.

Den Sterkradern bleibt ihr Rummel trotzdem heilig: Fahrgeschäfte, Belustigungsbetriebe und Gastronomie stehen hier nicht auf einem Kirmesplatz, sondern in der Innenstadt – neben Wohnhäusern und Geschäften in den Gassen und Straßen. Die Eröffnung am Mittwochnachmittag ist bereits vor Jahrzehnten von den Besuchern umgetauft worden und heißt „Kirmesheiligabend“. Als Geschenk wäre dazu trockenes Wetter ideal. (Text: Dirk Hein, WAZ)

380 Schausteller verteilen sich mit Buden und Fahrgeschäften auf insgesamt 2,5 Kilometer Wegstrecke in Sterkrades Fußgängerzone sowie auf den angrenzenden Straßen und Plätzen. Die Schausteller wurden aus rund 1500 Bewerbungen ausgewählt, sagt Rainer Suhr von der Stadtverwaltung. Mit von der Partie sind 21 Großfahrgeschäfte wie der „Transformer“ oder der „Spinning Racer“ und 16 Kinderkarussells.

Nachdem es in den vergangenen Jahren Kritik an der Verkleinerung der Kirmes gegeben hatte, ist der Rummel wieder bei seiner alten Größe angelangt – plus einem Fahrgeschäft mehr. Eine Umstellung der Rettungswege hat Platz geschaffen.

 Was ist neu?

Mit „Rocket“, „High Impress“, „Amazonas“ sowie „American Swing“ versprechen die Organisatoren vier Premieren bei den Großgeräten. Nicht dabei ist der „Voodoo Jumper“, der eigentlich seine Kirmestaufe erhalten sollte, aber vom TÜV nicht rechtzeitig grünes Licht bekam.

Wie sind die Preise?

Ein Pils (klein) ist ab etwa zwei Euro zu haben, eine Tour mit einem Fahrgeschäft ab etwa 2,50 Euro. Die Preise sind nach Auskunft von den Schaustellern gegenüber dem Vorjahr stabil.

Wie wird das Wetter?

Zum Auftakt nicht doll, ziemlich sicher Regen. Auch Donnerstag kann es den Vorhersagen zufolge nochmal feucht werden, aber es wird wärmer und bessert sichert. „Es gibt kein schlechtes Wetter. Die Leute sollen mit Regenschirm kommen – und Feierabend“, sagt Albert Ritter, Präsident des Schaustellerbundes.

Wie kommt man hin?

Am besten mit Bus und Bahn. Der Rummel beginnt direkt am Sterkrader Bahnhof. Von Duisburg aus kommt man mit den Buslinien 908 und 935 hin, von Mülheim mit den Straßenbahnen 112 und 122.

Wer partout mit dem Pkw kommen will: das Parkhaus am Technischen Rathaus kann Donnerstagnachmittag kostenlos genutzt werden.

Kirmes-Aufbau in Sterkrade

 

Holger Dumke


Kommentare
07.06.2012
16:26
Was Sie jetzt zur Fronleichnam-Kirmes in Oberhausen wissen müssen
von Stukkadierta | #1

Wo ist der Rummel bei seiner alten Größe angelangt? Die alte Größe war mind. 430 Schausteller- zeitweise über 500. Großfahrgeschäfte gab es früher immer über 30 zuzüglich Kinderfahrgeschäfte und Belustigungsbetriebe, wie Geisterbahnen. Der Rummel wird dank Klaus Wehling nie mehr so groß sein, wie früher, weil die Stadt ein Parkhaus auf dem Festplatz bauen musste. Wohlgemerkt, ein Parkhaus. Die OGM lässt etwa das Parkhaus auf der unteren Marktstraße komplett verrotten, baut aber in Sterkrade ein neues hin. Wieder ein Meisterstück des Schmierentheaters der Stadt Oberhausen.

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