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Schlecker-Insolvenz

Keine rosigen Aussichten für Mitarbeiter

16.03.2012 | 08:00 Uhr
Auch in den vier Oberhausener Schlecker-Filialen lläuft der Ausverkauf. Bei der Betriebsversammlung im DGB-Haus flossen Tränen, sagt Günter Wolf (Verdi Oberhausen).

Oberhausen. Keine rosigen Aussichten bestehen für die Mitarbeiter der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker , die auch in Oberhausen bis Ende März vier weitere Geschäfte schließen will . Das wurde bei der Betriebsversammlung im DGB-Haus gestern deutlich. Günter Wolf (Verdi Oberhausen): „Nach Aussage der Arbeitsagentur kommt auf zehn Warenkaufleute eine freie Stelle. Wir rechnen mit rund 80 Entlassungen in Oberhausen. Mülheim, Essen-Dellwig, -Frintrop und -Kettwig.“ Bei der Versammlung seien Tränen geflossen, sagt der Gewerkschafter und räumt ein: „Auch mir sind die Schlecker-Frauen ans Herz gewachsen. Sie haben sich unheimlich engagiert.“

Neben rund 100 Beschäftigten von Schlecker-Filialen mit Betriebsräten kamen gestern etwa 50 nicht organisierte Mitarbeiterinnen: „Die Märkte ohne Betriebsrat sind schlecht dran. Ohne Betriebsrat kein Sozialplan“, sagt Wolf. In Oberhausen aber hätten fast alle Filialen einen Betriebsrat.

Keine Warenlieferungen mehr

Erbost reagiert er darauf, dass der Insolvenzverwalter vollendete Tatsachen geschaffen habe: „Er hat die Filialen, die auf der Liste der zu schließenden Betriebe standen, schon angewiesen, ab Mittwoch alles abzuverkaufen. Zudem werde es keine Warenlieferungen mehr geben.“ An der Schließung der Schlecker-Filialen Gildenstraße und Marktplatz Osterfeld, Friesen- und Teutoburger Straße gebe es wohl nichts mehr zu rütteln.

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Schlecker ist pleite. Das denkt man in Essen über die Insolvenz von Deutschlands größter Drogeriekette.

Zurzeit werde noch ein Sozialplan verhandelt, aber der sei „nur ein Trostpflaster“. Schlimm sei, dass „offenbar kein Geld mehr da ist“, sagt Wolf: „Im Insolvenzrecht verkürzt sich die Kündigungszeit auf drei Monate. Wir befürchten, dass Mitarbeiter, wenn sie die Kündigung kriegen, schon jetzt kein Geld mehr bekommen, obwohl sie noch ein bis drei Monate weiterbeschäftigt werden müssen. Das bedeutet, dass sie noch eher zur Arbeitsagentur gehen müssen.“

Resolution an Angela Merkel

Wütend ist er auch auf die mangelnde Unterstützung durch die Politik : „Minister Rösler hat dem Verdi-Vorsitzenden Kredite oder Bürgschaften verweigert. Die brauchen wir aber, um eine Transfergesellschaft zu gründen, um die Betroffenen aufzufangen. In die Autobranche zum Beispiel bei Opel dagegen wurden Riesensummen gepumpt.“

Mit Protest-Aktionen am 25. März und der Verabschiedung einer Resolution gestern, in der eine klare Informationspolitik und die Gründung einer Transfergesellschaft gefordert wird, will Verdi den Druck verstärken: „Die Resolution geht an Angela Merkel, am Philipp Rösler und Hannelore Kraft.“

Astrid Knümann



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