Keine 08/15-Lösungen

Betuwe ist ein kaum zu vergleichendes internationales Infrastrukturprojekt – das auch niemand verhindern will. Der stockende Güterbahn-Verkehr würde mit dem Gleisausbau endlich verbessert, was die Bahn freut und unsere Straßen entlastet. Anwohner erhielten mit der quasi neuen Strecke die dringend benötigten Lärmschutzwände für die schon heute stark befahrene Trasse. Und die Stadt bekommt mit Sterkrade und Holten neue Bahnhöfe. Viele würde von Betuwe profitieren, doch für ein solch herausragendes Projekt mit umfangreichen Auswirkungen auf eine Kommune und ihre Bürger kann dann keine 08/15-Regel gelten. Auf der Betuwe-Strecke werden bald Züge im Vier-Minuten-Takt fahren, Gefahrgüter passieren über die Gleise Wohnviertel. Die Feuerwehren kennen die Gefahren vor Ort am besten. Ihrem Urteil muss Vorrang gegeben werden. Mit der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks haben die Kommunen jüngst eine wichtige Unterstützerin gewonnen, weitere sind nötig.

Denn was ist die Alternative? Klagen der Kommunen und Bürger verzögern den Gleisausbau nur und verteuern ihn. Am Ende wäre es ein fatales Zeichen, ein solches Prestigeprojekt gegen den Willen von Bürgern und Kommunen zu bauen.