Kirmes-Unfall: Restrisiko fährt immer mit

Der Unfall auf der Fronleichnamskirmes mit vier Schwerverletzten lässt viele Bürger nicht ruhen. Sie fragen sich, ob man nicht Kirmes-Fahrgeschäfte viel intensiver, viel häufiger und länger von Fachleuten untersuchen lassen muss.

Im konkreten Fall beschuldigt die Polizei den Betreiber des „Love Express“, beim Aufbau geschlampt zu haben und Sicherheits-Splinte vergessen zu haben. Die vorgeschriebenen Kontrollen durch Behörden sind offenbar ordnungsgemäß gelaufen. „Doch natürlich kann keine Behörde der Welt jedes Risiko ausschließen“, sagt der Oberhausener Stadtsprecher Rainer Suhr. „In der Praxis ist es einfach nicht zu schaffen, jeden Bolzen zu kontrollieren. In erster Linie steht der Schausteller in der Verantwortung, für ein sicheres Vergnügen zu sorgen.“

In der Bundesrepublik existiere ein mehrstufiges Kontrollkonzept für Karussells: Die Sicherheit werde zunächst grundsätzlich bei der Betriebszulassung umfassend geprüft – wie ein neues Automodell; danach müsse die Zulassung regelmäßig alle zwei Jahre durch den TÜV erneuert werden. Dann würden ältere Geräte wie der „Love Express“ turnusgemäß auf Schäden an Metallteilen geröntgt. Beim Aufbau einer Kirmes achtet die Berufsgenossenschaft auf die Sicherheit von Arbeitern und Besuchern – danach macht das Bauordnungsamt der Stadt bei jedem Kirmesgeschäft eine „Gebrauchsabnahme“. Dabei werde von den Fachleuten aber nur eine Sichtprüfung vorgenommen – wie es die Polizei bei Verkehrskontrollen tut.