Kicker, Krisen und Kontakte

Im Match der türkischen Süper Lig im Mersin Arena Stadion zwischen Mersins Idman Yurdu und Fenerbahce am 17. Mai unterlag das Team aus Oberhausens Partnerstadt der Istanbuler Elf am Ende mit 0:1.
Im Match der türkischen Süper Lig im Mersin Arena Stadion zwischen Mersins Idman Yurdu und Fenerbahce am 17. Mai unterlag das Team aus Oberhausens Partnerstadt der Istanbuler Elf am Ende mit 0:1.
Foto: imago/Seskim Photo
Was wir bereits wissen
Was ist los in Oberhausens Partnerstädten? Welche gemeinsamen Aktivitäten liegen an? Die NRZ hat im Büro für Interkultur nachgefragt.

Oberhausen.. In Oberhausen ist der Oberbürgermeister-Wahlkampf gerade eröffnet, in unserer englischen Partnerstadt Middlesbrough ist die Wahl schon gelaufen. Wie ist das Ergebnis – und was ist eigentlich sonst noch so los in Oberhausens Partnerstädten? Die NRZ hat sich im Rathaus, im Büro für Interkultur, umgehört, wo die Fäden in Sachen Städtepartnerschaften zusammenlaufen.

Gewählt haben die Bürgerinnen und Bürger von Middlesbrough kürzlich nicht nur ihren Abgeordneten im Unterhaus, sondern auch einen neuen Oberbürgermeister. Nach 13 Jahren wurde der unabhängige Ray Mallon von seinem langjährigen Stellvertreter Dave Budd (Labour) abgelöst, der in einer Stichwahl mit 19358 Stimmen gegen den unabhängigen Kandidaten Ray Preston gewann, der 19282 Stimmen holte. Budd erhielt bereits den Glückwunsch von Oberbürgermeister Klaus Wehling, der seinen neuen Kollegen gleich einlud. Budd ist der Städtepartnerschaft gegenüber sehr aufgeschlossen und weilte schon häufig in Oberhausen. Auf der Agenda dürfte dann auch das „Projekt Kreativwirtschaft“ stehen, in dem Oberhausen für die Metropole Ruhrgebiet Kontakte zum englischen Nordosten ausbauen will.

Middelbroughs Ruf

Die Parlamentswahlen bestätigten Middlesbroughs Ruf als Labour-Hochburg: Andy MacDonald schlug mit 18.584 Stimmen alle Konkurrenten, die zusammen nicht annähernd seine Stimmenzahl erreichten. Interessant dabei: Der Kandidat der europakritischen UKIP (eine Art britische AfD) erzielte das zweitbeste Ergebnis vor den Konservativen sowie den ganz weit abgeschlagenen Grünen und Liberalen.

Aus Middlesbrough kommt am Samstag, 6. Juni, das Folk-Duo Richard Grainger & Chris Parkinson zu einem Konzert nach Oberhausen. Im Zentrum Altenberg geht’s um 19 Uhr los.

Der Sport

Der FC Middlesbrough bleibt zweitklassig: Das Aufstiegsrundenfinale hat er mit 0:2 gegen Norwich City verloren und nimmt nun einen neuen Anlauf in Richtung Premier League.

Besuch aus Sardinien und der Ukraine

Oberhausens Sarden freuen sich auf Besuch aus Sardinien. Die Partnergemeinden Carbonia und Iglesias schicken eine Delegation, die die „Nacht der Industriekultur“ zum Anschauungsunterricht für die kulturelle Folgenutzung industrieller Brachen nutzt. Solche Orte gibt es in der einstigen Bergbauregion zuhauf.

„Vergesst uns nicht!“, heißt es am Ende der Telefonate, die mit Partnern aus dem ukrainischen Saporoshje geführt werden, regelmäßig. Die Lage vor Ort haben – auch aus Sicherheitsgründen – Oberhausener schon länger nicht mehr in Augenschein genommen. Die Großstadt am Dnjepr liegt nur knapp 150 Kilometer vom Frontverlauf zu den immer wieder aufflackernden Kampfhandlungen zwischen Spaltern und Staatstreuen entfernt, viele Flüchtlinge hat die notleidende Gemeinde aufnehmen müssen.

Förderung für Kontakt mit der Ukraine

Das Auswärtige Amt hat kürzlich einen mit 56 Millionen Euro bestückten Sonderfonds aufgelegt, aus dem bürgerschaftliches Engagement zwischen deutschen und ukrainischen Gemeinden gefördert werden soll. Aus Oberhausen gingen fünf Anträge ein: Sophie-Scholl-Gymnasium, Friedrich-Ebert-Realschule, Bertha-von-Suttner-Gymnasium sowie die Vereine „Oberhausen hilft“ und „Förderkreis Saporoshje“. Zuschüsse aus Berlin gab es für keine Schule und keinen Verein. „Das ist nicht nachvollziehbar“, sagt Desbina Kallinikidou, die im Rathaus für die Städtepartnerschaften zuständig ist.

Der Fußball rollte in der Ukraine trotz aller Unruhe weiter – wenn auch die höchste Spielklasse wegen des Fehlens der Krim und einiger ostukrainischer Vereine auf 14 verringert worden ist. Metalurh Saporischschja beendete am letzten Samstag mit einem 2:2 beim bereits als Meister feststehenden Team von Dynamo Kiew die Saison und wurde damit Neunter.

Partnerstadt aus der Türkei

Idman Yurdu heißt der ranghöchste Fußballklub aus Oberhausens türkischer Partnerstadt Mersin. Der Wiederaufsteiger zur „Süper Lig“ wird als Siebter sicher landen. Im Pokal hätte es fast eine Überraschung gegeben, aber im Viertelfinale scheiterte man am Traditionsklub Fenerbahce Istanbul.

Wirtschaftliche Fragen stehen im Mittelpunkt der Gespräche, die eine von Oberbürgermeister Klaus Wehling angeführte Delegation aus Oberhausen und dem Wirtschaftsraum Metropole Ruhrgebiet demnächst in Mersin führen wird. Gastgeber und Einlader ist Mersins Oberbürgermeister Burhanettin Kocamaz. Der hatte schon im letzten Jahr eingeladen, aber nicht bedacht, dass solche Besuche neuerdings vom Innenministerium in Ankara genehmigt werden müssen – was lange dauert.

Der in Sachen Bau, Textil und Handel starke Wirtschaftsraum Mersin benötigt speziell für die Grundstoffindustrie hiesige Kenntnisse in Sachen Infrastruktur und Know-how. Deswegen reist neben anderen Experten auch Wirtschaftsförderer Frank Lichtenheld mit an die türkische Mittelmeerküste.