Kinder aus Oberhausen tragen den Stern von Tür zu Tür

Sie sind auch im Regen unterwegs: Esther Hölscher zog mit Madeline, Annika, Melinda und Amira am Samstag von der Herz Jesu Kirche am Postweg hinaus in die Gemeinde, um  Geld für bedürftige Kinder zu sammeln.
Sie sind auch im Regen unterwegs: Esther Hölscher zog mit Madeline, Annika, Melinda und Amira am Samstag von der Herz Jesu Kirche am Postweg hinaus in die Gemeinde, um Geld für bedürftige Kinder zu sammeln.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In einigen Bezirken fehlen Sternsinger. Die Herz Jesu Gemeinde in Oberhausen-Sterkrade kennt dieses Problem nicht: Unterwegs mit Spruch, Sammeldose und Krone.

Oberhausen.. Der Regen prasselt auf die Straße. Madeline, Amira, Annika und Melinda rücken aber nur ihre Krone zurecht. Immerhin tragen sie an diesem fies-nassen Samstagmorgen warme Winterjacken. Und dann sind da ja noch die dicken Umhänge, die den Neun- bis Elfjährigen ein königliches Gewand bietet.

Gemeinsam mit ihrer Gruppenleiterin Esther Hölscher ziehen sie als Sternsinger in einer verkehrsberuhigten Sterkrader Neubausiedlung von Tür zu Tür.

80 Kinder in 23 Gruppen unterwegs

In einigen Gemeinden fehlen Sternsinger, so dass hier mitunter nicht jeder besucht werden kann, sondern nur derjenige, der vorab auch Interesse bekundet hatte. In Herz Jesu Sterkrade ist die Zahl der Heiligen Drei Könige dagegen stabil. „Es sind rund 80 Kinder in 23 Gruppen dabei“, erklärt Esther Hölscher. Die 17-Jährige ist als Kind mit Stern, Umhang und Krone von Tür zu Tür gezogen, nun ist sie Begleiterin.

Die Nachhaltigkeit in der Jugendarbeit zeigt sich noch heute. „Wir kennen die Lieder schon und mussten nicht üben“, sagen Madeline, Amira, Annika und Melinda. Nein, sie sammeln nicht zum ersten Mal. Schon klingeln sie an der nächsten Tür. „Stern über Bethlehem, zeig’ uns den Weg...“, stimmen die Vier fehlerfrei an. Sie überreichen ein Foto, auf dem jener Segensspruch steht, den Amira mit Kreide an die Tür schreibt: „20*C+M+B+16“. Also Caspar, Melchior und Balthasar, so wie die Heiligen Drei Könige heißen? Madeline, Amira, Annika und Melinda kennen die wahre Bedeutung natürlich: „Das steht für ‘Christus segne dieses Haus!’“ Das leitet sich vom lateinischen „Christus mansionem benedicat“ ab.

Für die vier Sternsinger ist es eine klare Sache wieder mitzumachen. Obwohl am Himmel immer noch eine trübe Suppe hängt und der Wind Sprühregen ins Gesicht weht. „Wir sammeln Geld und wollen damit armen Kindern helfen.“ Das, so sagen sie, bereite ihnen Spaß. Dass manche nicht die Tür öffnen oder diese wieder schließen, keine Spenden zugunsten bedürftiger Kinder geben, weil sie nicht katholisch seien, macht die Vier traurig. „Armen Kindern darf doch jeder helfen.“

Ute Zillmann ist evangelisch, freut sich aber jedes Jahr auf die Sternsinger. „Die Kinder tun ein gutes Werk. Es ist mir wichtig, dass ich an der Haustür besucht werde.“ Die Segenssprüche hat sie in ihrer Wohnung aufgehängt. In der Herz Jesu Gemeinde gehen alle Kommunionkinder als Vorbereitung mit von Tür zu Tür, zudem sind Ehrenämtler aus der Jugendarbeit dabei geblieben.

Es gibt nicht nur Erfolge, aber eine Wertschätzung für die Sternsinger. Ute Zillmann hofft, dass auch in anderen Gemeinden Kinder motiviert werden, mitzumachen.